KW 3: KI-App checkt, ob Menschen Gesichtsmasken tragen, Frontex nutzt KI zur besseren Überwachung der Meere, Wirtschaftsministerium gibt zehn Millionen Euro für Forschungsprojekt zur künstlichen Intelligenz im Finanzsektor

NACHRICHTEN

KI-App checkt, ob Menschen Gesichtsmasken tragen: Bald ein Jahr im Umgang mit der Corona-Pandemie haben immer noch nicht gereicht, um allen Menschen das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in der Öffentlichkeit plausibel erscheinen zu lassen – obwohl genügend Untersuchungen die verhängnisvolle Ausbreitung von Aerosolen in geschlossenen Räumen aufzeigen. Das belgische Unternehmen ML6, spezialisiert auf die Themen künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, hat nun die Entwicklung einer App bekannt gegeben, die das Tragen von Gesichtsmasken erkennen kann. Sie soll Unternehmen und ihren Mitarbeitern dabei helfen, den Überblick über eine Menschenmenge zu behalten, für die das Tragen einer Maske obligatorisch ist. Dafür ist eine Kamera notwendig, die den gesamten Raum einsehen kann und die erkannten Daten an einen Computer weiterleitet. ML6 hat den Code und die Gebrauchsanweisung zunächst kostenlos zur Verfügung gestellt.
innovationorigins.com

Frontex nutzt KI zur besseren Überwachung der Meere: Die europäische Grenzschutzagentur Frontex will mithilfe einer KI-basierten Plattform vermeintlich irreguläre Aktivitäten auf den die EU umgebenden Meeren effizienter überwachen. Dabei arbeitet Frontex mit der israelischen Firma Windward zusammen. Diese stellt den Grenzschützern eine Software zur „maritimen Analyse“ zur Verfügung, die mittels KI-Einsatz verdächtige Aktivitäten auf See erkennen könne. Windrad wirbt für die Software mit dem Slogan „Fangen Sie die Bösewichte auf See“. Frontex verlautbarte, die Anwendung zur Bekämpfung und Verhinderung von unerwünschter Migration und grenzüberschreitender Kriminalität sowie Terrorismus einsetzen zu wollen.
netzpolitik.org

Wirtschaftsministerium gibt zehn Millionen Euro für Forschungsprojekt zur künstlichen Intelligenz im Finanzsektor: Mit einer Summe in Höhe von zehn Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein Forschungsprojekt zu den Vorteilen von KI für datengetriebene Geschäftsmodelle im Finanzsektor. Für das „Financial Big Data Cluster“ zeichnen das Fraunhofer Institutfür Materialfluss und Logistik und elf Partner verantwortlich. Es handele sich dabei um das erste Forschungsprojekt seiner Art in Europa und soll datengetriebene Geschäftsmodelle im Finanzsektor europaweit vereinfachen, in dem es traditionellen Finanzinstituten, Start-ups, öffentlichen Akteuren, aber auch Forschungseinrichtungen den Zugang zu relevanten Finanzmarktdaten ermögliche. Darüber hinaus ist es Teil des BMWi-Innovationswettbewerbs „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“.
logistik-heute.de

– Anzeige –
Home-Office und Arbeitsrecht während der Pandemie – Kraft des Faktischen schlägt rechtliche Vorgaben?: Was lange Zeit unmöglich schien, ist durch die Pandemie nun millionenfache Selbstverständlichkeit geworden: Arbeiten im Home-Office. Doch auch wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich überwiegend an die neuen Begebenheiten gewöhnt haben, bleiben eine Vielzahl rechtlicher Fragen offen: Können Arbeitnehmer zum Arbeiten von Zuhause gezwungen werden? Wer muss für Arbeitsmittel und Gesundheitsschutz aufkommen? Und welche Vorgaben gibt es beim Datenschutz im Home-Office? Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe ETL klärt über diese und weitere Fragen auf.
youtube.com

KI-Forscher bauen Roboter mit „Schimmer von Empathie“: Forscher der renommierten Columbia University in New York haben einen Roboter entwickelt, der das Verhalten eines „Artgenossen“ vorhersagen könne. Dies sei nach Ansicht der Entwickler als eine Vorstufe der sogenannten „Theory of Mind“ interpretierbar, also der Fähigkeit, sich empathisch in andere Wesen hineinzuversetzen. Dafür beobachte der „emphatische“ Roboter einen anderen aus der Vogelperspektive und versuche, anhand aufgezeichneter und abgesicherter Bilder dessen nächste Handlung zu prognostizieren. Angetrieben wird der Beobachter-Roboter von einem neuronalen Netz, in das zu Trainingszwecken 2.400 Input-Output-Videoschnipsel eingespeist wurden. So sei eine Prognosegenauigkeit von bis zu 96 Prozent erreichbar.
mixed.de

