KW 04: EU erwägt Verbot von Gesichtserkennung, Altmaier und DIHK wollen mehr Tempo bei KI, Vatikan will Ethik-Manifest für KI

NACHRICHTEN

EU erwägt Verbot von Gesichtserkennung: Die EU-Kommission erwägt ein mehrjähriges Moratorium für den Einsatz automatisierter Gesichtserkennungssysteme in der Öffentlichkeit. Dies geht aus Vorschlägen für ein Weißbuch der EU-Kommission zum künftigen Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in Europa hervor. Damit würde sich Brüssel gegen Pläne der Bundesregierung stellen, die Medienberichten zufolge Gesichtserkennungssysteme an 135 deutschen Bahnhöfen und 14 Verkehrsflughäfen einführen möchte. Gegen die Pläne von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gibt es auch Widerstand aus mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen wie dem Chaos Computer Club (CCC) und der Digitalen Gesellschaft.
golem.de

Altmaier und DIHK wollen mehr Tempo bei KI: Wirtschaftsminister Peter Altmaier und die Deutsche Industrie und Handelskammer (DIHK) wollen bei Künstlicher Intelligenz nicht den Anschluss verlieren. Die Chancen sollten stärker gesehen und Mitarbeiter qualifiziert werden, heißt es in einem gemeinsamen Aufruf. Durch mehr Wissen sollten “unbegründete Befürchtungen” der Menschen in begründetes Know-how umgewandelt und Vorurteile überwunden werden – dies zielt auf Ängste vor möglichen großflächigen Job-Verlusten durch den Einsatz lernender Maschinen. Dabei geht es auch darum, den Anschluss nicht zu verlieren. Deutschland und Europa hätten eine gute Ausgangsposition, vor allem bei Geschäften zwischen Unternehmen. “Wir müssen jetzt mit Künstlicher Intelligenz (KI) durchstarten, damit unsere Wirtschaft im digitalen Zeitalter besteht und dabei unsere Bürgerinnen und Bürger mitnehmen. Und wir können das auch.”
cio.de

Vatikan will Ethik-Manifest für KI: Der Vatikan will die großen Technologiekonzerne für eine ethische Selbstverpflichtung bei künstlicher Intelligenz gewinnen. Ein entsprechender Aufruf soll von Microsoft-Präsident Brad Smith und IBM-Vizepräsident John E. Kelly unterzeichnet werden. Dies soll im Rahmen einer Tagung der Päpstlichen Akademie für das Leben vom 26. bis 28. Februar stattfinden. Der Workshop befasst sich mit ethischen Aspekten künstlicher Intelligenz, der Anwendung dieser Technologie im Gesundheitswesen und damit zusammenhängenden rechtlichen Fragen. Akademiepräsident Vincenzo Paglia hatte das Ethikmanifest vergangenen Monat angekündigt. Ziel sei eine kritische Bewertung der Wirkungen und Risiken künstlicher Intelligenz sowie der Möglichkeiten einer Regulierung, sagte der Kurienerzbischof bei einer Veranstaltung am 12. Dezember in Rom.
orf.at

Niedersachsen testet Künstliche Intelligenz gegen Kinderpornografie: Mithilfe von selbstentwickelter Künstlicher Intelligenz (KI) will Niedersachsen als erstes Bundesland die Ermittlungen zu Kinderpornografie im Netz beschleunigen. Ziel sei es, die Beamten zu entlasten und die Täter schneller zu verurteilen, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag. Der Verbreitung des Materials im Netz gehe der Missbrauch unzähliger Kinder voraus, es seien „abscheulichste Straftaten zum Nachteil der Schwächsten“. IT-Fachleute des Landeskriminalamts hätten ein sogenanntes neuronales Netz entwickelt, das lernfähig sei und kinder- und jugendpornografische Inhalte erkennen könne, erklärte LKA-Präsident Friedo de Vries. Damit könne die Bearbeitungsdauer der Fälle verringert werden.
egovernment-computing.de

E-Health: Gesundheits-Startups brauchen eine neue Datenschutzdebatte gruenderszene.de
Amazon: Künstliche Intelligenz soll Bundesliga-Tore vorhersagen digitalfernsehen.de
Theaterfestival: Künstliche Intelligenz berät den Menschen deutschlandfunk.de
Selbstversuch: Im Rausch der Künstlichen Intelligenz berliner-zeitung.de

ZAHL DER WOCHE

Für rund 200 Millionen Dollar hat Apple das Start-up Xnor.ai aus Seattle gekauft. Das Unternehmen hat sich auf künstliche Intelligenz auf diversen Geräten spezialisiert.
computerwoche.de

