KW 4: KI-optimierte Schule, Facebook spendiert Forschungsinstitut für KI und Ethik, Suchmaschinenoptimierung, KI entwickelt Parfüms

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NACHRICHTEN

Die KI-optimierte Schule: Dass die Volksrepublik China sich längst zum wichtigsten Standort für die Produktentwicklung von Künstlicher Intelligenz entwickelt hat, dürfte nicht mehr überraschen. Die Art und Weise, wie die neue Technologie zum Einsatz kommt, jedoch schon: Die Oberschule Nummer Elf in der südchinesischen Millionen-Metropole Hangzhou gilt als Vorreiter in Sachen Künstlicher Intelligenz in der Schule. Um auszuweisen, brauchen die Schüler dort nichts anderes als ihr Gesicht – wer zu spät kommt, öffnet die Tür lediglich, indem er sich vor einen Monitor stellt, der das Gesicht scannt. Dass Lehrer sofort benachrichtigt werden, wenn jemand zu spät kommt, versteht sich von selbst. Auch in der Mensa gilt das Prinzip der Gesichtserkennung. Eltern bekommen einen monatlichen Bericht darüber, wie sich ihr Kind in der Schule ernährt hat. Sogar die Gesichtsausdrücke der Kinder während des Unterrichts werden analysiert – wer hat wie oft gelächelt, wer war aufmerksam? Die Schule stand bereits im Fokus der Medien, viele waren empört. Schulleiter Zhang Guanchao glaubt, dass solche Techniken demnächst in ganz China zum Einsatz kommen werden.
deutschlandfunkkultur.de

Facebook spendiert Forschungsinstitut für KI und Ethik: Facebook kündigte am Sonntag an, ein neues Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz in Deutschland finanzieren zu wollen. Das „Institut für Ethik in der Künstlichen Intelligenz“ an der Technischen Universität München soll in den kommenden fünf Jahren eine Startfinanzierung von 7,5 Millionen Dollar erhalten und dabei unabhängig sein. Laut Joaquin Quiñonero Candela, dem leitenden KI-Forscher für Facebook, obliegt es Akademikern, Unternehmen und Entwicklern, sicherzustellen, dass faire Standards sowie die Privatsphäre beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz eingehalten werden. Laut Facebook sei die TU München besonders geeignet, da die Universität im Bereich der KI gut aufgestellt sei. Deutschland befinde sich in einer führenden Position in der Diskussion über die ethischen Herausforderungen der KI. Das neue Institut soll von Wirtschaftsethiker Christoph Lütge geleitet werden.
faz.net

KI in der Suchmaschinenoptimierung: Googles CEO Sundar Pichai gab im Jahr 2016 offiziell den Wechsel von „Mobile First“ zu „AI First“ bekannt und rückte damit die Künstliche Intelligenz in den künftigen Fokus des Internetgiganten. Für die Suchmaschinenoptimierung hat dies weitreichende Folgen und könnte unter anderem das Ende der sogenannten Backlinks bedeuten. Google tendiert dazu, die Relevanz einer Webseite anhand der Anzahl der Links zu messen, die auf diese Seite verweisen. Die KI erlaubt Google mittlerweile, diese Methode mit der sogenannten „Co-Occurence“ zu ersetzen. Sie beschreibt die semantische Distanz zwischen zwei Wörtern und erlaubt der Suchmaschine so auch, Suchanfragen von Usern zu verstehen, die vorher noch nicht gestellt wurden. Mit mehr als 130 Billionen gefundenen Websites hat Google den nötigen Datensatz, um die semantische Distanz zwischen Wörtern sehr akkurat zu bestimmen. Auch ein Agieren in Echtzeit der Software „Rankbrain“ wird somit denkbar. Die Suchmaschinenoptimierung wird aber nicht gleich überflüssig werden. Vielmehr treten Faktoren wie Social Proof, Design, Trust oder Markenreputation in den Vordergrund.
t3n.de

Eine KI entwickelt Parfüms: Beim Dufthersteller Symrise in New York kommt die Künstliche Intelligenz auch bei der Entwicklung von neuen Düften zum Einsatz. Mithilfe der Software Philyra, welche über eine Datenbank von über 3.000 Rohstoffen verfügt, werden neue Parfüms entwickelt. Der Kunde gibt vor, wie ein neuer Duft in etwa riechen soll, Philyra greift dann auf alle jemals im Unternehmen entwickelten Parfüms zurück und erstellt daraus neue Kombinationen. Auch analysiert die Software, welche Düfte sich bei welchen Zielgruppen besonders erfolgreich verkaufen, und zieht daraus Rückschlüsse auf neue Parfüms. Dabei kommen neuronale Netzwerke oder Entscheidungsbäume zum Einsatz. Auch Duftöle der Konkurrenz werden in Augenschein genommen. Menschliche Parfümeure werden dadurch allerdings nicht arbeitslos werden- Philyra ist lediglich unterstützend im Einsatz.
zdf.de

