KW 8: KI ermittelt potenzielle tierische Corona-Überträger, KI bei Bewerbungsgesprächen fehleranfällig, Conti und Bosch geben Einstieg bei US-KI-Firma Recogni bekannt

NACHRICHTEN

KI ermittelt potenzielle tierische Corona-Überträger: Nach vierwöchiger Analyse in Wuhan gehen auch die Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon aus, dass Covid-19 von der Fledermaus auf den Menschen übergesprungen ist. Virologen rechnen seit Jahren damit, dass mehr und mehr Coronaviren von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Nun haben Forscher der Universität Liverpool per maschinellem Lernen eine Liste von Säugetieren erstellt, die als Quellen neuer Virusstämme in Frage kämen. Demnach werde die Gefahr eher unterschätzt. neben der Fledermausart Hufeisennase und dem Pangolin seien auch potenzielle Träger von Coronaviren. Insgesamt könne es dreißigmal mehr Wirte für die Sars-Cov-2-Rekombination geben, als bisher bekannt seien.
t3n.de

KI bei Bewerbungsgesprächen fehleranfällig: Immer mehr Unternehmen setzen auf Künstliche Intelligenz bei Vorstellungsgesprächen, um „objektive“ Persönlichkeitsprofile der Bewerber erstellen zu können. Wie eine Auswertung des Bayerischen Rundfunks nun zeigt, präsentiert sich diese scheinbar neutrale Bewertungsinstanz allerdings extrem fehleranfällig. Unter Rückgriff auf eine KI eines bayerischen Startups wurden hunderte Videos von elf Testpersonen aufgezeichnet und von der KI bewertet. Dabei zeigten sich erhebliche Schwankungen, die aufgrund kleiner Details vorgenommen wurden. So bewertete die KI die Persönlichkeit ein und derselben Probandin völlig unterschiedlich, wenn diese eine andere Frisur oder einen anderen Kleidungsstil aufwies bzw. einfach die Brille abnahm. Auch der Hintergrund hatte im Experiment einen großen Einfluss auf die Persönlichkeitseinschätzung. So wechselte die KI-Bewertung eines Probanden von „bodenständig“ zu „interessiert“ und von „zurückhaltend“ zu „lebhaft“, wenn im Hintergrund ein Bücherregal erschien.
br.de

Künstliche Intelligenz kann UN bei Engagement für nachhaltige Entwicklung unterstützen: Eine Studie des andalusischen Forschungsinstituts für Datenwissenschaft und Computational Intelligence der Universität Granada zeigt, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz den Vereinten Nationen beim Erreichen einer Vielzahl von Zielen für nachhaltige Entwicklung helfen kann. Zusammen mit dem Privatunternehmen Ferrovial und der Spanischen Königlichen Akademie für Ingenieurwissenschaften prüften die Wissenschaftler die 17 in der Agenda 2030 festgeschriebenen Development-Goals der UN auf die mögliche Anwendung von KI und digitalen Technologien. Demnach sei die Verfügbarkeit von Daten ein Schlüssel zum Erreichen der Entwicklungsziele, die durch bessere Verbindungen zwischen Wissenschaft und Technik, Industrie und Regierungen zielgerichteter erhoben werden könnten. Hier spiele KI eine Schlüsselrolle.
eurekalert.org

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Gastronomie nach Corona: Ob Restaurant oder Hotel, das Gastgewerbe leidet stark unter der Coronakrise. Umso wichtiger ist es, sich heute schon Gedanken über den Neustart nach dem Lockdown zu machen: Wie müssen sich Betriebe neu aufstellen? Wann gilt es, das eigene Portfolio zu überarbeiten – und wie? Wir treffen Erich Nagl, den Leiter der ETL ADHOGA, der Expertin in Sachen Steuern, Recht und Unternehmensführung für Hoteliers und Gastronomie zum Gespräch. youtube.com

Conti und Bosch geben Einstieg bei US-KI-Firma Recogni bekannt: Die deutschen Automobilzulieferer Continental und Bosch haben am Freitag ihren Einstieg bei der US-Firma Recogni aus San José, Kalifornien, bekannt gegeben. Das Unternehmen ist für die Entwicklung KI-basierter Hochleistungs-Chips zuständig. Durch die Beteiligung am Silicon Valley-Unternehmen wollen Bosch und Conti ihre Technologien zum autonomen Fahren schneller vorantreiben. Conti arbeitet bereits seit anderthalb Jahren mit Recogni zusammen.
zeit.de

