KW 30: KI hilft bei Suche nach Corona-Medikament, Autonom gesteuerte Drohne erstmals schneller als jeder Mensch, KI-Roboter hält Strand in Holland sauber

NACHRICHTEN

KI hilft bei Suche nach Corona-Medikament: Die Arbeitsgruppe von Friedemann Weber vom Institut für Virologie der Universität Gießen konnte zusammen mit Wissenschaftlern aus Großbritannien mittels künstlicher Intelligenz alle Informationen über zelluläre Proteine und Signalwege, die das Coronavirus für seine Vervielfältigung nutzt, sammeln und daraus ein Netzwerk an relevanten SARS-CoV-2-Interaktionen bilden. Ein ebenfalls computergestützter Abgleich mit einer Medikamenten-Datenbank und der Literatur ergab 40 Wirkstoffe, die sich schon in klinischer Testung befinden, sowie 160 neue Kandidaten. „Von den Wirkstoffen, die als besonders gut verträglich bekannt sind, wurden schließlich zwei in Laborexperimenten als hochwirksam gegen SARS-CoV-2 bestätigt“, so Weber.
faz.net

Autonom gesteuerte Drohne erstmals schneller als jeder Mensch: Den Kunstflug und die Landung beherrschen sie autonom schon recht gut, aber wenn es um Geschwindigkeit geht, war beim Steuern von Quadcopter-Drohnen bisher der Mensch einer KI deutlich überlegen. Nun aber haben Forscher an der Universität Zürich (UZH) einen Algorithmus entwickelt, dank dem eine autonom fliegende Drohne erstmals einen Rundkurs schneller absolvierte als von Profi-Drohnenpiloten gesteuerte Geräte. Vor einem kommerziellen Einsatz muss der Algorithmus allerdings rechnerisch noch vereinfacht werden, da der Computer derzeit bis zu einer Stunde braucht, um die schnellstmögliche Flugbahn berechnen. Der Nachweis, dass eine autonome Drohne prinzipiell schneller fliegen kann als menschliche Piloten, ist vielversprechend, so die Forscher. „Dieser Algorithmus kann vielfach angewendet werden, etwa für Paketzustellungen mit Drohnen, für Inspektionen oder für Such- und Rettungsaktionen in Notlagen“, sagt Davide Scaramuzza von der UZH.
derstandard.at

KI-Roboter hält Strand in Holland sauber: Das niederländische Startup Techtics hat einen Roboter entwickelt, der eigenständig Müll vom Strand aufsammelt. „Das System erlernt das Betrachten von Bildern, ähnlich wie ein Kind ein Objekt zum ersten Mal erkennt“, sagt Christian Liensberger, leitender Programm-Manager des Trove-Projekts von Microsoft, das Techtics in der Entwicklung unterstützte. Dank entsprechend trainierter KI und der eingebauten Kameras erkennt der Beachbot Zigarettenkippen, die er dann mithilfe ausfahrbarer Greifarme aufklaubt. Ziel ist es, die Roboter autonom zu machen, indem Techtics auf Solarenergie setzt. Künftig sollen die Roboter zudem auch anderen Müll als nur Zigarettenkippen ausfindig machen.
t3n.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Deutsche Unternehmen wollen riesige Sprach-KI erstellen: Riesige Künstliche Intelligenzen aus Amerika und China beeindrucken gerade Fachleute allerorten durch ihre Fähigkeit, Sprache verstehen und anwenden zu können für vielseitige Aufgaben–und dies auf einem Niveau, das dem menschlichen mitunter entspricht. Wirtschaftlich geht es um ein Milliardengeschäft, technologisch mutmaßlich um einen Durchbruch hin zu KI-Systemen, die eben nicht mehr nur überragend sind in einer hoch spezialisierten Fertigkeit, sondern die tatsächlich über allgemeinere Kompetenzen verfügen. Forscher und Unternehmer in Deutschland wollen dem mit dem Projekt OpenGPT-X etwas Vergleichbares entgegensetzen, in dem konkurrenzfähige KI-Systeme konstruiert und für kleinere Unternehmen leichter zugänglich gemacht werden sollen.
faz.net pay

