KW 5: ESA setzt auf KI-Systeme im All, Europäisches Forschungsprojekt setzt erstmals KI bei Behandlung von Corona-Patienten ein, Projekt Agri-Gaia soll KI-Ökosystem für Bauern werden

NACHRICHTEN

ESA setzt auf KI-Systeme im All: Die Europäische Raumfahrtagentur ESA hat in der vergangenen Woche offiziell eine Kooperation mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI vermeldet. Dadurch soll der Einsatz von KI und maschinellem Lernen bei Einsätzen im Weltraum verstärkt und verbessert werden. Die dauerhafte Zusammenarbeit zwischen ESA und DFKI wird im Rahmen des Netzwerkes ESA_Labs, an dem mittlerweile 18 europäischen Universitäten und Forschungszentren beteiligt sind, erfolgen. Ein möglicher erster Einsatzort für intelligenten Computersysteme könnte das Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt sein.
deutschlandfunk.de

Europäisches Forschungsprojekt setzt erstmals KI bei Behandlung von Corona-Patienten ein: Besonders bei schweren Krankheitsverläufen mit dem Covid-19-Virus können ein beschleunigter Wissenstransfer, bessere Analysen und optimierte Therapien Leben retten. Intensivärzte aus 13 europäischen Ländern wollen nun mit digitaler Hilfe die Behandlung von Covid-19-Patienten verbessern. Dafür werden über eine spezielle Software die medizinischen Daten wie Atemfrequenz und Atemvolumen, Blutdruck, Sauerstoffsättigung oder Körpertemperatur von bis zu 400 Patienten gleichzeitig in Echtzeit überwacht und analysiert. Über KI-Systeme können diese ausgewertet werden und, so die Hoffnung, die Patientenversorgung entscheidend verbessern und die Mitarbeiter der Intensivmedizin entlasten.
rnd.de

Projekt Agri-Gaia soll KI-Ökosystem für Bauern werden: 11,75 Millionen Euro lässt sich der Bund das Projekt Agri-Gaia kosten. Es soll Teil des europäischen Cloud-Projekts Gaia X werden und die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft mit einem Rundum-KI-System ausstatten. Ziel ist die herstellerübergreifende Zusammenarbeit von Bauern, Maschinenherstellern und Dienstleistern bis hin zur Lebensmittelwirtschaft. Während Wirtschaftsminister Peter Altmaier von der „Schaffung einer wettbewerbsfähigen, souveränen Datenwirtschaft im Agrarbereich“ schwärmt, äußern Kritiker die Sorge vor dem „gläsernen Bauern“.
heise.de

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Home-Office und Arbeitsrecht während der Pandemie – Kraft des Faktischen schlägt rechtliche Vorgaben? Was lange Zeit unmöglich schien, ist durch die Pandemie nun millionenfache Selbstverständlichkeit geworden: Arbeiten im Home-Office. Doch auch wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich überwiegend an die neuen Begebenheiten gewöhnt haben, bleiben eine Vielzahl rechtlicher Fragen offen: Können Arbeitnehmer zum Arbeiten von Zuhause gezwungen werden? Wer muss für Arbeitsmittel und Gesundheitsschutz aufkommen? Und welche Vorgaben gibt es beim Datenschutz im Home-Office? Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe ETL klärt über diese und weitere Fragen auf.
youtube.com

KI-Software „Semantha“ im Einsatz für den Verbraucher: Die von der Karlsruher Firma Thingsthinking entwickelte KI Semantha sorgte erstmals 2018 für Aufsehen, als sie öffentlichkeitswirksam den Koalitionsvertrag der Bundesregierung analysierte und feststellte, dass 70 Prozent davon von der SPD stammen würde. Mittlerweile haben die „Erfinder“ das Tool weiterentwickelt. heute können Verbraucher Semantha über die Webseite „istdasfair.de“ mit Vertragspassagen, Klauseln, oder ihnen unverständlichen Texten füttern. Die Software prüft diese dann auf versteckte Fallstricke oder widersprüchliche Formulierungen.
swr.de

Start-Up entwickelt KI für perfekte Mitarbeitersuche: Häufig unterschätzt aber fast ebenso wichtig wie die Qualifikation oder Erfahrung potenzieller neuer Mitarbeiter ist, ob sie in die bestehende Unternehmenskultur passen. Nur ist es in einem zeitlich begrenzten Vorstellungsgespräch nicht so einfach, die Kandidaten präziser und tiefer kennenzulernen. Das mexikanische Start-up Hitch will dafür eine Lösung gefunden haben. Es nutzt KI, um Onlineportale nach dem „perfekten“ Bewerber zu durchforsten. Grundlage der Algorithmen seien die Fähigkeiten, Qualitäten und Kompatibilität des Kandidaten mit dem Unternehmen, so CEO Gabriela Ceballos.
entrepreneur.com

Studie: KI-Sprachmodell GPT-3 islamophob: Künstliche Intelligenz wird von Menschen mit je konkreten, bewusst oder unbewusst ausgeprägten Eigenschaften, Weltbildern, Vorurteilen entwickelt. Wissenschaftler weisen daher seit Längerem darauf hin, dass diese Prägungen auch auf KI-Systeme übertragen werden können. Nun hat es das derzeit leistungsfähigste Sprachmodell auf dem Markt, GPT-3, erwischt. Eine Forschungsarbeit von Abubakar Abid und Kollegen von der Universität Stanford wies nach, dass das vom Start-up OpenAI entwickelte System antimuslimische Stereotype aufweist. Die Entwickler räumten in einem wissenschaftlichen Papier Probleme mit eingeschriebenen Vorurteilen ein. Ob und wie der Algorithmus optimiert werden kann, ist derzeit noch offen.
heise.de

