KW 38: Bundesregierung führt KI-Workshops durch, Studie: KI kann Vorurteile entwickeln, Deutsche sehen Künstliche Intelligenz kritisch


5 Tagen ago

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Bundesregierung führt KI-Workshops durch
Im Rahmen der KI-Strategie, die die Bundesregierung derzeit erarbeitet und die Deutschland zum „weltweit führenden Standort für KI“ machen soll, finden nun insgesamt sechs Workshops in verschiedenen Ministerien statt. Externe Experten sollen etwa am Montag im Bundeswirtschaftsministerium diskutieren, wie die Wirtschaft Forschungsergebnisse zur KI besser nutzen kann. Unter anderem sollen auch im Forschungsministerium, im Gesundheitsministerium und dem Verkehrsministerium entsprechende Experten-Runden stattfinden. Unklar ist jedoch weitgehend, welche Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft an den Veranstaltungen teilnehmen, alle finden hinter verschlossenen Türen statt. Lediglich das Arbeitsministerium veröffentlichte die Namen der Beteiligten. „Diese Heimlichtuerei ist unverständlich“, ärgert sich Manuel Höferlin, digitalpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. „Grundsätzlich“ spreche nichts dagegen, dass sich die Bundesregierung Fachwissen von außen hole, aber „natürlich müssen dann die Einzelheiten transparent gemacht werden. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein.“
tagesspiegel.de

Studie: KI kann Vorurteile entwickeln
Die Gefahr, dass KI-Systeme die Vorurteile ihrer Programmierer oder auch der User übernimmt, ist bekannt. Eine Studie hat nun jedoch herausgefunden, dass die Computer auch eigenständig derartige Befangenheit entwickeln kann. In Computersimulationen ließen Forscher der Universität Cardiff 100 smarte Bots untereinander agieren. Sie waren dabei in Gruppen unterteilt und sollten entscheiden, ob ein Mitglied des eigenen oder eines anderes Teams eine Belohnung erhält. Über tausende Simulationen hinweg entwickelten die Systeme dabei zusehend eine Bevorzugung der eigenen Gruppe. Wurden die Belohnungen anfangs noch vollkommen willkürlich verteilt, entwickelten die Maschinen mit der Zeit mehr und mehr Vorbehalte gegen die „Fremden“ aus den anderen Teams. Informatiker Roger Whitaker leitet das Versuchs-Team und befürchtet: „In Zukunft könnten also auch autonom agierende Maschinen anfällig sein für das aus menschlichen Gesellschaften bekannte Phänomen Vorurteil.“
handelsblatt.com

Deutsche sehen Künstliche Intelligenz kritisch
Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts YouGov sieht eine Mehrheit der Deutschen den Einsatz von KI-Systemen kritisch. Nur rund 15 Prozent glauben, dass der Nutzen der Technologie gegenüber den Risiken überwiegt, 45 Prozent meinen immerhin, dass Chancen und Risiken gleich hoch sind. 26 Prozent bewerten die Gefahren höher als den möglichen Nutzen. Die Skepsis steigt dabei mit dem Alter der Befragten an. Keines der vorgeschlagenen Einsatzfelder findet eine Mehrheit an Befürwortern. Knapp die Hälfte sehen den Einsatz der Technologie in Berichte über Aktienkurse oder Fußballergebnisse, eine Bewerberauswahl per KI wird aber weitgehend abgelehnt. Am meisten Gegner hat der militärische Einsatz, 71 Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus.
heise.de