Mit KI zu neuen Arzneistoffen nach dem Vorbild der Natur: Künstliche Intelligenz kann gezielt die biologische Aktivität von Naturstoffen erkennen, wie Forschende der ETH Zürich gezeigt haben. Darüber hinaus hilft KI, Moleküle zu finden, welche die gleiche Wirkung wie ein Naturstoff haben, aber einfacher in der Herstellung sind. Der Pharmaforschung eröffnen sich damit enorme Möglichkeiten, die auch das Potenzial haben, deren Spielregeln neu zu definieren. Mit KI-Methoden lassen sich auch Alternativen zu den Naturstoffen finden, die gleich wirken, aber wesentlich einfacher und damit günstiger in der Herstellung sind.
netzwoche.ch

Gesichtserkennungsfirma Clearview AI sammelt Millionen Dollar ein: Das New Yorker Start-up Clearview AI hat in seiner jüngsten Finanzierungsrunde 30 Millionen Dollar eingesammelt, AnyVision aus Israel sogar 235 Millionen Dollar. Clearview hat nach eigenen Angaben eine mehr als drei Milliarden Gesichtsfotos umfassende Biometrie-Datenbank aufgebaut, indem sie ungefragt Bilder von öffentlich zugänglichen Social-Media-Profilen, Firmenwebsites und anderen Internetseiten kopiert hat. Ein Entwurf der EU-Kommission zum künftigen Umgang mit künstlicher Intelligenz sieht vor, dass Gesichtserkennung wie die von Clearview unter Umständen erlaubt bleibt. Der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) des EU-Parlaments hat Ende Juni in einer Resolution explizit ein Verbot für europäische Polizeibehörden gefordert, die Dienste der Firma zu nutzen. Mitte September wird das Plenum über diese Resolution abstimmen.
spiegel.de

Machine-Learning: Stimmen klonen mit Hilfe von KI heise.de
Künstliche Intelligenz: Testphase in Dänemark soll Einsatzmöglichkeiten von KI im Unterricht aufzeigen deutschlandfunk.de
AlphaFold: KI der britischen Firma DeepMind kann Strukturen von Molekülen präzise vorhersagen spiegel.de
Regulierung: Europäische Kommission plant DSGVO-ähnliche Verordnung zur Regulierung von KI-Systemen derstandard.de
Digitalisierung: Künstliche Intelligenz in Stellenbörsen soll bei Jobvermittlung helfen wiwo.de

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ZAHL DER WOCHE

Mit 25 Millionen Euro fördert der Deutsche Akademische Austauschdienst Künstliche Intelligenz mit speziellen Studien- und Promotionsprogrammen.
elektroniknet.de

HINTERGRUND

Künstliche Intelligenz soll fossile Kraftwerke vom All aus aufspüren: Ein Forscherteam der Universität St. Gallen in der Schweiz will mit Satellitenbilden weltweit alle fossilen Kraftwerke orten und die CO2-Emissionen messen. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz könnte auch untersucht werden, ob Nachhaltigkeitsberichte von Industrieunternehmen mit der Realität übereinstimmen. Der Computer lernt dabei ständig mithilfe von Eingaben der Forscher dazu und verfeinert so die Analyse der Satellitendaten, bis man genau nachvollziehen kann, wann welches Kraftwerk wo wieviel CO2 in die Atmosphäre entlässt. In einem weiteren Schritt will man dieses Verfahren auf die Schwerindustrie anwenden und auch hier den CO2-Ausstoß messen, erklärt Damian Borth, Professor für Artificial Intelligence and Machine Learning an der Universität St. Gallen. Die ausgewerteten Daten könnten dann mit Nachhaltigkeitsberichten verknüpft werden. Damit wäre eine Überprüfung möglich, „ob die Angaben von Emittenten dem real gemessenen CO2-Ausstoß entsprechen“.
derstandard.de