TU München greift gegen Täuschungsversuche in Prüfungen auf KI zurück: Die Corona-Pandemie hat die Hochschulen zur Digitalisierung gezwungen. Durch den verordneten Ausfall des Präsenzunterrichts müssen derzeit auch Prüfungen digital stattfinden. Dabei stellt sich die Frage, wie man da Täuschungsversuche von Studierenden, etwa „Spicken“, verhindern kann. Die TU München greift dafür auf ein Softwaresystem von US-Anbieter Proctorio zurück. Es verspricht, den Browser der Prüfungsteilnehmenden abzuriegeln, so dass das Googlen nach Lösungen unmöglich werde. Die eingebaute KI überprüft daher während der Prüfung das Gesicht der Studierenden, um etwaigen Smartphone-Gebrauch erkennen zu können.
bild.de

US-Startup will besseres Hörgerät für alle: Hörgeräte sind teuer – und ihre grundlegende Funktionsweise hat sich über die Jahre kaum verändert. Das US-amerikanische Startup Whisper verspricht jetzt ein ganz neues Modell, welches nicht nur die Anwendung weniger anfällig gegenüber Hintergrundlärm machen will, sondern auch kostengünstiger daherkommen soll. Dabei setzt das Unternehmen auf KI. Zusätzlich zum Gerät, welches weiterhin hinter dem Ohr getragen wird, sind die Hörgeräte des Startups mit einer KI-basierten Sound-Separation-Engine und einer App ausgestattet. In der Engine, die auch „Brain“ genannt wird, befinden sich lernfähige Algorithmen, die in Echtzeit die Geräuscherfassung verarbeiten und optimieren sollen. Angeboten werden soll das KI-Hörgerät über ein Abomodell, durch welches die Kosten über einen längeren Zeitraum verteilt werden.
t3n.de

Vorreiter? Deutsche parlamind-KI erkennt Kundenanfragen besser als weltweite Konkurrenz heise.de
Gesundheit: Expertenkontrolle bleibt trotz KI-Analyse von medizinischen Bilddaten unverzichtbar aerzteblatt.de
Skyrim: Neuer KI-Einsatz könnte Gamingbranche revolutionieren mixed.de
Vertrauen: Wie Versicherungen die Akzeptanz von KI verbessern können wired.co.uk
Ausblick: Welche KI-Anwendungen bis 2030 entstehen könnten bdtechtalks.com

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ZAHL DER WOCHE

In einer Oracle-Umfrage geben 84 Prozent der befragten Führungskräfte von Unternehmen aus 14 Ländern an zu glauben, dass sich KI vor allem für Routineaufgaben ideal eignet und da die menschlichen Fähigkeiten bereits übertrifft.
bigdata-insider.de

HINTERGRUND

Führt Künstliche Intelligenz zum Ende aller Arbeit?: Einer der hartnäckigsten Mythen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz besteht in der wahlweise utopisch oder dystopisch gemeinten Behauptung, sie würde das Ende aller menschlichen Arbeit bedeuten. Die scheinbar beruhigende Gegenerzählung lautet, dass KI den Menschen lediglich erweitern und nicht ersetzen werde. KI-Experte Rob Toews zeigt sich in einem aktuellen Beitrag für das US-Magazin Forbes wesentlich pessimistischer. Es stünden uns unbequeme Neukonzeptualisierungen bevor, deren Tragweite man sich bewusst werden müsse, schreibt er. So wie KI in den 90er Jahren noch Schachpartien gegen Menschen ausgeglichen gestalten konnten, während sie uns heutzutage turmhoch überlegen seien, werde es sich auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen verhalten. Reflektiere man die Entwicklung der Technologie ehrlich, so sei offenkundig, dass viele KI-Systeme, die heute gebaut werden, bedeutende Teile menschlicher Arbeiter in der gesamten Wirtschaft verdrängen und nicht verstärken werden, so der Autor. Dies sei aber nicht automatisch gleichbedeutend mit sozialem Elend – sondern öffne möglicherweise Türen, über Prioritäten und gesellschaftlichen Wandel nachzudenken.
forbes.com