KI kann Stil eines Videos übertragen
Forscher der US-amerikanischen Carnegie Mellon University haben ein KI-System entwickelt, das auf den bekannten Deep Fakes beruht. Im Gegensatz dazu kann die neue Software jedoch den kompletten Stil eines Videos auf ein anderes übertragen. So können beispielsweise die Mimik eines Menschen auf ein anderes Gesicht oder gar auf eine animierte 3D-Figur übertragen werden. Ein weiteres Beispiel zeigt eine Narzisse, die wie ein Hibiskus aufblüht. Bildfehler zeigen jedoch, dass die Software noch nicht perfekt funktioniert. Die Entwickler sehen ihre Einsatzmöglichkeiten beispielsweise in der Filmindustrie oder um autonome Fahrzeuge zu trainieren. Gleichzeitig warnen sie jedoch auch vor Missbrauch der Technologie.
golem.de

Facebooks neuronales Netzwerk „Rosetta“ soll Memes analysieren
In Echtzeit soll Facebooks neues KI-System „Rosetta“ künftig Inhalte analysieren, in denen Texte und Bilder vermengt werden. Dies betrifft beispielsweise Memes, über die viele Nutzer auf Facebook und auch Instagram kommunizieren. Sie konnten von den automatisierten Systemen zum Erkennen von illegalen Inhalten bislang nicht eingeordnet werden. Rosetta kann laut dem Unternehmen jedoch Text von beliebigen Fotos erfassen und auch den Kontext dahinter erkennen. Trainiert wurde die KI direkt mit Daten von Facebook sowie synthetisch generierten Memes. Aktuell hat das System jedoch noch Probleme mit Text in Videos, der aufgrund der hohen Bildanzahl noch schwieriger zu erfassen ist.
heise.de

Samson: Ventilbauer gründet mit „Samsons Pilotentwicklung“ eine Tochertfirma für smarte Algorithmen und KI-Anwendungen faz.net
Wenn KI mit falschen Daten manipuliert wird sueddeutsche.de
Shanghai: Experten diskutieren auf der „Weltkonferenz Künstliche Intelligenz“ zdf.de

ZAHL

Durch die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft werden in kommenden Jahren knapp 700.000 zusätzliche IT-Spezialisten benötigt werden. Das zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung McKinsey und des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft.
golem.de

ZITAT

Allerdings sieht es im Moment so aus, als würde Deutschland sich auf die Nische KI und Robotik konzentrieren, nach dem Motto: Die Amerikaner haben die Daten. Die Chinesen haben die Halbleitertechnik. Die Deutschen haben Industrie 4.0. Aber diese Betrachtung lässt die Big Data-Problematik völlig außen vor. Als nationale Strategie finde ich das gefährlich, weil man so große Entwicklungen im KI Bereich ausklammert.
Prof. Dr. Simon Hegelich forscht an der TU München in Politikwissenschaft und Computerwissenschaft. Er fordert mehr Open Source-Lösungen und bessere Qualität beim Trainieren von KI-Systemen.
lead-digital.de

UNGEKÜNSTELT

Büroklammer-Game illustriert Gefahren von KI
Die Prämisse des Clicker-Games „Universal Paperclips“ ist schnell erklärt: Der Spieler übernimmt die Rolle einer künstlichen Intelligenz und ist für die Produktion von Büroklammern zuständig. Anfangs muss jede einzelne Klammer per Mausklick erzeugt werden, doch schnell können die Systeme automatisiert werden. Um effizienter zu werden, kann man später beispielsweise in Aktien investieren und die Prozessorleistung erhöhen. Hintergrund des Games ist ein Gedankenexperiment des Philosophen Nick Bostrom: „Die KI wird schnell erkennen, dass es viel besser wäre, wenn es keine Menschen gäbe, da Menschen sich entscheiden könnten, sie auszuschalten. Außerdem enthalten menschliche Körper viele Atome, die zu Büroklammern verarbeitet werden können. Die Zukunft, auf die die KI hinarbeiten würde, wäre eine, in der es viele Büroklammern gäbe – aber keine Menschen.“ Egal ob man ihm zustimmt oder nicht, „Universal Paperclips“ ist unterhaltsam und bietet Suchtpotential. Gespielt werden kann kostenfrei im Browser, für 1,99 Euro gibt es die App für Android und iOS.