HINTERGRUND

KI soll Ordnung bei Daten halten: Unmengen von Daten zu speichern ist technisch kein Problem – aber es kann belastend sein für die Psyche, die Energiebilanz und den Geldbeutel. Künstliche Intelligenz soll nun beim Aufräumen helfen. Ein Forschungsteam der Universität Bamberg arbeitet darum an einem System, das dem Menschen beim Löschen und Vergessen helfen soll – intentionales, also gezieltes Vergessen als Gemeinschaftsaufgabe von Mensch und Künstlicher Intelligenz. „Dare2Del“ heißt das Projekt, was so viel bedeuten soll wie „Wage es, zu löschen“. So schlägt „Dare2Del“ dem Nutzer beim Schließen eines Programms fünf Dateien vor, die er löschen könnte. Wer auf eine der Dateien klickt, bekommt den zugehörigen Ordner angezeigt. Das System liefert dann auch noch eine Begründung, warum das Dokument getrost in den Papierkorb wandern kann. Weil es zum Beispiel schon eine Kopie in einem anderen Ordner gibt oder es sich um eine veraltete Version handelt. Am Ende entscheidet der Nutzer, ob er die Datei löschen möchte oder nicht.
wiwo.de

KI hilft bei Darmspiegelung: Im Wiener Krankenhaus Rudolfstiftung ist erstmals künstliche Intelligenz bei einer Darmspiegelung zum Einsatz gekommen. Das Programm hilft dem Arzt, Polypen schneller und genauer zu erkennen. Konkret steht dem Arzt eine an das Endoskop angedockte spezielle Computersoftware zur Seite. Sobald das System einen Polypen entdeckt, grenzt es ihn ein. Der Vergleich zeigt: mit 99,7-prozentiger Wahrscheinlichkeit und um einige Sekunden schneller als mit dem menschlichen Auge wird der Polyp entdeckt.
orf.at

PROJEKT DER WOCHE

Intelligente Wasserpumpen: Das Unternehmen Futurepump hat eine datengetriebene Solarpumpe entwickelt. Eingesetzt werden soll sie vor allem in afrikanischen Ländern. Sie soll Diesel- und Benzinmotoren ersetzen und obendrein günstiger sein. Die Besonderheit ist aber, dass die intelligenten Pumpen die unterirdischen Süßwasserspeicher in ganz Afrika kartografieren und mit den Daten dazu beitragen, dass diese nicht versiegen. Möglich wird das durch Sensoren, die in den Pumpen verbaut sind und Daten wie Energieverbrauch und Drehzahl messen. Diese Daten werden anschließend an das International Water Management Institute (IWMI) in Sri Lanka übermittelt. Dieses berechnet anschließend Grundwasserentnahme und -pegel. Das IWMI plant, die Daten der 4.000 Pumpen zu verwenden, um zu berechnen, wie viel Wasser zu einem bestimmten Zeitpunkt gefördert wird. Die Daten sollen Regierungen helfen, eine nachhaltige Nutzung zu gewährleisten, etwa indem sie die Wasserförderung limitieren oder den Anbau weniger wasserintensiver Pflanzen fördern.
derstandard.at

ZITAT

“KI ist die Dampfmaschine des neuen, digitalen Zeitalters.”
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder schreibt in einem Gastbeitrag für den Fokus über Möglichkeiten und Gefahren der künstlichen Intelligenz.
focus.de

UNGEKÜNSTELT

Wenn KI Alltagsrassismus widerspiegelt: Diskriminierung und Rassismus im Alltag spiegeln sich nach Meinung der Computerwissenschaftlerin Joy Buolamwini auch in künstlicher Intelligenz wider – und können bestehende Vorurteile verfestigen. Das sei aus verschiedenen Gründen eine Gefahr, sagte die Expertin am Samstag auf der Innovationskonferenz DLD in München. “Zusammen mit meinen Kollegen wollte ich herausfinden: Wie gut können Services wie IBM, Microsoft oder Face++ das Geschlecht eines Gesichts erraten”, sagte Buolamwini in München. Dabei sei herausgekommen: Am wenigsten gut funktionieren die Systeme bei schwarzen Frauen. In den USA haben Buolamwini und ihre Organisation das Thema bekannt gemacht – und die Sensibilität der meisten Anbieter erhöht. Seit ihrer ersten Studie 2018 hätten etliche Firmen an ihren Programmen gearbeitet.
heise.de

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