KW 44: China will KI-Vorreiter werden, Microsoft kündigt KI-Kooperation mit US-Militär an, Informationsfreiheitsbeauftragte fordern Transparenz zu KI in der Verwaltung

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China will KI-Vorreiter werden
Noch steht die USA an der KI-Weltspitze, doch das soll sich nach Willen der chinesischen Regierung nun ändern. Zum Vorteil werden dem Land dabei einerseits die verhältnismäßig schwachen Datenschutzbestimmungen. Für Unternehmen ist es vergleichsweise leicht, große Mengen an persönlichen Daten aus der ganzen Welt zu verarbeiten. Zudem hat der Staat ein sogenanntes „National Team“ für alle großen Tech-Unternehmen gegründet. Im Rahmen dessen soll jedem Konzern eine bestimmte Kernkompetenz zugeschrieben werden. Mitglieder sind beispielsweise Alibaba, Tencent und Baidu; Alibaba soll mittels KI das Stadteben verbessern, Tencent die medizinische KI-Forschung vorantreiben und Baidu ist für die Entwicklung von autonomem Fahren zuständig. Im Vergleich zu anderen Ländern investiert China zudem viel in die Technologie, 38 Prozent der weltweiten Investitionen in KI kommen von dort. Davor liegt nur die USA mit 48 Prozent. Europa und Deutschland sind im internationalen Wettbewerb hingegen weit abgeschlagen, strenge Datenschutzgesetze und geringe Investitionen hemmen hier das Entwicklungspotenzial.
focus.de

Microsoft kündigt KI-Kooperation mit US-Militär an
Nachdem Google aufgrund ethischer Bedenken ausgestiegen war, kündigte Microsoft-Präsident Brad Smith nun in einem Blog Post an, dass der Konzern sich entgegen interner Proteste der Mitarbeiter an dem Bieterwettbewerb „JEDI“ des US-Militärs beteiligen wird. JEDI steht für „Joint Enterprise Defense Infrastructure“, eine KI-gestützte Cloud Anwendung für militärische Zwecke. Auch Amazon, IBM und Oracle bieten um den Vertrag, der einen Wert von bis zu zehn Milliarden US-Dollar haben soll. Smith machte in seiner Ankündigung deutlich, dass sein Unternehmen das US-Militär kompromisslos unterstützen wolle: „Wir wollen, dass US-Bürger und speziell die Soldaten wissen, dass sie auf Microsoft zählen können. Wir geben ihnen unsere beste Technologie.“ Bezüglich autonomer Waffen habe man sich verständigt, dass „kein Militär der Welt eine Zukunft will, in der Maschinen einen Krieg beginnen“. Es sei jedoch nicht hilfreich für die öffentliche Debatte, wenn Tech-Konzerne sich komplett daraus zurückziehen. Microsoft-Mitarbeiter haben die Möglichkeit, zwischen Projekten zu wechseln, wenn sie nicht an militärischen Entwicklungen beteiligt sein wollen.
vrodo.de

Informationsfreiheitsbeauftragte fordern Transparenz zu KI in der Verwaltung
In einem Positionspapier fordern die Informationsfreiheitsbeauftragten von Bund und Ländern, dass algorithmische Entscheidungsverfahren in der öffentlichen Verwaltung eindeutig und für jeden nachvollziehbar zu sein haben. Zudem unterbreiten sie Vorschläge für den Umgang mit der Technologie. So drängen sie etwa auf strenge Kontrollen, nicht nur bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten, sondern ebenfalls bei Sachdaten. Die eingesetzte Technik müsse hohen qualitativen Standards entsprechen, um grundrechtskonform zum Einsatz kommen zu können. Insgesamt sind es sieben Anforderungen an die öffentlichen Stellen, mit denen die Informationsfreiheitsbeauftragten den rechtskonformen Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung sicherstellen wollen.
netzpolitik.org

Facebook löscht Millionen kindergefährdender Inhalte
Nach eigenen Angaben hat der Social-Media-Riese allein im vergangenen Quartal 8,7 Millionen Inhalte entfernt, die als kinder- und jugendgefährdend eingestuft wurden. Entsprechende Inhalte werden nach Angaben von Facebook auch an die Kinderhilfsorganisation NCMEC weitergeleitet, die weltweit mit staatlichen Behörden kooperiert. Zudem werden Profile, die derartige Inhalte verbreiten, gelöscht. 99 Prozent der Löschung seien erfolgt, bevor ein Nutzer den betreffenden Post gemeldet hatte. Facebook sieht darin einen Erfolg für die eigens entwickelten Technologien wie etwa Datenbank-Abgleiche und insbesondere auch Programme auf Basis von künstlicher Intelligenz. Kritiker warnen, dass es beim automatischen Löschen vermehrt zu Fehlern kommen kann.
sueddeutsche.de

Künstliche Intelligenz: Microsoft will an die Spitze handelsblatt.com
Medizin: Kann KI den Arzt ersetzen? tagesspiegel.de
Google und Nasa: KI soll nach lebensfreundlichen Exoplaneten suchen welt.de

ZAHL

67 Prozent der Deutschen fühlen sich laut einer aktuellen Studie schlecht oder gar nicht darauf vorbereitet, dass KI-Systeme künftig Einfluss auf die Mitarbeiter-Auswahl von Arbeitgebern haben werden.
industry-of-things.de

ZITAT

Intelligenz ist die Fähigkeit, Dinge zu erkennen und Probleme zu lösen. Ich sehe sehr gute Statistik, aber nicht wirklich intelligentes Verhalten.
Laut dem Neurowissenschaftler Henning Beck reicht bislang noch keine Software an menschliche Intelligenz heran.
handelsblatt.com

UNGEKÜNSTELT

Erstes KI-Kunstwerk unter dem Hammer
Mit „Edmond de Belamy“ hat das bekannte New Yorker Auktionshaus Christie’s vergangene Woche das erste Werk versteigert, das von einem Algorithmus erstellt wurde. Das verschwommene Bild zeigt einen Mann in schwarzer Kleidung, bei dem es sich um einen Geistlichen handeln könnte. Bei dem Urheber handelt es sich um ein neuronales Netzwerk des Pariser Kollektiv Obvious, bei dem zwei Teile des Algorithmus gegeneinander konkurrieren. Der „Generator“ erzeugt auf Basis eines riesigen Datensatzes so lange Gemälde, bis der „Discriminator“ das Ergebnis für das Werk eines Menschen hält. Bei Christie’s freute man sich über einen erzielten Preis von „unglaublichen“ 432.500 US-Dollar, sowie die „Ankunft von KI auf der weltweiten Auktionsbühne“.
spiegel.de, tagesspiegel.de

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