KW 19: Bundesregierung plant KI-Offensive, Google-Mitgründer warnt vor KI, Facebook nutzt Crowdsourcing für KI-Training


2 Wochen ago

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Bundesregierung plant KI-Offensive
Führende Wissenschaftler warnen bereits seit längerem, Europa würde im Bereich des maschinellen Lernens den Anschluss verlieren. Diese Bedenken teilt Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) nicht, dennoch kündigte sie am Wochenende einen KI-Aktionsplan an. „Wir werden bei KI eine ordentliche Schippe drauflegen,“ so die Ministerin. Angedacht seien etwa neue Clusterstrukturen und weitere KI-Professuren, zudem habe sie gerade vier neue Forschungszentren ins Leben gerufen, die sich mit maschinellem Lernen befassen werden. In zwei Wochen sollen weitere konkrete Schritte bestimmt werden. Und auch bei einem Treffen im Kanzleramt, bei dem Mitte Mai Wissenschaft und Wirtschaft zusammen kommen, soll es um die Bündelung von Kompetenzen im KI-Bereich gehen. Doch auch was die gesellschaftliche Akzeptanz und ethischen Regeln für die Technologie angeht, will Karliczek die Entwicklung voran treiben: „Diese Regeln müssen wir uns jetzt erst gemeinsam geben, damit nicht Dinge aus dem Ruder laufen. Es ist immer noch die Maschine für den Menschen da und nicht umgekehrt.“
reuters.com

Google-Mitgründer warnt vor KI
Im jährlichen Founders Letter an die Google-Investoren strich der Mitbegründer Sergey Brin dieses Jahr die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz heraus, und bezeichnete die Technologie als die bedeutendste Erfindung die er bislang miterlebt habe. Allerdings betonte der Alphabet-Präsident auch die Verantwortung und Risiken, die mit der Technik einhergehen. Unter anderen gäbe es noch viel ungeklärte Fragen, etwa was die technologische Entwicklung für die Zukunft von vielen Arbeitsplätzen bedeutet. Auch ist bislang unklar, in wie weit Künstliche Intelligenz fair entscheiden kann, und was solche Werte für das System überhaupt bedeuten. Ingesamt könne noch nicht abgeschätzt werden, wie sicher KI ist. Und dennoch sieht Brin Googles Mutter-Unternehmen Alphabet „technologisch und ethisch als KI-Marktführer“, und ist sich sicher: „Ich erwarte, dass sich maschinelles Lernen schnell weiterentwickelt.“
wired.de, vrodo.de

Facebook nutzt Crowdsourcing für KI-Training
Technikchef Mike Schroepfer gab auf der Facebook Entwicklerkonferenz bekannt, dass das Unternehmen seine künstliche Intelligenz mit Hilfe der eigenen User trainiere. Normalerweise müssen Fotos mühsam von Menschen durchgesehen und beschriftet werden, damit das System lernen kann, was es sieht. Facebook aber nutzt Instagram-Fotos, die die User bereits mit beschreibenden Hashtags versehen haben. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen so Zugriff auf 3,5 Milliarden Bilder mit etwa 17.000 Hashtags. Und das Konzept geht auf: Beim Bildanalyse-Standardtest ImageNe kann die Facebook-KI den bisher bestehenden Bestwert um ganze zwei Prozentpunkte schlagen. Auf Facebook soll das System eingesetzt werden, um „unerwünschte Inhalte zu erkennen und bei der Moderation unterstützen“.
vrodo.de

KI soll Kriegsverbrechen aufklären
Auf der Digitalkonferenz re:publica in Berlin stellten Menschenrechtler eine neue Software namens „VFrame“ vor, die Videos aus dem Syrienkonflikt auf Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverstöße untersuchen soll. Hadi Katib, Gründer des „Syrian Archive“ erklärt, das System könne „in Videos verdächtige Objekte identifizieren und Metadaten auslesen, die bei der Verifikation der Aufnahmen helfen“. Seine Organisation sammelt privates Video- und Bildmaterial des Syrienkrieges aus öffentlichen Quellen wie etwa Social-Media-Plattformen, und wertet sie aus. Der Algorithmus von VFrame ist darauf trainiert, abgebildete Munition zu erkennen, und etwa auch festzustellen, ob diese verdreckt oder beschädig ist. Zudem kann das System bei der Verifikation des Materials helfen. Allerdings werfen die Menschenrechtler Plattformen wie Google oder YouTube vor, beim Versuch extremistische Inhalte zu entfernen, auch massenhaft Beweise für Menschenrechtsverletzungen zu vernichten.
heise.de

Studie: KI im Gesundheitswesen akzeptiert
Aus einer Studie, für die SAS 500 Teilnehmer befragte, geht hervor, dass die Verbraucher dem Einsatz von KI im Gesundheitswesen positiv gegenüber stehen, in anderen Branchen aber kritisch bleiben. Den Befragten wurden dafür verschiedene, realistische Anwendungsszenarien vorgestellt, die sie bewerten sollten. Mehr als die Hälfte der über 40-Jährigen, und immerhin 40 Prozent der jüngeren Teilnehmer sind demnach damit einverstanden, dass KI im Operationssaal assistiert. Auch Gesundheits-Daten von Wearable wie Fitbit oder Apple Watch teilen die meisten bereitwillig. Im Finanzwesen sinkt die Akzeptanz hingegen, lediglich zum Abwehren von Betrügern stimmt eine Mehrheit dem Einsatz der Technologie zu. Am unbeliebtesten ist KI jedoch im Handel: Standort- oder Zahlungsdaten teilen die meisten Verbraucher nur ungern. David Tareen, Marketing Manager für KI bei SAS, erklärt: „Verbraucher empfinden KI-Technologien positiver, wenn Vorteile dadurch entstehen.“
monitor.at

Geldanlagen: KI im Finanzsektor dasinvestment.com
AI-Chips: China will dank Cambricon unabhängig werden elektroniknet.de
Medizinbranche: KI-Revolution im Gesundheitswesen capital.de
China: KI zur Bürger-Überwachung morgenpost.de

ZAHL

89 Prozent der Deutschen befürworten den Einsatz von KI im Straßenverkehr, um einen besseren Verkehrsfluss zu gewährleisten. Das geht aus einer Bevölkerungsumfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervor.
springerprofessional.de

ZITAT

Es ist nicht nur ein Hype – es ist gefährlich.
Whistleblowerin Chelsea Manning warnt auf der re:publica 18 in Berlin vor der künstlichen Intelligenz.
wired.de

UNGEKÜNSTELT

„Emoji Scavenger Hunt“: Googles neues KI-Browser-Game
Das neue Smartphone-Browser-Spiel von Google zeigt jeweils ein Emoji an, dem der Spieler das entsprechende reale Objekt zuordnen muss. Zwanzig Sekunden Zeit hat man, um per Kamera etwa einen Rucksack, einen Laptop, oder einen Daumen hoch einzufangen. Das Unternehmen bezeichnet das Game als „Experiment“, denn perfekt funktioniert die Bilderkennung wahrlich noch nicht. Technisch basiert die Browser-App auf Googles Tensorflow, „einer Open-Source-Programmbibliothek für Künstliche Intelligenz, die speziell für die Bildverarbeitung geeignet ist“. Sie ist beispielsweise auch die Grundlage für die bekannten „Deepfake“-Videos. Per Smartphone kann „Emoji Scavenger Hunt“ direkt hier ausprobiert werden: emojiscavengerhunt.withgoogle.com
vrodo.de