KW 20: Zweifel an neuer Gesichtserkennungssoftware, KI könnte Coronavirus erkennen, Banken und Versicherungsbranche nutzen KI bisher selten

NACHRICHTEN

Zweifel an neuer Gesichtserkennungssoftware: An der Universität Harrisburg in den USA wurde eine neue Gesichtserkennung entwickelt, mit der Kriminelle anhand ihrer Gesichtszüge erkannt werden sollen. Die Entwickler geben an, dass es sich um eine sehr genaue Künstliche Intelligenz handelt, die die Erkennung ermöglicht. Allerdings bestehen Zweifel an den Ergebnissen der Privatuniversität. Bisherige Gesichtserkennungssoftwares haben gravierende Mängel und sind bei unterschiedlichen Geschlechtern und ethnischen Hintergründen besonders Fehleranfällig. Die Harrisburg-Universität soll ihren Kritikern zufolge unwissenschaftlich bei der Entwicklung des Gesichtsalgorithmus vorgegangen sein.
mixed.de

Künstliche Intelligenz könnte Coronavirus erkennen: Um die Corona-Pandemie einzudämmen, wird vermehrt auf Rachenabstriche für Tests gesetzt. Allerdings gibt es auch eine andere Möglichkeit eine Infektion zu erkennen: die Analyse des Lungengewebes mittels Thorax-CT. Dabei werden Bilder von der Lunge analysiert – Künstliche Intelligenz soll eine genauere Trefferquote als Fachärzte haben, zudem sollen Deep-Learning-Systeme bereits frühzeitige Erscheinungen des Coronavirus erkennen. Allerdings ist die Entwicklung eines entsprechenden Algorithmus problematisch, da dafür viele Daten benötigt werden. Der Datenschutz ist allerdings insbesondere für sensible Gesundheitsdaten besonders hoch und in jedem Land unterschiedlich.
t3n.de

Banken und Versicherungsbranche nutzen KI bisher selten: Die Beratungsgesellschaft PwC hat analysiert, wie weit der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Banken- und Versicherungswesen vorangeschritten ist. Das Ergebnis ist ernüchternd – im Wirtschaftszweig gibt es wenig akkumulierte Kompetenz und auch wenige Daten wurden bisher erhoben. PwC rät daher zu großen Investitionen in dem Bereich, um die Banken und Versicherer wettbewerbsfähiger und effizienter zu machen.
handelsblatt.com

EU-Debatte um KI-Haftung: Die Europäische Kommission möchte klare Richtlinien für Künstliche Intelligenz haben – sie sollen auch Haftungsfragen berühren, die beispielsweise bei Unfällen mit KI-betriebenen Fahrzeugen und Drohnen entstehen können. Der CDU-Politiker Axel Voss fordert, dass Hochrisiko-IT privat versichert werden muss, damit Schäden nicht durch die öffentliche Hand ausgeglichen werden müssen. Dieser Vorschlag ist Teil des Berichts, der von Rechtspolitikern vorgelegt wurde. Bisher wurde darin die Produkthaftung ausgeklammert.
tagesspiegel.de

Rosen Gruppe erwirbt Anteile am DFKI: Das Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) arbeitet seit Jahren mit der Rosen Gruppe zusammen. Diese stellt Inspektionsgeräte für Pipelines her und hat nun Gesellschaftsanteile vom DFKI erworben, sodass beide Partner ihre Zusammenarbeit fortsetzen können. Für die Geräte des Industrieunternehmens spielen Robotik und Künstliche Intelligenz eine zunehmende Rolle. Antonio Krüger, CEO und technisch-wissenschaftlicher Geschäftsführer des DFKI, kommentierte die Kooperation: „Mit der Rosen Gruppe als neuem DFKI-Gesellschafter erschließen sich enorme Umsetzungspotentiale für die Methoden der Künstlichen Intelligenz, die wir in der Forschung und der Projektzusammenarbeit entwickeln“.
industrie.de

US-Militär investiert in KI-Systeme: Die Forschungseinrichtung des US-Verteidigungsministeriums DARPA investiert zwischen 2018 und 2023 zwei Milliarden US-Dollar in diverse KI-Systeme für die moderne Kriegsführung. An einem Projekt sind unter anderem Tech-Riese Intel und das Georgia Institute of Technology beteiligt. Die Bandbreite der Forschungsarbeit ist groß: es wird sowohl in Verteidigungssysteme investiert, die beispielsweise erkennen sollen, ob sie es mit Deep Fakes zu tun haben, als auch in die Forschung. Zusätzlich sollen KI-Systeme für den Einsatz fähig sein sich an ihre Umgebung anzupassen. Diese sollen beispielsweise Hinterhalte erkennen, wenn Straßen oder das direkte Umfeld nicht in das gängige Muster passen.
mixed.de

