KW8: Bundestag streitet über KI-Strategie, Trump-Regierung will Militär mit KI aufrüsten, KI berechnet Rückfälligkeitswahrscheinlichkeit von Straftätern

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NACHRICHTEN

Bundestag streitet über KI-Strategie: Bei einer Aussprache im Bundestag über die Strategie der Regierung zur Künstlichen Intelligenz hagelte es Kritik von Vertretern der Opposition. Die Weitsicht fehle, haben sie verlauten lassen. Petra Sitte von der Linken kritisierte, dass die Strategie den vermeintlichen Nutzen für das Gemeinwohl vermissen lasse und rein wettbewerbstechnisch orientiert sei. Auch positioniere sich das Strategiepapier nicht ausreichend zu dringenden Fragen, die die Anwendung der Künstlichen Intelligenz in unserer Gesellschaft aufwirft. Hier brauche es klare Ansagen seitens der Bundesregierung. KI könne durch Grundlagenforschung weiterentwickelt werden. Für Europa bestehe hier die Chance, weltweit Standards zu setzen, auch was europäische Werte in der KI angeht. Diese Chance würde die Bundesregierung mit ihrer fehlenden Positionierung jedoch vertun. Über die künftige Datenstrategie streiten sich alle politischen Lager. Einigung herrscht in den Debatten jedoch darüber, dass Ki den Menschen dienen müsse, ohne ihn dabei zu kontrollieren. Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom, mahnte dennoch zur Eile. Es müsse jetzt von der Strategie zur Umsetzung kommen.
heise.de

Trump-Regierung will Militär mit KI aufrüsten: US-Präsident Donald Trump sorgt sich im Wettrüsten mit Russland und China um die Vormachtstellung des zweitgrößten Militärs der Welt. Daher forderte Trump gleich vor Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz am Donnerstag, das amerikanische Militär stärker mit Künstlicher Intelligenz aufzurüsten. Dies geht auch aus einem Strategiepapier hervor, welches am Dienstag in Washington vorgestellt wurde. Die USA, so die Forderung, sollten zusammen mit ihren Verbündeten und Partnern massiv in KI investieren, um in den Kriegen der Zukunft bestehen zu können. Neben der Vermeidung von Toten und Verletzten soll KI insbesondere in der Aufklärung und Analyse von Bildmaterial zum Einsatz kommen. Priorität habe aber, die Leistungsfähigkeit der Soldaten zu steigern. So soll die Technik teils kognitive, teils körperliche Aufgaben übernehmen. Die Forderungen gehen einher mit Trumps neuer Direktive, „sämtliche Ressourcen“ in die Militär-KI zu investieren. Dieter Kempf, Präsident des Industrieverbands BDI, forderte wiederum erst kürzlich klare regulatorische Rahmen für den Einsatz von KI in einem militärischen Kontext.
tagesspiegel.de handelsblatt.com

Altmaier fordert europäisches KI-Projekt: Wirtschaftsminister Peter Altmaier warb für einen europäischen Digitalkonzern nach dem Airbus-Modell. Altmaier erhofft sich so Synergien im Bereich der Künstlichen Intelligenz und des autonomen Fahrens. Große Internetkonzerne kämen heute nicht aus Europa, sondern aus den USA oder China. Um ein ernsthaftes Gegengewicht auf dem Markt bilden zu können, brauche es europäische Kooperationen. Deutschland müsse dabei den Anspruch haben, bei der Digitalisierung und der Plattform-Ökonomie ganz vorne dabei zu sein. Europa sei erst nach der Gründung von Airbus zum Bau von großen Verkehrsflugzeugen in der Lage gewesen.
n-tv.de

KI berechnet Rückfälligkeitswahrscheinlichkeit von Straftätern: Risikoberechnungsalgorithmen analysieren in den USA die Rückfälligkeitswahrscheinlichkeit von Straftätern. Auch Gerichte verlassen sich immer häufiger auf die neue Technologie. Allerdings wurde auf der „Data for Black Lives-Konferenz“ im Januar im MIT Media Lab in Cambridge gewarnt, dass die Programme gänzlich falsche Vorhersagen treffen und Menschen somit irrtümlich ins Gefängnis schicken würden. Der Grund dafür sei, dass die Algorithmen mit historischen Kriminalitätsdaten trainiert wurden, so die Warnung der Aktivisten. Dem zu Grunde liegenden Muster beruhen allerdings auf statistischen Korrelationen, nicht auf kausalen Zusammenhängen. Statistisch wird beispielsweise ein geringes Einkommen mit einer höheren Kriminalitätsrate gleichgesetzt, es ist jedoch nicht automatisch der Grund für ein Verbrechen. Die Risikobewertungsalgorithmen setzen jedoch genau diese Korrelationen mit Kausalität gleich. Mit der Verwendung der Algorithmen besteht somit die Gefahr, soziale und rassische Stereotypen zu zementieren.
heise.de

Cottbus soll zum IT-Standort werden: Der von der Bundesregierung beschlossene Kohleausstieg bringt einen langfristigen Strukturwandel mit sich. Für Cottbus als betroffene Stadt in der Lausitz sehen Pläne nun vor, die Stadt zum IT-Standort umzuwandeln und den Strukturwandel so abzufangen. Die nötige Infrastruktur wäre mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg schon gegeben. Wenn der letzte große Braunkohle-Tagebau zum Badesee wird, sollen die Informatiker übernehmen. Ein Gründungszentrum, das Startups zum Bleiben motivieren soll, gibt es schon. Gustav Lebhart, IT-Leiter der Stadt Cottbus, prophezeit in seiner Entwicklungsprognose sogar einen Bevölkerungszuwachs von 100.000 auf 114.000 Einwohner, wenn die Vision Digitale Stadt erfolgreich umgesetzt wird.
golem.de

