KW 5: Google-Chef verspricht mehr Transparenz bei Künstlicher Intelligenz, Branchenverband einigt sich auf Leitlinien für den KI-Einsatz, Kontroverse um Facebooks KI-Institut

NACHRICHTEN

Google-Chef verspricht mehr Transparenz bei Künstlicher Intelligenz: Sundar Pichai, der CEO des Internetriesens Google, äußerte sich in einem Interview zu Googles Richtlinien im Hinblick auf Künstliche Intelligenz. Laut Pichai wolle das Unternehmen Künstliche Intelligenz in wichtigen Bereichen erst dann zum Einsatz bringen, wenn die Logik hinter ihren Entscheidungen den Menschen erklärt werden kann. Dies betrifft Einsatzfelder der Technologie in der Medizin oder dem autonomen Fahren. Zuerst solle die Frage der Transparenz geklärt werden, wie bei Entscheidungen von Systemen auf Basis maschinellen Lernens und Künstlicher Intelligenz. Ebenfalls versicherte der Google-Chef, dass der Konzern daran arbeite, mit weniger Daten-Verarbeitung auf seinen Servern auszukommen.
handelsblatt.com

Branchenverband einigt sich auf Leitlinien für den KI-Einsatz: Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat eigene Leitlinien für den Umgang mit künstlicher Intelligenz veröffentlicht. So sollen neben Zielvorgaben für die Digitalbranche auch klare Ethikregeln für den Umgang mit der Technologie geschaffen werden. Laut BVDW-Vizepräsident Marco Zingler soll ausgelotet werden, welche Kompetenzen der Künstlichen Intelligenz zu- und abgesprochen werden sollen. Unter anderem fordert der Verband, dass die Wirtschaft konkrete Anwendungsfelder für KI identifizieren müsse. Auch eine europaweite Implementierung der Technologie zählt zu den Forderungen. Durch Transparenz solle bei den Vebrauchern Vertrauen geschaffen werden – dazu zähle auch ein transparenter Umgang mit den genutzten Daten.
t3n.de

DeepGestalt kann Erbkrankheiten auf Fotos erkennen: Die App Face2Gene kann basierend auf DeepGestalt Erbkrankheiten  anhand von Fotos der Gesichter von Patienten erkennen. Mithilfe einer Gesichtsanalyse kann die App Bilder auf 30 verschiedene Erbkrankheiten testen. Der Humangenetiker Peter Krawitz ist der Ansicht, dass die App mehr Chancen als Risiken bietet. Neben einer schnellen Diagnose ist das Verfahren zielgerichtet und kostensparend. Face2Gene arbeitet allerdings mit einer Blackbox-Technik, sprich, die App liefert keine Informationen darüber, wie sie zu ihrem Ergebnis gekommen ist. Das schränkt die Mediziner in ihren Handlungsmöglichkeiten ein. Auch ist die App medizinischem Fachpersonal vorbehalten.
deutschlandfunknova.de

Kontroverse um Facebooks KI-Institut: Kürzlich stellte Sheryl Sandberg, Co-Geschäftsführerin von Facebook, auf der DLD-Konferenz in München Pläne des Unternehmens vor, in ein KI-Institut an der TU München investieren zu wollen, um damit die Forschung auf diesem Gebiet voranzutreiben. Umgerechnet 6,6 Millionen Euro sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren in das Institut fließen. Dort soll interdisziplinär zum maschinellen Lernen sowie zur Transparenz und Erklärbarkeit von Algorithmen geforscht werden. Das Institut kam jedoch nicht gut an – insbesondere auf sozialen Medien. Viele denunzierten die Pläne des Unternehmens als Satire, schließlich stand Facebook immer wieder aufgrund von Datenleaks und Datenschutzproblemen in der Kritik. Auch stellt sich die Frage der Unabhängigkeit von Facebook in der Forschung.
dw.com

Röntgenbildanalyse: KI entlastet Radiologen n-tv.de
Ethik und KI: Welche Probleme entstehen? br.de
KI in Krankenhäusern: Mehr Chance als Risiko aerztezeitung.de
Verkehrssteuerung und Bildung: Vielfältige Einsatzfelder für KI rtl.de
Forschungsprojekt: KI in der Pathologie it-daily.net

ZAHL DER WOCHE

Rund neun Milliarden US-Dollar soll der weltweite Markt für Machine Learning (ML) bis 2022 betragen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von “MarketsandMarkets”.
it-daily.net

HINTERGRUND

Neuronale Netzwerke nutzen menschenähnliche Konzepte: Forscher des MIT-IBM Watson Labs kamen nun zu dem Ergebnis, dass neuronale Netzwerke dem “Denken” von Menschen garnicht mal so weit entfernt sind. Ähnlich wie das menschliche Gehirn können die Netzwerke nämlich Konzepte bilden. Sogenannte Neuronale GA-Netzwerke (Generative Adversarial) funktionieren alle nach dem selben Prinzip. In einem GAN kooperieren zwei KI-Agenten. Einer erstellt ein Bild, der andere prüft es auf Glaubwürdigkeit. Die beiden Agenten spielen ein Bild hin und her, bis es überzeugend aussieht. Die Art und Weise, wie das Netzwerk die Welt wahrnehme und strukturiere, erinnere stark an die menschliche – wir teilen die Welt in Bereiche und Gegenstände auf, über die wir gewisse Überzeugungen haben. In dem Programm GANpaint lässt sich dieses Verständnis spielerisch ausprobieren.
vrodo.de

Bloomberg setzt KI in der Redaktion ein: Rund 30 Prozent der journalistischen Inhalte des Finanzdienstes Bloomberg werden mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Dies gab Bloomberg-Chefredakteur John Micklethwait auf der DLD-Konferenz in München bekannt. Ganz ohne Journalisten geht es aber nicht – der Prozess ist halb-automatisiert, Journalisten zeigen der Software, wonach sie Ausschau halten muss. Auch sei die Software in der Lage, mögliche Geschichten aus einer Vielzahl von Informationen herauszufiltern und spannende Geschichten vorzuschlagen. Micklethwait lobte den Einsatz von KI bei Bloomberg: Die Automatisierung erlaube es, über mehr Unternehmen und Themen zu berichten.
nau.ch

ZITAT

“Wer ein Interesse daran hat, dass so etwas wie Künstliche Intelligenz auch in Europa entwickelt wird, darf nicht alles verbieten, was dazu benötigt würde. Dadurch würden ganze Geschäftsfelder kaputt gemacht werden.”
Axel Voss, seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments, hält die Positionen des EU-Parlaments zum Datenschutz und der Internetwirtschaft für viel zu restriktiv.
stuttgarter-zeitung.de

UNGEKÜNSTELT

Deepmind schlägt jetzt auch professionelle Computerspieler: Vor Googles Künstlicher Intelligenz Deepmind sehen selbst professionelle Computerspieler alt aus. Forscher von Google haben das Deepmind-Netzwerk “Alpha Star” in dem Videospiel Starcraft trainiert und gegen professionelle Videospieler antreten lassen. Aus zehn von elf Spielen ging die Software dabei als Sieger hervor. Starcraft gehört zu den kompliziertesten Strategiespielen. Die Überlegenheit der KI hat viele überrascht. Zwar machte sie Fehler, die leicht zu erkennen waren, dominierte das Spiel aber dennoch so sehr, dass sie den professionellen Spielern überlegen war.
faz.net

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