KW 17: KI entwickelt KI, KI-Ethik-Konsortium gestartet, KI gegen Klimawandel

NACHRICHTEN

KI entwickelt KI: Ein Team um Google Brain hat einen Algorithmus mit dem Namen AutoML-Zero entwickelt, der selbstständig KI-Programme entwickelt. Die Idee dahinter ist, Verfahren zu entwickeln, auf die Menschen bisher nicht gekommen waren. In einigen Tests konnte die KI schon einige bereits bekannte Methoden des maschinellen Lernens nachentwickeln.
spektrum.de

Nvidia beteiligt sich am DFKI: Das Unternehmen Nvidia beteiligt sich am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) zusammen, um “leistungsstarke Werkzeuge bereitzustellen, mit denen Wissenschaftler die komplexesten KI-Herausforderungen lösen können”, so Ian Buck, Vizepräsident und General Manager für Accelerated Computing bei Nvidia. Das DFKI unterhält in Kaiserslautern ein Deep Learning-Rechenzentrum, das mit mehreren „Nvidia DGX“-Systemen arbeitet, die die Analyse von großen Datenmengen ermöglichen.
datacenter-insider.de

KI-Ethik-Konsortium gestartet: Das globale KI-Ethik-Konsortium will dafür sorgen, dass ethische Grundsätze bei der Entwicklung von Corona-Apps eingehalten werden. Erstmals veröffentlichte das Konsortium Leitlinien, die betonen, dass der Einsatz von KI Leben retten kann. Es bestehe jedoch die Gefahr, “dass kurzfristige Entscheidungen, die jetzt inmitten der Dringlichkeit einer Krise getroffen werden, zu langfristigen Gewohnheiten, Herangehensweisen und Normen führen, die schwer umkehrbar sind”. Um das Vertrauen der Bürger in die Künstliche Intelligenz zu gewährleisten, benötige es ethische Standards, Regeln und Richtlinien für die Technologie sowie die Informationen, die dabei erzeugt werden.
background.tagesspiegel.de

Liechtenstein führt Corona-Armband ein: Das Fürstentum Liechtenstein verzeichnet zwar bisher nur wenige Fälle des Coronavirus, der für Gesundheit zuständige Regierungsrat fürchtet jedoch eine zweite Ansteckungswelle im Herbst, die das Land treffen könnte. Liechtenstein besitzt nur ein Krankenhaus mit zwei Beatmungsgeräten. Rund 2000 Liechtensteiner werden deshalb künftig mit Armbändern ausgestattet, die nachts Gesundheitswerte wie Körpertemperatur, Puls, Atmung und Blutfluss messen sollen. Eine künstliche Intelligenz soll aus diesen Daten lernen, welche Anzeichen einer Infektion mit dem Coronavirus vorausgehen und Besitzern des Armbands eine Benachrichtigung zukommen lassen.
sueddeutsche.de

Microsofts neues KI-Umwelt-Programm: Der IT-Riese Microsoft will mit dem Programm “Microsoft AI for Earth” zum Umweltschutz beitragen, indem mittels Künstlicher Intelligenz weltweit Organisationen und Individuen unterstützen. Die Plattform soll Microsoft-Partnern dabei helfen, ökologisch verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Dafür sammelt das Unternehmen weltweit Daten, die in dem sogenannten “Planetary Computer” verarbeitet werden.
heise.de

Überprüfbarkeit: Schweizer Studie fordert Regeln für künstliche Intelligenz it-markt.ch
istari.ai: Künstliche Intelligenz wertet Internetseiten aus morgenweb.de
Investition: KI programmieren oder kaufen? computerwoche.de
Radiologie: Künstliche Intelligenz erkennt Covid-19 am Uniklinikum Jena ingenieur.de
Bewerbungsgespräch: Warum Künstliche Intelligenz schon bald über den Erfolg eurer Bewerbung entscheiden könnte businessinsider.de

ZAHL DER WOCHE

Fast 7 Milliarden Dollar haben KI-Start-ups in den USA im ersten Quartal 2020 an Investitionen eingesammelt.
t3n.de

