KW 31: KI hilft Demenzkranke besser zu verstehen, Katholiken fordern menschenzentrierten Ansatz in KI-Weißbuch, Pharmabranche nutzt KI für Analyse von Marktumfeld und Wettbewerbern

NACHRICHTEN

KI hilft Demenzkranke besser zu verstehen: Bei der Anwendung “I-Care” können Demenzkranke ihre motorischen und geistigen Fähigkeiten üben, allerdings erfragt das System auch den Zustand der Betroffenen. Patienten können dabei mit einer Smiley-Skala eingeben, welche Inhalte sie mögen. Auf dieser Grundlage schlägt ein Algorithmus ähnliche Inhalte vor. Dieses hat das Ziel, die Hirnregionen zu aktivieren und damit den Fortschritt der Krankheit abzumildern. In Deutschland ist jeder Zehnte über 65 Jahren von der Krankheit betroffen – insgesamt 1,6 Millionen Menschen.
sueddeutsche.de

Katholiken fordern menschenzentrierten Ansatz in KI-Weißbuch: Bei der Konferenz der europäischen Bischofskonferenzen COMECE forderten katholische Geistliche aus ganz Europa, dass Künstliche Intelligenz sozialethisch und mit einem Gemeinwohlnutzen gefördert werden solle. In einem Beitrag zur Konsultation für das KI-Weißbuch auf EU-Ebene haben die Bischöfe auch Kritik an KI-Systemen in der Rüstung oder bei Pflegerobotern geübt. Grundsätzlich müsse man weiterhin zwischen den Fähigkeiten der menschlichen Intelligenz sowie möglicher Vorteile durch KI unterscheiden. Die Bischöfe fordern auch mehr Datenschutz, die Klärung von Haftungsfragen und Obacht in puncto Cybersecurity.
katholisch.de

Pharmabranche nutzt KI für Analyse von Marktumfeld und Wettbewerbern: Laut einer Studie der Unternehmensberatung Kearney unter 20 Unternehmen der Pharmabranche ist das Interesse am Einsatz von KI besonders hoch bei der datengetriebenen Marktumfeldanalyse. Aber auch die Bewertung und Beobachtung der Mitbewerber sei wichtig. Für 59 Prozent sei sie ein Bestandteil der erfolgreichen Vertriebsstrategie. 82 Prozent der Studienteilnehmer sehen Chancen für Advanced Analytics in der Medikamentenentwicklung – Algorithmen haben insbesondere in der Corona-Pandemie zur Beschleunigung der Innovationen geführt. Jedes Unternehmen hat schließlich ein Interesse daran, frühstmöglich zuverlässige Medikamente auf den Markt zu bringen.
computerwelt.at

Europäische KI könnte Boost durch Pandemie erfahren: KI-Forscher Philipp Hennig vom baden-württembergischen Forschungskonsortium Cyber Valley sieht eine “einmalige Chance” für die KI-Industrie in Europa. Weil in den USA infolge der Corona-Pandemie Einstellungsstopps bei Digitalfirmen verhängt wurden, Universitäten mit weniger Mitteln arbeiten müssen und auch die Fragen um Visum und Aufenthalt ungeklärt sind, könnten viele angehende Experten sich in Europa etablieren. Henning sieht, dass in den Jahren zuvor viele talentierte Entwickler und Forscher wegen attraktiver Gehälter und Entwicklungschancen in die USA abgeworben wurden. Der KI-Experte geht davon aus, dass der Abstand zu den USA und China in puncto KI-Entwicklung aufgeholt werden könne.
rnd.de

KI soll Mobilität im ländlichen Raum verbessern: Die Universität Passau entwickelt bei ihrem Projekt “KI-basierte, typübergreifende Mobilitätsoptimierung in non-urbanen Regionen” (KIMoNo) Konzepte um Maßnahmen, um die Mobilität mithilfe von Künstlicher Intelligenz im ländlichen Raum zu verbessern. Dafür werden mithilfe von Sensoren Daten ermittelt, um die Mobilitätsmuster zu erforschen. Wesentlich ist dabei unterschiedliche Mobilitätstypen zu identifizieren – es mache schließlich einen großen Unterschied, ob es um individuelle Bewegung per Fahrrad oder Logistikketten für Unternehmen handle.
elektroniknet.de