Landkarte: KI Park Deutschland zeigt Überblick über die verschiedenen KI-Anwendungen deutscher Start-ups bigdata-insider.de
Tesla: Model S und Model X mit neuen KI-Fähigkeiten teslamag.de
Algorithmus Watch: Bericht schlüsselt auf, was bei Behörden und Firmen im Umgang mit KI falsch läuft sueddeutsche.de
Sachbuch: Neuer Titel von Murray Shanahan will „neutralen Überblick“ der KI vermitteln deutschlandfunkkultur.de
Studien: Ausbildung im Bereich künstliche Intelligenz wird facettenreicher sueddeutsche.de

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novalis.studio

ZAHL DER WOCHE

Laut einer Studie des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie nutzen nur 6 Prozent der deutschen Unternehmen KI-Systeme für ihre Arbeit, auch wenn dadurch Firmen bis zu 25 Prozent mehr Umsatz generieren könnten.
manager-magazin.de

HINTERGRUND

Studie weist EU Weg zur Pionierrolle bei Datenwirtschaft: Der Kampf um die Führungsposition im Bereich Künstliche Intelligenz ist in vollem Gange – und hart umkämpft zwischen den USA, China und der EU. Letztere hinkt bisher vor allem im Bereich Datenschutz zurück. Wie eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) nun betont, brauche es in Europa viel mehr Datenpools mit qualitativ hochwertigem Anspruch, die nationale KI-Projekte und Fortschritte bündelt und koordiniert. Die größte Herausforderung, gleichzeitig aber auch das größte Potenzial biete Europas wertebasierter Umgang mit Datenschutz. Große Hoffnung setzen die Autoren in Projekte wie die europäische Cloudinfrastruktur Gaia-X. Sie sei „ein neuer Goldstandard“, um die europäische Datensouveränität zu stärken.
wiwo.de

KI hilft Archäologie bei Entschlüsselung jahrhundertealter Rätsel: Dass die Arbeit bei archäologischen Ausgrabungen und Untersuchungen langwierig, komplex und mühsam ist, dürfte weiten Teilen der Bevölkerung bekannt sein. Künstliche Intelligenz könnte hier Prozesse verkürzen und so für schnellere und genauere Forschungsresultate sorgen. Pioniere in dieser Richtung gibt es bereits. Eine von ihnen ist Iris Kramer, eine Forscherin mit Bachelor-Abschluss in Archäologie. Sie hat einen Algorithmus programmiert, der mittels der Sensortechnologie Lidar sehr schnell potentielle archäologische Stätten identifizieren soll. So könne u.a. im Vorfeld die Tiefe von begrabenen Objekten prognostiziert werden. Andere KI-Projekte sind auf die Analyse überlieferter Hinterlassenschaften, etwa Kot, spezialisiert. So können standardisiert Rückschlüsse auf die Lebensweise unserer menschlichen Vorfahren gezogen werden.
futurezone.de

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Safety-Security-Ticker – Mit unserem Newsletter versorgen wir Sie mit den neuesten Infos zu Themen aus dem Embedded Umfeld. safety-security-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

Risikobewertungsalgorithmus soll Krebs vorhersagen: Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ihren vor zwei Jahren erstmals präsentierten „Mirai“-Algorithmus angepasst, mit dem das Krebsrisiko eines Patienten nur mit dem Mammogram prognostizierter sein soll. Das Deep-Learning-System soll das Risiko über mehrere zukünftige Zeitpunkte hinweg vorhersagen können, indem es klinische Risikofaktoren wie Alter oder Familienanamnese berücksichtige. Die Forscher gaben bekannt, dass ihr Modell fast zweimal mehr zukünftige Krebsdiagnosen treffen könne als der aktuelle klinische Standard, das Tyrer-Cuzick-Modell.
news.mit.edu

ZITAT

„[S]eit tausenden von Jahren gab es Menschen, die gewissermaßen Automaten waren und die die Jobs erledigt haben, die keiner machen wollte. Also gab es schon immer das Bestreben, diese Arbeit zu mechanisieren. Aber die Beschleunigung durch die digitalen Technologien im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert ist so enorm, dass wir nicht mehr sicher sind, wohin das führen soll.“
Der Künstler Mat Collishaw im Gespräch mit dem „Monopol-Magazin“ über künstliche Intelligenz in der Kunst und die Gefahren für menschliches Verhalten und ihre Beziehungen durch die Anwendung der neuen Möglichkeiten durch Tech-Firmen.
monopol-magazin.de

UNGEKÜNSTELT

Google-Mutter Alphabet mit zahlreichen KI-Kontroversen: Die amerikanischen Techfirmen haben das Potenzial von KI längst erkannt und zum zentralen Baustein ihrer zukünftigen Strategien gemacht. Im vergangenen jähr kam es dabei allerdings zu zahlreichen Pannen und ernsten Kontroversen, die die Schwierigkeit im Umgang mit der Technologie unter Beweis stellten. Einer der prominentesten Fälle war wohl die Kündigung der prominenten KI-Forscherin Timnit Gebru, nachdem diese Studien veröffentlicht hatte, die den KI-Ansatz des Unternehmens kritisch beurteilen. Darin hieß es, dass Google bei der Bereitstellung solch leistungsstarker Technologien nicht vorsichtig genug war. Auch in die KI eingeschriebene Stereotype und rassistische sowie chauvinistische Verhaltensmuster wären nicht ausreichend reflektiert worden. Während über 2.000 Mitarbeiter sich auf die Seite Gebrus schlugen, agierte die Konzernspitze zum wiederholten Mal äußerst unglücklich.
wsj.com

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