Max-Planck-Forscher: superintelligente KI vom Menschen nicht mehr kontrollierbar: Forscher der Max-Planck-Gesellschaft haben in einer Studie die Kontrollfähigkeit des Menschen von superintelligenten Künstlichen Intelligenz-Systemen untersucht. Dafür entwickelten die Wissenschaftler einen theoretischen Algorithmus, der in der Lage sein sollte, eine superintelligente KI zu kontrollieren. Als eine solche gelten Künstliche Intelligenzen, welche die Durchführung einer bestimmten Aufgabe erlernt haben, ohne dass die Programmierer dabei genau verstehen, wie. In der Studie wollten die Max-Planck-Forscher nun herausfinden, ob der Super-KI ethische Regeln vermittelt werden könnten. Das Ergebnis der Untersuchung: Es sei auf dem aktuellen Stand der Computerwissenschaft nicht möglich, eine superintelligente KI durch einen Algorithmus zu überwachen.
businessinsider.de

Projekt Everst: Entwicklung einer universellen europäischen KI-Plattform beginnt: Europas erste universelle KI-Plattform Everst steht in den Startlöchern. In der vergangenen Woche begann das Projekt unter Federführung von IBM Research und der Universität Politecnico Di Milano sowie dem slowakischen Softwarespezialist Sygic. Mit der KI-Plattform sollen zum Beispiel die Entwicklung von Lösungsansätzen für nachhaltige Energie, kohlenstoffarme Wirtschaft oder intelligenten Stadtverkehr vorangetrieben werden. Bei den Entwicklern herrscht die Hoffnung, Everst könne am Ende sogar mit Konkurrenten wie Google Cloud, Microsoft Azure oder den Amazon Web Services (AWS) mithalten. Das Projekt ist zunächst für drei Jahre konzipiert und soll in Kooperation von Wissenschaftlern und IT-Experten stattfinden.
bigdata-insider.de

Science-Fiction: Die Zukunft von KI mit Sci-Fi-Filmen erklärt bbntimes.com
Mona: sprachgesteuertes Assistenzsystem für Intensivstationen vereint Telemedizin und Künstliche Intelligenz kma-online.de
Täuschung: Student reicht KI-gestützten Text ein, der nicht von menschengemachten Texten unterscheidbar ist wired.com
Business: KI als riskante Billionen-Chance für Banken und Finanzinstitute handelsblatt.com
Investition: Johnson & Johnson mit 83 Millionen US-Dollar für KI-Start-up Paige handelsblatt.com

– Anzeige –
Erreichen Sie Ihre Zielgruppe mit modernen Videoformaten ohne großen Aufwand: Nutzen Sie unser Studio im Herzen von Berlin-Mitte. Wir bieten ein technisches Rundum-Paket, erfahrene Produzenten und ein hochwertiges Regie-Equipment. Ob Diskussionsrunde, Social-Media-Posts oder Livestreams – wir stellen Ihnen unser Studio, unsere Expertise und unser Team von der ersten Idee bis zur Postproduktion zu attraktiven Konditionen zur Verfügung.
novalis.studio

ZAHL DER WOCHE

Durch die weltweite Explosion der Datenmengen im vergangenen Jahrzehnt werden bis 2025 rund 175 Zettabytes an Daten angesammelt worden sein.
it-zoom.de

HINTERGRUND

KI gegen Benachteiligungen bei Brustkrebs-Diagnostik: Wissenschaftlerinnen der Harvard Medical School und des MIT Institute of Medical Engineering & Science haben ein Deep-Learning-Modell entwickelt, welches das Brustkrebsrisiko einer Frau ausschließlich mithilfe ihres Mammogramms vorhersagen soll. Wie Constance Lehman, Professorin für Radiologie an der Harvard Medical School, erläutert, erziele ein rein bildbasierter Ansatz bessere Ergebnisse als andere Modelle und fördere zudem die Gleichbehandlung der Frauen aller ethnischen Gruppen. Somit könne KI dabei helfen, Benachteiligungen und Voreingenommenheiten in der Gesundheitsversorgung zu erkennen und zu bekämpfen. Das von den Forscherinnen entwickelte DL-Modell gewinnt Informationen aus allen vier Aufnahmen einer Standardmammografie und ermittelt darüber Risikofaktoren von Krebs. Außerdem könne es die Entstehungswahrscheinlichkeit von Brustkrebs innerhalb eines Jahres bei einer Frau vorhersagen.
healthcare-in-europe.com