KI-Entwickler macht Mona Lisa “lebendig”: KI-Entwickler Denis Shiryaev entwickelte ein neuroyales Netz, das anhand von Gemälden lebensechte Fotos erstellen kann. Mehrere berühmte Gemälde hat der Experte genutzt, um sie hochauflösend als lebendige Menschen darzustellen – darunter die Mona Lisa, aber auch ein Selbstportrait der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo. Shiryaev räumt allerdings ein, dass die Technologie sich noch in einem frühen Stadium befinde und es daher zu Abweichungen von den Originalen kommen würde.
mixed.de

Know-Your-Customer-Prozesse: Künstliche Intelligenz im Einsatz für Compliance risknet.de
Offen für Bewerbungen: Deutscher KI-Preis 2020: Zeitung „Welt“ zeichnet Innovationen bei Künstlicher Intelligenz aus businessinsider.de
Kommentar: Wie entwickelt man DSGVO-konforme Modelle Künstlicher Intelligenz? bigdata-insider.de
KI im Handel: Smart Retail handelsjournal.de
Mittelständische Unternehmen: Nutzung von Künstlicher Intelligenz wächst berliner-zeitung.de

ZAHL DER WOCHE

Laut Capgemini Research Institute haben 56 Prozent der Kunden im Kundenservice täglich Kontakt zu Künstlicher Intelligenz.
industrie.de

HINTERGRUND

Messen, was Arbeit angenehm macht: Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) forscht Professor Alexander Mädche zum sogenannten “Flow” – jenem Zustand, bei dem Menschen während einer bestimmten Beschäftigung vollkommen im Fluss sind und das Zeitgefühl in ihrer Produktivität verlieren. Mädche misst dafür Herzalgorithmen und andere physiologische Parameter und speist die Daten in einen Algorithmus ein. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz soll analysiert werden, welche Bedingungen Menschen in den Flow-Zustand bringen. Kritiker sehen im Forschungsvorhaben die Gefahr der zunehmenden Überwachung von Arbeitnehmern sowie dem Druck zu mehr Optimierung und Performance. Mädche widerspricht – es gehe um den Erkenntnisgewinn und die Verbesserung von Arbeitsplätzen.
rnd.de

Jeder zweite Startup nutzt Künstliche Intelligenz: Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom nutzt rund jedes zweite Startup (47 Prozent) Künstliche Intelligenz. Insbesondere beim Cloud Computing und der Datenanalyse sei KI beliebt. Bitkom-Präsident Achim Berg unterstreicht, dass KI eine Schlüsseltechnologie sei, von der Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft abhängen würde. Neben Startups, die bereits KI nutzen, plant über ein Drittel (35 Prozent) die Technologie künftig einzusetzen. Virtual Reality und Blockchain sind hingegen weniger stark vertreten – lediglich jedes zehnte Jungunternehmen nutzen diese Technologien. Auch Robotik und 3D-Druck sind unter den Startups unbeliebt.
bigdata-insider.de

PROJEKT DER WOCHE

FH Bielefeld forscht an KI-Einsatz im Bauwesen: Beim Projekt „Building Information Modeling im Bestand (BIMiB Tragsystem)“ entwickelt die Fachhochschule Bielefeld Möglichkeiten Erkenntnisse aus dem Maschinellen Lernen und der Wissensmodellierung auf das Bauwesen zu übertragen. Dabei ergeben sich mehrere Vorteile, wie Prof. Dr. Uwe Weitkemper berichtet: „Wenn BIM bei Bestandsbauten eingesetzt wird, unterstützt es nicht nur den Betrieb und erleichtert die Sanierung, sondern hilft auch beim ressourcen- und umweltschonenden Rückbau”. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 800.000 Euro gefördert.
innovations-report.de

ZITAT

“Wir sollten uns nun Gedanken darüber machen, wohin das Ganze führt.”
Tesla-Gründer Elon Musk sorgt sich um den Einsatz von KI für kriegerische Aktivitäten.
businessinsider.de

UNGEKÜNSTELT

Algorithmen retten Koalas: Bei den verheerenden Buschfeuern in Australien zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 wurden nicht nur große Waldflächen zerstört – auch über eine Milliarden Tiere kamen ums Leben. Dabei sind in manchen Regionen bis zu 90 Prozent der Populationen zurückgegangen. Umweltschützer möchten überlebende Tiere ausfindig machen, um ihnen gute Lebenskonditionen zu bieten, sodass sie sich wieder vermehren können. Dafür sollen Drohnen mit Wärmesensoren über die Wälder fliegen. Die Ergebnisse der Wärmeanalyse werden von einem KI-Algorithmus analysiert. Erste Tests zur Identifikation er Tiere sind erfolgreich verlaufen. Die Drohnen-Methode gilt als besonders umweltschonend, da sie Areale lediglich überfliegt.
noizz.de

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