KW 30: Mit KI zur Corona-Diagnose, Neuer Lernalgorithmus soll AI energieeffizienter machen, Kriterien für eine gute Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI

NACHRICHTEN

Mit KI zur Corona-Diagnose: Forscher der Uniklinik und der Technischen Hochschule Ulm arbeiten an einem Diagnosegerät, welches mittels künstlicher Intelligenz Röntgenbilder der Lunge nach Corona-Merkmalen absuchen kann. Die Erfahrungen der letzten Wochen und Monaten hätten drei Veränderungen zum Vorschein gebracht, auf welche beim Auswerten eines Lungen-Röntgenbildes zu achten ist: Beide Lungenseiten sind betroffen, die Lunge weist fleckförmige Veränderungen auf und die Entzündung geht bis an den Rand des Brustkorbs. Prinzipiell soll die KI den Medizinern beim Abwägungsprozess helfen: Ist der jeweilige Patient erkrankt? Könnte es Corona sein? Medizinerinnen und Mediziner könnten eine Covid-19-Erkrankung so deutlich schneller erkennen.
swr.de

Neuer Lernalgorithmus soll AI energieeffizienter machen: Informatiker der TU Graz versuchen, AI-Systeme energieeffizienter zu gestalten. Denn bisher sei der Energieverbrauch beim Lernen von künstlichen neuronalen Netzwerken eine der größten Hürden beim flächendeckenden Einsatz von künstlicher Intelligenz. Mit einem neuen Lernalgorithmus, der sich am menschlichen Gehirn orientiert, soll nun der Energieverbrauch der jeweiligen AI-Systeme deutlich gesenkt werden. Die Informationsweitergabe in unserem Gehirn ist sehr energieeffizient: Neuronen geben kurze elektrische Impulse an andere Neuronen , aber stets nur so oft wie zwingen nötig. Durch den neuen Algorithmus könnte neuromorphe Hardware entscheidend beeinflusst werden. Rechensysteme sollen künftig nicht mehr über eine Cloud lernen, sondern den Großteil ihrer “Lernfähigkeit” mit mobilen Hardware-Elementen eingebaut bekommen, um den Energieverbrauch zu senken.
nachrichten.idw-online.de

Erstes europäisches Start-Up mit Zehn-Milliarden-Bewertung: Der rumänische Softwarehersteller Uipath ist in einer finanzierungsrunde mit zehn Milliarden US-Dollar bewertet werden. Er erhielt eine Finanzspritze von 225 Millionen US-Dollar und ist damit das wertvollste, nicht an der Börse gehandelte Start-Up Kontinentaleuropas. Die Firma, welche sich auf Automatisierung mittels KI spezialisiert hat, wird vom vom deutschen Finanzinvestor Earlybird unterstützt.
gruenderszene.de

Kriterien für eine gute Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI :Forscher des Münchener Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF-München) haben ein Whitepaper mit zwölf Ideen für eine verbesserte Zusammenarbeit von Menschen und KI in Unternehmen herausgegeben. Künstliche Intelligenz könnte Unternehmen helfen, die Arbeit ihrer Angestellten sicherer zu gestalten und wettbewerbsfähige Jobs zu erhalten. Intelligente Technologien können Arbeiterinnen und Arbeiter bei gefährlichen Aufgaben ersetzen und ihnen bei komplexen Fragestellungen zur Seite stehen. Aber hierfür muss die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine neu gedacht werden und dabei die Stärken der Technologie mit denen des menschlichen Denkens kombinieren.
it-business.de

Fast die Hälfte aller Start-Ups nutzt künstliche Intelligenz: Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom nutzen rund 47 Prozent aller Start-Ups in Deutschland eine KI, immerhin 35 Prozent ziehen den Einsatz einer künstlichen Intelligenz in Erwägung. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der KI-Einsätze stark gestiegen, denn damals waren es noch 39 Prozent der Unternehmen, die eine solche Technologie nutzten. Cloud Computing und Datenanalyse ist ei vielen Unternehmen inzwischen fast standardmäßig im Einsatz.
t3n.de

Künstliche Intelligenz in Sachsen: Der Freistaat Sachsen arbeitet an einer Strategie zur Förderung der künstlichen Intelligenz. Bereits jetzt sei das Bundesland einer der führenden KI-Standorte in Deutschland, die man ausbauen und mit der nationalen und internationalen Forschung vernetzen möchte. Bis zum Frühjahr 2021 soll ein entsprechendes Strategiepapier erarbeitet werden.
mdr.de

