KW 26: KI hat Probleme mit der Erkennung von Frauen und Nicht-Weißen, KI wird vielfach gegen Corona eingesetzt, KI für Umweltschutz

NACHRICHTEN

KI hat Probleme mit der Erkennung von Frauen und Nicht-Weißen: Gesichtserkennung mittels Künstlicher Intelligenz wird fortlaufend für Prozesse wie Recruiting oder sogar der Strafverfolgung wie im Fall der USA eingesetzt. Allerdings seien neuronale Netze bisher noch nicht zuverlässig, erklärt Dr. Thomas Schmid, Informatiker an der Universität aus Leipzig. Weil die Datenmenge ausschlaggebend dafür sei, was die KI lernt, fällt es auf, dass sie am besten bei weißen, hellhäutigen Männern funktioniere. Die Fehlerquote für Frauen sowie Menschen mit einer nicht-weißen Hautfarbe seien merklich. IBM hat mittlerweile angekündigt seine KI-basierte Gesichtserkennung zurückzuziehen, weil die Fehlerquote für Nicht-Weiße so hoch sei. Auch Amazon hat festgestellt, dass Frauen in Bewerbungsprozessen von der KI schlechter eingestuft wurden, sobald ihr Geschlecht als weiblich eingetragen war.
mdr.de

Künstliche Intelligenz hilft beim Recycling: Die Software Redwave Mate kann auf Recycling-Anlagen dabei helfen, Prozesse zu optimieren. Dabei können der Materialfluss sowie die Kapazitäten ständig verfolgt werden. Die Informationen werden auf einer digitalen Plattform zusammengetragen und sind auch von mobilen Endgeräten abrufbar. Dies soll auch die Sicherheit erhöhen, da die Kommunikation zwischen den Maschinen transparent gestaltet wird. Mit Künstlicher Intelligenz kann das Recycling effizienter und schneller ablaufen.
recyclingmagazin.de

KI wird vielfach gegen Corona eingesetzt: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie kommt Künstliche Intelligenz an unterschiedlichen Stellen zum Einsatz: zum einen wird mit KI an einem Impfstoff gearbeitet. Aus anderen Medikamentenentwicklungen wissen Forscher, dass die Suche nach einem passenden Impfstoff stark verkürzt werden kann unter dem Einsatz von KI – im Wettlauf gegen die Zeit soll der technische Fortschritt bei der Pandemie helfen. Zum anderen werden KI-Systeme in der Diagnostik genutzt, da bei CT-Bildern von betroffenen Lungen der Krankheitsverlauf festgestellt sowie die Behandlungsmethode angepasst werden kann. Grundsätzlich bieten KI-Systeme die Möglichkeit Pandemien frühzeitig zu erkennen. Das kanadische System BlueDot warnte bereits Ende Dezember 2019 vor einer potenziellen Corona-Seuche.
netzpiloten.de

Sexistische Suchergebnisse auch bei KI-Systemen: Forscher der Universität Linz und der Human-centered AI Gruppe des Linz Institute of Technology haben Deep-Learning-Suchergebnisse nach einem Geschlechter-Bias untersucht. Dabei wurden geschlechtsneutrale Suchbegriffe gewählt und die Treffer ausgewertet. Frauen wurden beispielsweise mit dem Attribut “schön” häufiger in Verbindung gebracht, genauso mit dem Wort “Nurse”, das im Englischen geschlechtsneutral für eine Pflegekraft steht. Männer hingegen wurden priorisiert bei Suchworten wie CEO angezeigt. Dies hänge mit verwandten Suchbegriffen zusammen, die von Menschen eingegeben werden. Die Künstliche Intelligenz lernt somit die Stereotype der Nutzer zu reproduzieren.
science.orf.at

KI für Umweltschutz: Im vergangenen Jahr hat das Umweltministerium die Initiative “KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen” gestartet – die ersten geförderten Projekte nehmen nun ihre Arbeit auf. Unter anderem ziele Projekte auf die Mobilitätstransformation ab, aber auch auf die Rettung der Wälder. Künstliche Intelligenz könne analysieren, wie die Wälder umgestaltet werden müssen, um die Herausforderungen durch den Klimawandel zu überstehen. Umweltministerin Svenja Schulze sieht in der Künstlichen Intelligenz großes Potenzial, um die Folgen des Klimawandels abzufedern.
iwr.de