AIOps: Künstliche Intelligenz statt Handarbeit storage-insider.de
Freiheit: Mit KI zu einer neuen Gesellschaftsform industry-of-things.de
Forschung: Künstliche Intelligenz in der realen Welt: „Man muss die Menschen stärker mitnehmen“ handelsblatt.com
Energie: Künstliche Intelligenz findet Fehler in EEG-Anträgen energie-und-management.de
Ethik: Was darf künstliche Intelligenz? sn.at

ZAHL DER WOCHE

Laut einer Microsoft Studie sind knapp 92 Prozent der Arbeitnehmer im internationalen Vergleich motiviert mit KI zu arbeiten – in Deutschland sind es lediglich 76 Prozent.
netzpalaver.de

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Das Coronavirus schränkt unser soziales Leben ein – richtigerweise müssen Menschen vor lebensgefährlichen Infektionen geschützt werden. Wenn Begegnungsräume nicht mehr erreichbar sind, verlieren wir Möglichkeiten zum Austausch und Lernen. Wer nach Verbindung sucht, nutzt digitale Alternativen. Wir unterstützen dabei, Begegnungen online zu schaffen – mit Veranstaltungsstreams können Sie die wichtigen menschlichen Verbindungen dennoch knüpfen.
livestreaming-berlin.tv

HINTERGRUND

China will KI-Führung – ist das realistisch? Die chinesische Regierung hat angekündigt bis 2030 die weltweite Führung in der Entwicklung und im Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu erreichen. Ob dies tatsächlich gelingt, ist jedoch fraglich. Das International Development Research Centre (IDRC) hat in seinem AI Readiness Index ermittelt, dass Singapur, die USA, Großbritannien und Deutschland auf den vorderen vier Plätzen liegen – China ist bisher auf Platz 11. Allerdings investiert die Regierung massiv in KI-Entwicklung und damit verringert sich der Abstand zur bisherigen KI-Führung. Neue Startups werden gegründet, die Entwicklung forciert. Doch ob es qualitative Ergebnisse gibt, ist ungewiss. Dennoch ist das Tempo Chinas beachtlich – ein Grund die Trends in der Volksrepublik zu beobachten.
t3n.de

Auf welche Art Künstliche Intelligenz in der Wirtschaft angekommen ist: Die Potenziale von Künstlicher Intelligenz für die Business- und Industriewelt werden immer wieder unterstrichen, doch wie weit die Implementierung bisher gekommen ist, hat die Software-Unternehmen BSI sowie ai-zurich untersucht. Am häufigsten wird Künstliche Intelligenz ihrer Analyse zufolge für Automatisierung und Personalisierung genutzt. Allerdings nur in bestimmten Prozessen – der Marketing-Bereich ist bisher nicht automatisiert worden. Große Hoffnungen – wenn auch noch nicht umgesetzt – gibt es für den Bereich Arbeit. Neun von zehn glauben, dass Künstliche Intelligenz ihre Arbeit erleichtern wird.
onetoone.de

PROJEKT DER WOCHE

Künstliche Intelligenz gegen Migräne: Norwegische Forscher haben eine App entwickelt, mit der Menschen, die an Migräne leiden können, lernen Kontrolle über neurologische Impulse zu gewinnen. Die Künstliche Intelligenz erkennt mithilfe von Sensoren, wenn sich Werte wie Herzfrequenz oder Muskelanspannung verändern. Diese geben Hinweise auf eine beginnende Migräne, bevor die Symptome tatsächlich ausgebrochen sind. Nutzer der App lernen in einem täglichen zehnminütigen Spiel darauf zu achten, wenn neurologische Impulse ihren Körper beeinflussen und sich zu entspannen – dies soll die Migräne lindern.
innovationorigins.com

ZITAT

“Wie es aussieht, wird der Mensch auf dem Feld der Kreativität so schnell also keine künstlich intelligente Konkurrenz bekommen.”
Autorin Anastassia Lauterbach zweifelt and er kreativen Schaffenskraft der Künstlichen Intelligenz.
wiwo.de

UNGEKÜNSTELT

Kameras sollen Abstandsregeln in Cannes überwachen: Moderne KI-gestützte Kamerasysteme sind imstande Abstände zwischen Menschen zu erfassen. Im französischen Cannes sollen diese mit Beginn der Lockerungen der Corona-Ausgangsbeschränkungen zum Einsatz kommen. Zusätzlich soll erkannt werden, ob die Menschen einen Mundschutz tragen. Zwar versichert der Betreiber der KI-Kameras, dass keine Daten gespeichert, sondern nur anonymisiert verarbeitet werden – Datenschützer schlagen dennoch Alarm und befürchten Massenüberwachung.
krone.at

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