Mythos Allmacht bei Künstlicher Intelligenz: Die vom Menschen entwickelten Algorithmen werden sich eines Tages gegen den Menschen richten und die Kontrolle über die Welt übernehmen – das aus Science Fiction bekannte Szenario hält sich hartnäckig als schauderhaftes und gleichzeitig aufregendes Zukunftsszenario. Bei Prognosen dieser Art handelt es sich Klassischerweise um Mythen, also Erzählungen, mit denen Menschen sich dem „Absolutismus der Wirklichkeit“ (Blumenberg) entziehen, indem sie ihm einen tieferen Sinn verleihen. Die NZZ ist verschiedenen populären Endzeit-Mythen über KI auf die Spur gegangen und kommt zu dem Ergebnis: Selbst wenn eines Tages der Zustand erreicht wäre, dass die Künstliche Intelligenz alle menschlichen Intelligenzleistungen übertreffen würde, wir würden es nicht einmal bemerken. Er könne also schon längst eingetroffen sein, was wiederum dem Mythos seine Kraft nehme. Schließlich verliere das größte Schreckensszenario seine Wucht, wenn sein Eintreten von der Gesellschaft nicht einmal bemerkt würde.
nzz.ch

– Anzeige –
Safety and Security: Datenhack bei Parler, Nutzeransturm bei Signal und Threema, Darknet-Plattform DarkMarket geschlossen safety-security-ticker.net
Smartlife: Beta-Version des Apple Car, Luftreiniger im Einsatz gegen Corona, Weniger Smart Home-Nutzung in Deutschland smartlife-ticker.net
IoT: Apple Car könnte ab 2024 von Hyundai in Amerika gebaut werden, IoT als Antreiber der Energiewende iot-ticker.net
Blockchain: EZB-Chefin Lagarde fordert weltweite Regulierung von Kryptowährungen, Britische Aufsichtsbehörde warnt vor Bitcoin-Kursverfall blockchain-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

TÜV-Unternehmen gründen Entwicklungslabor für Künstliche Intelligenz: Der Verband der TÜV-Unternehmen (VdTÜV) hat die Gründung eines AI Lab bekannt gegeben. So sollen KI-Anwendungen sicherer gemacht und ihre Nutzung in sicherheitsrelevanten Bereichen attraktiver werden, äußerte der Präsident des TÜV-Verbands Dr. Dirk Stenkamp. Durch die Entwicklung geeigneter Prüfverfahren werde es attraktiver, KI-Systeme in automatisierten Fahrzeugen, Assistenzsystemen, in der Medizin oder bei mobilen Robotern einzusetzen. Rückenwind für das Projekt erhält der VdTÜV aus der deutschen Wirtschaft. Dort seien laut einer repräsentativen TÜV-Studie 87 Prozent der Unternehmen ab 50 Mitarbeitern überzeugt, dass KI-Anwendungen in Abhängigkeit von ihrem Risiko eine verbindliche Regulierung benötigten.
com-magazin.de

ZITAT

„Bricht man das Problem auf einfache Grundregeln aus der theoretischen Informatik herunter, zeigt sich, dass ein Algorithmus, der einer KI befehlen würde, die Welt nicht zu zerstören, sich womöglich aufhängen würde. Man wüsste dann nicht, ob der Algorithmus die Bedrohung noch analysiert oder ob er aufgehört hat, die schädliche KI einzudämmen. Das macht diesen Algorithmus praktisch unbrauchbar“
Iyad Rahwan, Direktor des Forschungsbereichs Mensch und Maschine, über den Stand der Computerwissenschaften bei der Entwicklung eines Algorithmus, der eine superintelligente KI an der Verursachung von Schaden für die Menschheit hindern könnte.
krone.at

UNGEKÜNSTELT

Umstrittener Wissenschaftler will Politische Einstellung am Gesicht erkennen: Es klingt wie ein dystopisches Schreckensszenario: Der Standford-Forscher Michael Kosinski will eine Bildanalyse-KI entwickelt haben, die verlässliche Rückschlüsse auf die politische Haltung eines Menschen ziehen könne. Die Forschung basiert auf einer Stichprobe mit Fotos von 1.085.795 Teilnehmern aus den USA, Großbritannien und Kanada und wurde nun in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Sie weise eine Genauigkeit von 73 Prozent auf. Kosinski ist 2017 für eine ähnliche Studie zur Erkennung von Homosexualität am Gesicht heftig kritisiert worden. Seine Arbeiten teilen wesentliche Ansichten der Pseudowissenschaft Physiognomik, die unter anderem auf rassistischen Zuschreibungen basiert.
mixed.de

Newsletter anmelden

Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter an. Sie erhalten jede Woche den kompakten Digest mit dem wichtigsten Themen zu Künstlicher Intelligenz:

AI-Ticker

Weitere Digibriefings

Unsere Politbriefings