Microsoft: APIs für die Spracherkennung und Textanalyse heise.de
Debatte: KI ändert unsere Welt – anders als wir glauben rp-online.de
Podcast: “Weit nach vorne denken, aber in kleinen Schritten arbeiten” manager-magazin.de
KI-Prozessor: Graphcores riesiger 60-Milliarden-Transistor-Chip heise.de
Medizin: Wie Technik das Verhältnis von Arzt und Patient wandelt deutschlandfunkkultur.de

ZAHL DER WOCHE

28 Prozent der Teilnehmer an einer Konsultation der EU-Kommission zu ihrem Weißbuch für ein europäisches KI-Konzept sprechen sich für ein generelles Verbot von Technologien wie automatisierter Gesichtserkennung in öffentlichen Räumen aus.
heise.de

HINTERGRUND

Bayerischer Rundfunk startet interdisziplinäres AI-Lab: In der vergangene Woche hat der Bayerische Rundfunk (BR) den Start seines Prestigeprojekts “AI + Automation Lab” verkündet. Die Idee: Eine interdisziplinäres Team, welches sich an der Schnittstelle von Daten-Journalismus, Informatik und Produktentwicklung bewegt. Durch technische Investigationsverfahren (Algorithmic Accountability Reporting) soll das neugegründete AI-Lab den Einsatz von Algorithmen hinterfragen, aufzeigen und zur Diskussion stellen. Gleichzeitig soll das Team dem BR und seinem Publikum Dinge wie Automatisierung und Machine Learning nutzbar machen. Das erste Produkt ist eine tagesaktuelle Übersicht der Corona-Infektionszahlen in Bayern und Deutschland.
br.de

Deep Learning im Hause Pixar: Das Rendern von Animationsfilmen in hoher Auflösung verbraucht viel Rechenleistung. Um ihre sogenannten Renderfarmen zu entlasten, erproben die Animationskünstler von Pixar sich gerade im Umgang mit KI-Upscaling. Auf einer Konferenz hielt Vaibhav Vavilala, Leiter der Pixar Studios einen Vortrag über die Herausforderungen des Renderns im 4K-Bereich und wie ihnen künftig KI dabei helfen soll, hier Zeit und Geld zu sparen. Die Idee: Die einzelnen Bilder werden zuerst in einer niedrigen Auflösung berechnet und dann mittels KI-Upscaling auf 2K oder 4K hoch skaliert. Neuste KI-Modelle der Renderfarm könnten Bilder von 1K auf 2K hochskalierten, was den Energieverbrauch der Renderfarm um 50 bis 75 Prozent verringern würde.
mixed.de

PROJEKT DER WOCHE

Automatisierung selbstadaptiver Systeme: Die Universität Duisburg-Essen hat an ihrem Softwaretechnik-Institut paluno neue Abläufe der künstlichen Intelligenz (KI) erzielt, die den Entwicklungsprozess selbstadaptiver Systeme automatisieren. Eine wesentliche Aufgabe bei der Entwicklung selbstadaptiver Software ist es vorzugeben, wann und wie eine Anpassung erfolgen soll. Das ist jedoch schwierig, weil die Ingenieure zum Zeitpunkt der Entwicklung meist nicht alle möglichen Umgebungssituationen der Software vorhersehen können. Dieser Herausforderung begegnen die paluno-Forscher mit einem Online-Reinforcement-Learning – einem KI-Verfahren. Hierbei lernt die Software selbst, welche Anpassung in welcher Situation die beste ist, indem sie Feedback zur Laufzeit sammelt und auswertet. Damit übernimmt KI die manuellen Tätigkeiten der Software-Ingenieure von selbst.
industry-of-things.de

ZITAT

“Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie. Von ihrem Einsatz wird die künftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft abhängen (…) Start-Ups spielen bei der Weiterentwicklung der KI-Technologie und ihrem Praxiseinsatz in völlig neuen Geschäftsmodellen eine herausragende Rolle.”
Bitkom-Präsident Achim Berg wirkt hocherfreut über die Innovationen, die durch die Verbindung von Start-Ups und künstlicher Intelligenz geschaffen wurden.
automotiveit.eu

UNGEKÜNSTELT

KI unterstützt Rettungsschwimmer: Am Palmachip-Strand im israelischen Be’er Scheva werden Rettungsschwimmer von einer KI dabei unterstützt, bei viel Andrang noch einen Überblick über die Badegäste behalten zu können. Seit 2018 wird in einem Pilotprojekt der Einsatz einer KI, die die Bilder von am Strand befestigten Kameras auswertet, die Wasserbewegung beobachtet und gefährdete Badegäste verfolgen kann, getestet. Langfristig sollen viele unübersichtliche Strände im In- und Ausland mit der Technologie ausgestattet werden.
n-tv.de

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