Podcast: Wie schlau ist künstliche Intelligenz heute wirklich? manager-magazin.de
Wirtschaftsforschung: Professor Algorithmus wiwo.de
Assistenzsysteme: Künstliche Intelligenz im Lkw eurotransport.de
Verwaltung: R+V digitalisiert das Kunden-Management cio.de

ZAHL DER WOCHE

Nur sechs Prozent der kleinen und mittelständischen Betriebe nutzen laut Bitdom-Umfrage Künstliche Intelligenz in Geschäftsprozessen.
karriere.de

HINTERGRUND

Philosoph Richard David Precht fordert Grenzen in KI-Debatte: Der prominente Philosoph Richard David Precht warnt davor, dass ein falsches Verständnis von menschlicher Intelligenz der Standard für die Künstliche Intelligenz angelegt wird. Menschen seien komplex und von Emotionen bestimmt, die Rationalität und Lösungskompetenz sei oftmals überbewertet. In der Debatte neige man dazu, das Verständnis von Menschen an Maschinen anzunähern und umgekehrt, jedoch sei es notwendig klare Grenzen zu ziehen. Der Philosoph fordert, dass diese Grenzen auch straffgezogen werden, wenn es darum geht Maschinen Verantwortung zu übertragen.
deutschlandfunkkultur.de

Wo Künstliche Intelligenz in der Finanzbranche eingesetzt werden kann: Künstliche Intelligenz ist für viele Anwendungsgebiete geeignet. So auch für die Finanzbranche, die bisher zögerlich reagiert hat. Allerdings prognostiziert Prof. Dr. Peter Fettke, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität des Saarlandes, dass es zu einer höheren Akzeptanz der Technologie in naher Zukunft kommen wird. Dabei kann die Branche von Sprachassistenzen profitieren, um die Kundenbetreuung zu optimieren. Auch bei komplexen Vorgängen wie der Anlageberatung kann Künstliche Intelligenz zuverlässige Informationen bieten. Darüber hinaus kann die Effizienz der Branche gesteigert werden, um automatisch Fälle zu bearbeiten und Belege digital zu lesen und zu sortieren. Künstliche Intelligenz könne zwar keine menschliche Betreuung ersetzen, der Experte sieht allerdings insbesondere die Tätigkeiten, in denen große Datenmengen in repetitiven Vorgängen abgearbeitet werden, als Bereiche an, in denen es zu merklichen Verbesserungen durch die Implementierung der Technologie kommen könne.
geldinstitute.de

PROJEKT DER WOCHE

Fujitsu entwickelt KI für Handhygiene: Der japanische Technologiekonzern Fujitsu hat ein System entwickelt, das erkennen soll, ob Menschen ihre Hände gründlich gewaschen haben. Eine Kamera analysiert, ob die Handbewegungen beim Waschen ausreichend waren und ob Seife benutzt wurde. Das System soll bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zum Einsatz kommen und insbesondere in Unternehmen helfen, in denen es einen regen Kundenkontakt gibt. Das Unternehmen müsse noch darüber entscheiden ob die neue KI am Markt erhältlich sein soll. Insbesondere in der Gastronomie gäbe es großes Interesse daran.
spiegel.de

ZITAT

“Es bestünde die Möglichkeit, anhand der CT- oder Röntgenaufnahmen zu erkennen, in welchem Stadium sich die Krankheit aktuell befindet. So könnte man direkt die richtigen Hilfsmaßnahmen einleiten.”
Maryellen Giger, Professorin für Radiologie an der Uni in Chicago, erklärt auf welche Weise Künstliche Intelligenz im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt werden könnte.
noizz.de

UNGEKÜNSTELT

Künstliche Intelligenz kann von Ameisen lernen: Forscher haben das Verhalten von Ameisen studiert und sehen darin mögliche Lehren für die Künstliche Intelligenz. Ameisen würden bei vermeintlich unsystematischen Wanderungen Duftstoffe hinterlassen, die als Kommunikationsmittel dienen. Auf diese Weise würde Arbeiterameisen die Futtersuche organisieren. Das Verhalten der organisieren Futtersuche solle auch für Künstliche Intelligenz nutzbar gemacht werden – Systeme sollen lernen untereinander zielgerichtet zu kommunizieren.
sueddeutsche.de

Newsletter anmelden

Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter an. Sie erhalten jede Woche den kompakten Digest mit dem wichtigsten Themen zu Künstlicher Intelligenz:

AI-Ticker

Weitere Digibriefings

Unsere Politbriefings