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Das Coronavirus schränkt unser soziales Leben ein – richtigerweise müssen Menschen vor lebensgefährlichen Infektionen geschützt werden. Wenn Begegnungsräume nicht mehr erreichbar sind, verlieren wir Möglichkeiten zum Austausch und Lernen. Wer nach Verbindung sucht, nutzt digitale Alternativen. Wir unterstützen dabei, Begegnungen online zu schaffen – mit Veranstaltungsstreams können Sie die wichtigen menschlichen Verbindungen dennoch knüpfen.
livestreaming-berlin.tv

HINTERGRUND

KI scheitert in der Soziologie: Immer öfter wird KI herangezogen, um die soziale Entwicklung von Menschen vorauszusagen. In den USA wird KI beispielsweise benutzt, um einzuschätzen, wie wahrscheinlich eine verurteilte Person erneut kriminell wird. Eine neue Studie von drei Soziologen der Princeton University hat untersucht, wie effektiv solche KI-gestützten Verfahren derzeit sind. Dafür wurden hunderte Forscher damit beauftragt, die Lebensentwicklung von sechs Kindern und deren Haushalten vorherzusagen, wobei einige von ihnen mit Künstlichen Intelligenzen arbeiteten. Die Forscher konnten dafür auf 13.000 Datensätze zu 4000 Familien zurückgreifen. Die Studie zeigte, dass es niemandem ansatzweise gelang, eine gute Treffergenauigkeit zu erreichen. Für Matthew Salganik, einer der Leiter der Studie, ist Künstliche Intelligenz im Bereich der Soziologie deshalb noch nicht anwendungsreif.
heise.de

KI gegen Klimawandel: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnte ein wichtiges Werkzeug darstellen, um den Klimawandel zu bekämpfen. Einige Projekte beschäftigen sich deshalb mit dem Sammeln und Auswerten von Umweltdaten. Das Start-up Silvia Terra beispielsweise zählt mittels KI Bäume in den USA. Dafür wurde das Start-up von Microsoft im Zuge des Projekts “Planetary Computer” gefördert. KI-Experte Oliver Zielinski vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz warnt jedoch vor möglichen Sicherheitslücken bei KI-Anwendungen und mahnt zu mehr Transparenz bei der Entwicklung. Trotzdem glaubt er: “Ohne KI werden wir den Kampf gegen Klimawandel nicht gewinnen können.” Zielinksi arbeitet derzeit an einem Projekt, das Plastikströme in Ländern wie den Philippinen, in Kambodscha und Myanmar mittels KI überwacht.
handelsblatt.com

PROJEKT DER WOCHE

KI sagt Erfolg von Filmen voraus: Im Interview spricht der Unternehmer Tobias Queisser über seine KI-Software, die von Hollywood benutzt wird, um die Erfolgschancen von Filmen vorherzusagen. Bislang seien die Verfahren der Risikoabwägung bei der Filmproduktion noch sehr altmodisch, so Queisser. Sein Unternehmen Cinelytic bietet die Aufbereitung von großen Datensätzen, um abzuschätzen, ob sich eine Investition in einen Film lohnt und ob das Budget dafür sinnvoll kalkuliert wurde. Auch Aussagen über die richtige Vermarktung und den Zeitpunkt der Veröffentlichung lassen sich so treffen. Dafür greift das Programm auf Daten zu über 550.000 Filmschaffenden und 90.000 Filmen zu.
sueddeutsche.de

ZITAT

“KI klingt für viele nach einem Hype-Wort und nach Projekt-investitionen mit unsicherem Outcome. Dieser Mix lässt den Mittelstand zögern”
Dr. Daniel Gburek, Solution Manager Data & Analytics beim IT-Dienstleister Cosmo Consult Group, über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Mittelstand.
it-zoom.de

UNGEKÜNSTELT

EU-Fördergelder für KI-Lösungen gegen Corona: Mit einem “Emergency Call” sucht die EU nach KI- und Robotik-Lösungen, die das Coronavirus bekämpfen können. Das Programm wird mit 5 Millionen Euro finanziert. Pro angenommenen Vorschlag stehen bis zu 100.000 Euro bereit. Einige Vorschläge, die eingereicht wurden, beschäftigen sich mit der KI-basierte Detektion von Falschmeldungen oder Kamerasystemen, die den Mindestabstand zwischen den Kunden an der Supermarktkasse überwachen sollen.
heise.de

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