Flash Crash: Algorithmen am Aktienmarkt handelsblatt.com
Sonys neue Alpha 6400: Integrierte KI techgarage.blog
KI im Verlagswesen: Welche Arbeitsplätze sind ersetzbar? verlagederzukunft.de
Dossier: KI in der Finanzbranche handelsblatt.com

ZAHL DER WOCHE

200 internationale Speaker und bis zu 1500 Teilnehmer hat der Medienkonzern Burda dieses Jahr zur DLD-Konferenz in München eingeladen. „Wohin führt die Digitalisierung?“ – diese Frage soll die Konferenz in München, dessen Motto dieses Jahr Optimismus und Courage ist, beantworten.
br.de

HINTERGRUND

Wie KI die Personalsuche verändert: Dass Künstliche Intelligenz auch in der Personalrekrutierung von Unternehmen Einzug hält, war nur eine Frage der Zeit. Inzwischen lassen sich Personaler bei der Vorauswahl von potentiellen Kandidaten für eine Stellenausschreibung von Computerprogrammen und Künstlicher Intelligenz unterstützen, zum Beispiel durch eine KI-gestützte Analyse von Texten des Bewerbers oder einem Vorgespräch mit einem Computer. Das Unternehmen 100 Worte lässt Texte von Bewerbern durch eine mit standardisierten psychologischen Tests trainierte KI laufen, die Firma Precire analysiert für große Firmen Stimmaufnahmen mit einer KI, die Rückschlüsse auf Charakter und Eignung für den Job zulassen sollen. Befürworter solcher Verfahren betonen, dass eine KI-gestützte Auswahl von Bewerben objektiver sei. Kritiker bemängeln, dass die Aussagekraft der Messergebnisse nach bisherigen Untersuchungen nicht erwiesen sei.
deutschlandfunk.de

Bundestag debattiert über Kriterien im Umgang mit KI: Am vergangenen Montag beriet sich die sogenannte Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potentiale“  des Deutschen Bundestages über den Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf die Arbeitswelt. Knut Löschke, Professor an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur, warnte vor übertriebenen Erwartungen, die mit dem Begriff der KI verbunden sind. In der Diskussion um KI und Ethik gehe es um das Handeln des Menschen und darum, was er mit diesem mächtigen Instrument anfangen kann. Andrea Martin, Chief Technology Officer für IBM in Deutschland, mahnte, dass KI im Dienste der Menschen stehen müsse und nicht andersherum. Auch sei Transparenz wichtig – es muss klar sein, wer eine KI und mit welchem Ziel trainiert hat. Es ginge für Politik und Arbeitgeber jetzt darum, Ängste zu Sorgen und Sorgen zu Gestaltungsmustern umzuwandeln. Sich gegen die KI zu entscheiden, sei ohnehin keine Option.
handelsblatt.com

ZITAT

„Das Tolle an der künstlichen Intelligenz ist: sie studiert die Daten ohne Vorurteile.“
Der Psychologe Duncan Astle hat die Daten von 520 Kindern analysiert, denen eine Lernschwäche diagnostiziert wurde. Mithilfe von KI kam er zu differenzierten Ergebnissen in der Auswertung.
deutschlandfunkkultur.de

UNGEKÜNSTELT

Intelligentes Wäschefalten: Der Drang zur Selbstoptimierung ist längst in alle Bereiche des Lebens vorgedrungen. Dass der Trend vor den eigenen vier Wänden keinen Halt macht, liegt auf der Hand. Das optimierte, effiziente Aufräumen ist längst in aller Munde. Die Japanerin Marie Kondo hat mit ihrem Buch neue Maßstäbe gesetzt. Sie könnte allerdings bald überflüssig werden – denn auf der CES, welche vom 7. bis zum 10. Januar in Las Vegas stattfand, wurde ein besonderes Kuriosum vorgestellt: Eine Kleiderfaltmaschine, welche mit Hilfe Künstlicher Intelligenz alle möglichen Kleidungsstücke in verschiedensten Größen penibel und akkurat faltet.
sn.at

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