Fraunhofer Forscher: KI hilft bei hochautomatisierten Stromnetzen iwr.de
Fachkräfte: So kann Europa KI-Experten anlocken wiwo.de
USA: Gerichte nutzen Künstliche Intelligenz für Urteile derstandard.de
Watson: Warum sich IBM zur Öffnung seiner KI zwingt wiwo.de
Social Media: Kann Facebook Suizide verhindern? welt.de

ZAHL DER WOCHE

Knapp 20 Prozent aller deutschen Unternehmen wenden Künstliche Intelligenz an. Dies geht aus einer Befragung des Bundesverbands der Deutschen Industrie hervor. Demnach befinden sich rund 30 Prozent der Unternehmen noch in der Entwicklungsphase.
internetworld.de

HINTERGRUND

Wie KI die Unternehmenskommunikation verändert: Wenn es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen geht, gilt es einerseits, Berührungsängste mit neuen Technologien zu überwinden, aber andererseits auch Grenzen für den Einsatz zu definieren. Einer der größten Vorteile, die durch den Einsatz von neuen Technologien entstehen, liegt auf der Hand. Wiederkehrenden Prozesse zu automatisieren, spart sehr viel Zeit und verbessert den Durchsatz und den Outcome der Unternehmenskommunikation enorm. Aber auch neue Erkenntnisse können durch Analysetools gewonnen werden, welche wiederum gewinnbringend eingesetzt werden können. Der österreichische Managementwissenschaftler Fredmund Malik sagt, er kenne keinen erfolgreichen Manager, der nicht im Laufe seines Lebens mehrmals seine Arbeitsmethodik angepasst habe. Durch die Erledigung von hochspezialisierten, wiederkehrenden Aufgaben kann KI Unternehmensführern genau diese Chance eröffnen. Wer sich jedoch nicht mit KI befasst, den wird sie wohlmöglich den Job kosten. Das ist jedoch kein Aufruf zu falscher Eile. Es gilt, gewissenhaft zu experimentieren, zu recherchieren und nach sorgfältiger Prüfung auch zu implementieren.
lead-digital.de

Deutsche schätzen Digital-Kompetenz der Regierung als gering ein: Nach Einschätzung der Deutschen steht es schlecht um die Digital-Kompetenz unserer Regierung. Zu diesem Ergebnis kam die Studie „The Tech Divide – Die unterschiedliche Wahrnehmung der Digitalisierung in Europa, Asien und den USA“ des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation. Nur 37 Prozent glauben, dass die Bundesregierung die Digitalisierung tatsächlich voranbringt. Inger Paus, Geschäftsführerin des Instituts, kommentierte, dass die Menschen hierzulande sowohl die Chancen, aber auch die Herausforderungen der Digitalisierung sähen. Auch beim Datenschutz genießt die Regierung kein großes Vertrauen. Lediglich 27 Prozent der Befragten glauben, dass der Bund unsere Daten zu schützen vermag.
heise.de

PROJEKT DER WOCHE

Webseite erzeugt tausende Fake-Gesichter: Die Webseite thisPersonDoesNotExist.com erstellt basierend auf zahlreichen Fotos echter Menschen täuschend echte Portraits. Bei jedem Aufruf der Seite wird ein neues Bild von einem Menschen, den es gar nicht gibt, erstellt. Das Projekt wurde initiiert von Philip Wang, Softwareentwickler bei Uber. Wang stützt sich bei der Erstellung der Bilder auf die im vergangenen Jahr vom Chipdesigner Nvidia veröffentlichte Forschung zu diesem Thema. Der dahinter liegende Algorithmus wird auf einem riesigen Datensatz von realen Bildern trainiert und verwendet dann ein neuronales Netzwerk, um neue Bilder zu erzeugen.
mobilegeeks.de

ZITAT

„Wenn wir einen genauen Blick auf künstliche Intelligenz und ihren Mehrwert werfen, zeigt sich: Sofern mir KI im Rahmen von Smart Services die Informationen liefert, die ich mir wünsche, fühlt es sich für mich zunächst menschlicher und persönlicher an. KI kann den Menschen einen Schritt weiterbringen und ihn dazu bringen, Neues zu entdecken – sei es visuell, auditiv oder audiovisuell. „
Der selbsternannte „Digital Prophet“ David Shing, der unter anderem für Verizon Media tätig ist, würde dystopische Zukunftsszenarien von unmenschlichen, digitalen Umgebungen nicht bestätigen.
lead-digital.de

UNGEKÜNSTELT

Mächtige Text-KI wird bewusst nicht veröffentlicht: Forscher und Entwickler des KI-Textgenerators Gpt2 sind von den Ergebnissen so überrascht, dass sie sich entschieden haben, ihn aus Angst vor Missbrauch nicht zu veröffentlichen. OpenAI hat ein Sprachmodell entwickelt, das unter anderem einfach das nächste passende Wort zu einem vorgegebenen Text ermitteln soll – und so Text in zusammenhängenden Absätzen erzeugt. Trainiert wurde das Modell mit einem Datensatz aus rund acht Millionen Websites. Anhand der so gesammelten Daten lernt Gpt2, nach Mustern unserer Sprache Texte zu erstellen und kann dabei sogar Stil und Inhalt an den vorgegeben Text anpassen. In mehr als 50 Prozent der Versuche konnte der Textgenerator zusammenhängende, kohärent formulierte Texte ausgeben. Die Forscher fürchten, dass so zum Beispiel kostengünstig Fake News produziert werden könnten.
t3n.de

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