KW10: Leitungswechsel am DFKI, Fahrer bei Unfall mit autonomem Tesla getötet, Berlin als KI-Hauptstadt

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NACHRICHTEN

Leitungswechsel am DFKI: Am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz steht nun nach der Übergabe des früheren Leiters Wolfgang Wahlster mit Professorin Jana Koehler erstmals eine Frau an der Spitze des Instituts. Die Informatikerin wird das Forschungszentrum leiten, an dem seit Jahren zu Themen wie Big Data, Industrie 4.0 und kontrolliertem Lernen der KI geforscht wird. Wolfgang Wahlster machte in seinen 30 Jahren am DFKI das Zentrum zu einem der wichtigsten Innovationszentren des Landes, über Jana Koehler als Nachwuchs freut er sich insbesondere, weil sie früher bei ihm ihre Doktorarbeit geschrieben habe. Koehler blickt selbstbewusst in das Rennen um die digitale Vorherrschaft. Dass Deutschland in Sachen Künstlicher Intelligenz hinterherhinkt und längst von China und den USA abgehängt wurde, sieh Jana Koehler nicht.
zdf.de

Fahrer bei Unfall mit autonomem Tesla getötet: Unfallermittler der US-Behörde National Transportation Safety Board sind mit einem neuen Fall beschäftigt, bei dem der Fahrer eines autonomen Teslas im US-Bundesstaat Florida bei einem schweren Unfall getötet wurde. Das Fahrzeug des neueren Models 3 überquerte die Fahrbahn an einer Kreuzung in Delray Beach und fuhr dabei unter dem Anhänger eines kreuzenden LKWs hindurch. Ob das Autopilot-System eingeschaltet war, sei vorerst nicht klar. Im Mai 2016 trug sich ein ähnlicher Unfall zu, bei dem ein vom Assistenzsystem „Autopilot“ gesteuerter Tesla an einem anderen Ort in Florida unter einen Lastwagen-Anhänger raste, der die Straße überquerte. Tesla hatte zu dem Unfall von Mai 2016 erklärt, dass das System die weiße Seite des LKW-Anhängers vor dem Hintergrund eines hellen Himmels nicht erkannt oder für ein Autobahn-Schild gehalten haben könnte. Tesla bot den Behörden seine Zusammenarbeit im neuen Fall an.
n-tv.de

KI-Hauptstadt Berlin: Aus einer Antwort des Berliner Wissenschaftsstaatssekretärs Steffen Krach auf eine kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Adrian Grasse und Hans-Christian Hausmann geht hervor, dass die Bundeshauptstadt in der Forschung zur Künstlichen Intelligenz gut aufgestellt ist. Demnach gibt es an Berliner Hochschulen über einhundert Professorinnen und Professoren, die zur KI forschen. Darüber hinaus wird seit Beginn des Jahres im Exzellenzcluster „Science of Intelligence“ mit 21 neu entstandenen Professuren geforscht. Die Wissenschaftsverwaltung hebt hervor, dass Berlin auch dank des Exzellenzclusters zu einer der führenden KI-Standorte avanciert sei. Im neuen Einstein Center Digital Future wird mit privatwirtschaftlicher Unterstützung zum Thema Digitalisierung geforscht. Allerdings macht die CDU darauf aufmerksam, dass trotz der Bemühungen eine ressortübergreifende KI-Strategie für das Land fehle.
tagesspiegel.de

KI kann Effizienz von Windkrafträdern steigern: Googles Schwesterunternehmen Deepmind verspricht verheißungsvolle Einsatzfelder in der Energieproduktion. Deepmind hat Mithilfe seiner eigenen KI den zu erwartenden Output von Windkraftanlagen analysiert und prognostiziert. Auf diese Weise soll die KI den zu erwartenden Stromoutput für die nächsten 36 Stunden vorhergesagt haben. So könne die Energie der Windräder um bis zu 20 Prozent gesteigert werden. Denn in der Windstromproduktion kann die Unbeständigkeit von Wind und Wetter zu einem Problem werden. Mithilfe von Vorhersagen kann der Betrieb der Windturbinen präzise geplant und effizienter durchgeführt werden.
mobilegeeks.de

KI-Startup erstellt Datensätze für maschinelles Lernen: Das in Südkorea gegründete Start-Up Superb AI generiert für seine Kunden maßgeschneiderte Datensätze für das Training von Künstlicher Intelligenz. Superb AI setzt dabei seinerseits selbst Künstliche Intelligenz ein. Hyun Kim, Jonghyuk Lee, Moonsu Cha und Hyundong Lee, die Gründer des Start-Ups, haben sich zum Ziel gesetzt, die für kleine Unternehmen schwer zu beschaffenden Datensätze zur Verfügung zu stellen. Superb AI verfügt nach eigenen Angaben über eine große Sammlung von Foto- und Videodateien, die urheberrechtlich nicht geschützt sind. Diese Daten werden dann von dem Unternehmen entsprechend den Anforderungen des Kunden zusammengestellt.
golem.de

AlphaZero: Computerprogramm bringt sich das Schachspielen bei heise.de
IBM Watson: KI-App plant Businesstrip durch die Stadt golem.de
Falsche Fährte: Ki erfindet Wohnungen, die nicht existieren vrodo.de
Google Docs: Grammatik wird jetzt mithilfe einer KI geprüft t3n.de
Mittelstand: KI kommt kaum zum Einsatz markenartikel-magazin.de