Wettervorhersage mit Hilfe von künstlicher Intelligenz: Markus Reichstein ist Direktor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie und forscht an Wettervorhersagen mittels Künstlicher Intelligenz. „Unser Ziel ist es, aus vielen Daten aus der Fernerkundung, meteorologischen Daten, Daten von Ökosystemen, die hochaufgelösten Folgen von Klimaextremen vorherzusagen. Das versuchen wir nicht mit rein physikalischer Modellierung, sondern wir versuchen das aus den Daten zu extrahieren mit Verfahren der KI, maschinellen Lernens, wie bestimmte Muster gelernt werden, wie sich zum Beispiel bestimmte Ökosysteme oder Flüsse verhalten, wenn bestimmte Wetterphänomene auftreten.“ erklärt er. Dazu können wissenschaftliche Daten in oder als Karten dargestellt werden, zum Beispiel Temperaturkarten oder Niederschlagskarten. Aktuelle Wettervorhersagen beziehen sich auf Räume, die kilometerweit groß sind. Doch die Folgen von Starkregen etwa treffen eine Region sehr lokal. Mit der KI könne man das bis auf 20 Meter herunterskalieren, so Reichstein.
deutschlandfunk.de

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IoT: EU gibt unteres 6-GHz-Band zur WLAN-Nutzung frei, Italien will seine rückständige Verwaltung digitalisieren, Der digitale Euro soll kommen iot-ticker.net
Blockchain: Krypto-Investoren droht Steuerverschärfung, EU-Entwurf will anonyme Krypto-Wallets verbieten, Bitcoin-Reserven sinken wieder blockchain-ticker.net
Smartlife: Bitcoin bald abgelöst? Experten sehen künftigen Führungswechsel, Wie Gesichtserkennung die sichere Rückkehr ins Stadtleben erleichtern kann, Studie sagt starkes Umsatzplus voraus smartlife-ticker.net
Safety and Security: Regierungsgegner und Journalisten offenbar mit Staatstrojaner ausgespäht, USA und EU werfen China Hackerangriffe auf Microsoft-Server vor, USA bietet zehn Millionen Dollar für Informationen über Ransomware-Hacker safety-security-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

US-Militär testet VR-Brillen für Hunde: Mit speziellen Brillen sollen Signale oder Gegenstände in das Sichtfeld von Hunden projiziert werden. Das US-Militär hofft, die Hunde so „fernsteuern“ zu können – doch auch private Anwendungen sind denkbar. Eine kleine, in der Brille integrierte Kamera nimmt auf, was der Hund sieht. Der Hundeführer sieht auf seinem Smartphone oder auf seinem Tablet genau das, was der Hund in diesem Moment wahrnimmt. Diese Umgebung kann der Mensch nun künstlich verändern. Dieses Verfahren habe entscheidende Vorteile, weswegen das US-Militär auf diese Technik aufmerksam geworden sei, so Stephen Lee, der als Wissenschaftler beim Army Research Office in der Stadt Research Triangle Park im US-Bundesstaat North Carolina arbeitet.
welt.de

ZITAT

„Das ist eine große historische Frage: Beteiligen wir uns jetzt als Europäer an dem KI-Wettrüsten? Das Europäische Parlament hat zwar deutlich gemacht, dass Europa das nicht will, aber in dem Gesetzentwurf wurde das Thema ganz lapidar mit einem Satz ausgeklammert.“
Professor Thomas Metzinger von der Universität Mainz über autonome Waffensysteme und die EU-Gesetzgebung.
forschung-und-lehre.de

UNGEKÜNSTELT

„Talk Dirty“ – erotische Texte verfasst von Künstlicher Intelligenz: Das Start-up Content Villain will zeigen, wie sexy Künstliche Intelligenz sein kann. Der Dienst „Talk Dirty“ kann erotische Texte zu Ende schreiben. Das Tool soll in der Lage sein, erotische Texte anzureichern und bei Bedarf auch fertigzuschreiben, etwa wenn der „natürlichen“ Intelligenz die Ideen ausgehen. „Talk Dirty“ beruht auf dem GPT-3-Sprachmodell des Open-AI-Projekts. Das Start-up entfernte unter anderem jenen Filter, der die Software daran hindern soll, sexuelle Begriffe oder auch Schimpfwörter zu verwenden. Zudem habe das Unternehmen eigene Plug-ins hinzugefügt und eine Online-Plattform erstellt, um das Tool öffentlich zugänglich zu machen.
netzwoche.ch

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