Microsoft integriert KI in „Teams“ ein: Unter dem Namen „Teams Pro“ wird der US-Softwarekonzern Microsoft seinen Geschäfts- und Schulabonennten von Office 365 und Microsoft 365 ab März neue Tools für das Kollaboration-Tool „Teams“ zur Verfügung stellen. Unter anderem ist die Einführung einer Funktion namens „Meeting Insights“ geplant. Dabei sollen den Teilnehmern eines Meetings kontextrelevante Informationen übermittelt werden. Die Grundlage dessen bieten von Forschern bei Microsoft Research entwickelte KI-Algorithmen. „Insights“ soll so die Rolle eines „Assistenten“ einnehmen. Seit rund einem Jahr wird die KI bereits in Microsoft Outlook eingesetzt. Das Update „Teams Pro“ werde kostenlos sein, heißt es von Konzernseite.
t3n.de

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IoT: Melita.io IoT-Netz auf LoRaWAN-Basis etablieren, building IoT 2021, Sigfox Germany setzt auf 0G iot-ticker.net
Blockchain: Diana Biggs steigt bei Valour ein, Bitcoin: Keine Herausforderung für US-Dollar, BMW unterstützt Blockchain-Startup Vendia blockchain-ticker.net
Smartlife: Google 3D Animals: Fantastische Tiere in lebensgroßer 3D-Ansicht, „Smart Home“ – Energiewende als Treiber, VdTÜV-Studie: Sorge vor Cyberangriffe auf vernetzte Produkte steigt smartlife-ticker.net
Safety and Security: Unternehmen vernachlässigen Cybersecurity-Anforderungen, Youtuber informieren zum Internet Day Cybersecurity, Hacker greifen Wasserwerke an safety-security-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

RKI baut neues KI-Zentrum in Brandenburg auf: Das Robert-Koch-Institut plant ein neues Zentrum für künstliche Intelligenz im brandenburgischen Wildau nahe Berlin. Der neue Standort soll rund 100 Mitarbeitern Platz bieten und in wenigen Monaten bezugsfertig sein, wie es in einer Mitteilung des Institutes heißt. Im Zentrum Künstliche Intelligenz in der Public Health Forschung (ZKI-PH) sollen Gesundheitsdaten systematisch erschlossen werden, um „zum Beispiel Epidemien umfassender zu analysieren und Frühwarnsysteme weiterzuentwickeln“. So könnten auch bei zukünftigen Pandemie-Ausbrüchen schnell Gesundheitsdaten aus verschiedenen Projekten in einer Universal-App zusammengefasst werden. Dies würde einen erheblichen Zeitgewinn bei möglichen Eindämmungsmaßnahmen bedeuten.
heise.de

ZITAT

„Aus meiner Erfahrung mit der Entwicklung von KI-Musik und den Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen, denke ich, dass wir extrem weit davon entfernt sind, jemals die Schönheit der menschlichen Fähigkeit, Musik zu machen, zu erreichen.“
Rory Kenny, Gründer des KI- und Musik-Start-Ups Loudly im Interview mit „musikexpress.de“ über die Zukunft der Musikbranche.
musikexpress.de

UNGEKÜNSTELT

Schach setzt KI matt: In den Kommentarspalten der Online-Plattformen tobt sich der Rassismus einer signifikanten Anzahl von Nutzern zuweilen ungehemmt aus. Ein Problem, welches große Anbieter längst erkannt haben. Um dagegen anzusteuern setzen viele mittlerweile auf Künstliche Intelligenz. Sie soll rassistische Sprache in den Kommentarspalten erkennen und löschen. Allerdings haben zwei Forscher aus den USA nun ihrerseits erhebliche Mängel an den KI festgestellt. So könnten diese durch Videos und Kommentare zu Schachspielen einfach „ausgetrickst“ und handlungsunfähig gemacht werden. Schließlich gehe es beim Schach um Schwarz gegen Weiß und es fallen Worte wie „Bedrohung“, „Angriff“ und „Kontrolle“. In einem Experiment wiesen die Forscher nun nach, dass viele KI-Programme harmlose Inhalte im Zusammenhang mit Schach tatsächlich häufig als „rassistisch“ einstufen und herausfiltern. Diverse Inhalte bekannter Schachkanäle auf Youtube seien so bereits gelöscht wurden.
deutschlandfunknova.de

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