ZAHL DER WOCHE

Knapp 2 Milliarden US-Dollar will der Wolfsburger Autobauer VW in die Ford-Tochter Argo investieren,  die für die Entwicklung autonom fahrender Fahrzeuge verantwortlich ist. VW soll so zu einem gleichberechtigten Partner des US-Unternehmens werden.
t3n.de

HINTERGRUND

Künstliche Intelligenz im digitalen Kapitalismus: Der chinesisch-amerikanische Investor und KI-Spezialist Kai Fu Lee bietet ein Modell für die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und ihrer Anwendungsreife an. Während wir uns vorher im „Zeitalter der Implementierung“ befanden, in dem KI-basierte Produkte Produktreife erreichen und den Massenmarkt erobern, steht heute die Integration von immer automatischer anfallenden Datenmengen im Mittelpunkt. Nach Kai Fu Lee befinden wir uns daher im „Zeitalter der Daten“. Daten stehen dabei als Trainingsdaten für maschinelles Lernen bereit und bestimmen dabei in erheblichem Maße die Qualität der damit gefütterten KI-Anwendungen. Daraus resultieren kapitalistisch verwertbare Anwendungsfelder, mit denen viel Geld verdient werden kann. Die führenden Digitalkonzerne um Amazon, Alphabet, Apple, Facebook und Microsoft führen die Gesellschaft nun in die nächste Phase des Kapitalismus, den Daten-Kapitalismus. Dieser digitale Kapitalismus habe einen neuen Gesellschaftsvertrag etabliert, der Nutzern Daten im Tausch gegen Bequemlichkeit abnehme. Technologien um Künstliche Intelligenz stellen für diese Firmen den Kern der algorithmischen Datenauswertung dar, sie werden zur zentralen Verwertungsmaschine des digitalen Kapitalismus, mit dem Ziel, zu einer simplen Einsicht zu kommen – was der Nutzer als nächstes kaufen wird.
heise.de

Wie KI die Landwirtschaft verändert: Viele Firmen, die im Bereich der Agrarindustrie tätig sind, entdecken die Künstliche Intelligenz für sich. Ein Bosch Start-up mit Sitz im Raum Stuttgart entwickelt beispielsweise einen Roboter, der Unkraut entfernen kann. Dieser wurde mithilfe von Millionen Bildern trainiert und arbeite laut Roland Leidenfrost, der die Entwicklungsabteilung bei Deepfield Robotics leitet, effektiver als ein Mensch. So könne der Roboter sogar bei winzigen Keimlingen unterscheiden, ob es sich um Nutzpflanzen oder um Unkraut handelt. Der Roboter soll frühestens 2021 seinen Einsatz antreten. Bis die Künstliche Intelligenz die Landwirtschaft dominiere, wie das zum Beispiel in Kalifornien der Fall ist, sei es laut Norbert Bleisteiner, Leiter des Fachzentrums Energie und Landtechnik in Triesdorf, allerdings noch ein langer Weg. Von Künstlicher Intelligenz in der Landwirtschaft sei man derzeit noch weit entfernt, allerdings gäbe es die Vorstufe schon. Auch für die meisten Landwirte sei Künstliche Intelligenz derzeit noch ein Fremdwort.
nordbayern.de

PROJEKT DER WOCHE

Volkswagen und Microsoft bauen Zusammenarbeit bei Cloud-Diensten aus: Der Wolfsburger Autobauer VW und das amerikanische Softwareunternehmen Microsoft haben sich im vergangenen Jahr auf eine strategische Partnerschaft geeinigt, zu der jetzt konkrete Handlungspläne angekündigt wurden. Bei einem Treffen zwischen VW-Chef Herbert Diess und Microsoft-Vorstandschef Satya Nadella am Mittwoch im digitalen Entwicklungslabor von Volkswagen in Berlin kündigten die Unternehmen an, die Zukunft der Mobilität für Menschen überall auf der Welt gemeinsam gestalten zu wollen. So sollen die Elektroautos der I.D.-Familie, die 2020 auf den Markt kommen sollen, auf der Azure-Technik von Microsoft basieren. Microsoft Azure soll mit Diensten rund um die Cloud, Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge die Basis eines wachsenden digitalen Ökosystems von VW werden.
faz.net

ZITAT

„Heute wird KI stark gehypt. Ich glaube aber auch, dass wir an der Spitze dieses Trends sind. Die Erwartungshaltung an KI ist größer als das, was es wirklich leisten kann. Man hofft, man glaubt, dass KI die Welt erobern und alles retten wird. Das ist natürlich nicht so. Aus unternehmerischer Perspektive kann ich sagen, dass KI nicht so intelligent ist wie der Mensch.“
Sofie Quidenus-Wahlforss, Gründerin und CEO des Software-Start-ups omni:us, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Kundenkommunikation von Versicherungen digitalisiert, warnt vor überzogenen Erwartungen an Künstliche Intelligenz.
capital.de

UNGEKÜNSTELT

Bayern verzichtet auf Bewerbung als Standort für EU-Supercomputer: Die EU und mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, wollen zwei sogenannte Supercomputer einrichten, die bei Vorhersagen von Naturkatastrophen und zur Entwicklung von Verschlüsselungstechnologien zum Einsatz kommen sollen. Dafür stünde rund eine Milliarde Euro bereit. Das Wissenschaftsministerium erklärte nun auf eine Anfrage des europapolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, dass Bayern nicht Standort für einen solchen EU-Supercomputer werden wolle. Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler verwies darauf, dass Bayern mit dem SuperMUC-NG bereits über einen Hochleistungsrechner auf Weltklasseniveau verfüge. Der SuperMUC-Next Generation (NG) wurde im September 2018 am Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching in Betrieb genommen.
heise.de

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