KW 11: Deutsche KI-Start-Ups wachsen, KI gegen Smartphone am Steuer, KI entdeckt selbstständig Antibiotikum

NACHRICHTEN

Deutsche KI-Start-Ups wachsen: AppliedAI, eine Initiative zur Förderung der Künstlichen Intelligenz hat ihre jährliche jährliche KI-Start-Up-Landkarte vorgestellt. Sie zeigt, dass es inzwischen 247 Start-Ups gibt, die KI in großem Umfang nutzen – 54 mehr als im Jahr 2019. Auch erhalten diese Unternehmen deutlich mehr Geld als im Vorjahr. Waren es 2019 noch 1,2 Milliarden Euro, können die Firmen 2020 Investitionen von 2,2 Milliarden Euro verzeichnen. 23 der 247 jungen Unternehmen beschäftigen mehr als 100 Mitarbeiter. Dabei operieren diese Firmen weiterhin vor allen Dingen in den Branchen Fertigung, Transport und Mobilität und Gesundheit. Die Start-Ups befinden sich vor allem in den beiden Städten Berlin und München. In letzterer stehen diesen jedoch mit durchschnittlich 27 Millionen Euro deutlich mehr Mittel zur Verfügung.
heise.de

Alibabas KI erkennt Coronavirus in Sekundenschnelle: Das chinesische Unternehmen Alibaba hat eine KI entwickelt, die in der Lage sein soll, innerhalb von Sekunden das Coronavirus zu erkennen. Die Trefferquote liegt dabei bei 96 Prozent. Ärzte würden laut Alibaba bis zu 15 Minuten benötigen, um den Virus anhand von computertomografischen Bildern zu erkennen. Die Entwickler der KI trainierten diese mit Daten von über 5000 Coronavirus-Fällen. Das System soll nun in 100 chinesischen Krankenhäusern sowie Bahnhöfen und U-Bahnstationen eingesetzt werden.
futurezone.at

CancerScout-KI hilft bei der Krebsforschung : Das Forschungsprojekt “CancerScout” hat das Ziel, zu erforschen, wie KI dazu beitragen kann, Veränderungen in Tumoren zu erkennen. Forschungsministerin Anja Karliczek stellte das Projekt in Berlin vor. Die Veränderungen von Tumoren zu untersuchen, soll dabei helfen, diese zu klassifizieren und geeignete Therapiemethoden auszuwählen. Die KI wird mithilfe des Instituts für Pathologie der Universitätsmedizin Göttingen trainiert, wofür die Universitätsmedizin Göttingen momentan eine eigene Bilddatenbank aufbaut. Das Forschungsministerium fördert das Projekt “CancerScout” mit einer Summe von 9,6 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre.
background.tagesspiegel.de

KI gegen Smartphone am Steuer: Im australischen Bundesstaat New South Wales müssen Autofahrer, die mit dem Handy am Steuer erwischt werden ab sofort zwischen 200 und 270 Euro zahlen. Das besondere dabei ist, dass ein fest installiertes Kamerasystem Autofahrer filmt. Die Bilder werden dann an eine KI weitergeleitet, die automatisch erkennt, ob Autofahrer ein elektronisches Gerät während des Fahrens benutzten. Etwa 9 Millionen Autos wurden so seit Anfang Dezember in einer Testphase schon kontrolliert. Bis 2023 soll diese Zahl auf jährlich 135 Millionen Fahrzeuge steigen. Die Videos sollen nur gespeichert und weiterverarbeitet werden, wenn auch tatsächlich regelwidriges Verhalten am Steuer durch die KI festgestellt wurde.
heise.de

KI entdeckt selbstständig Antibiotikum: Am Massachussetts Institute of Technology (MIT) wurde eine KI entwickelt, die erstmals selbstständig ein Antibiotikum entdeckt hat. Dafür wurde ein neuronales Netzwerk mit Daten zu Aufbau und Struktur von 2500 Molekülen trainiert. Das Ziel war es, Wirkstoffe zu entdecken, die Escherichia coli bekämpfen, sich dabei aber möglichst von bereits bekannten Arzneimitteln unterscheiden. Die so trainierte KI konnte dann in einer Datenbank von rund 6000 Molekülen, von denen bekannt ist, dass sie antibakteriell wirken, nach einem wirksamen Arzneimittel mit diesen Eigenschaften suchen. Das so entdeckte Antiobiotikum trägt den Namen Halicin, benannt nach der künstlichen Intelligenz HAL aus dem Film “2001: Odyssee im Weltraum”.
apotheke-adhoc.de

Autnomoes Fahren: Waymo nimmt erstmals Geld von externen Investoren t3n.de
Verkehr: Mit künstlicher Intelligenz gegen Schlaglöcher sueddeutsche.de>
Stadtplanung: Regensburger forscht an der „smarten Infrastruktur der Zukunft“ wochenblatt.de
Schlagwort: Schlagzeile heise.de
Sci-Fi-Roman: So gefährlich ist die künstliche Intelligenz zeit.de

ZAHL DER WOCHE

13 Millionen Euro sind im baden-württembergischen Haushalt für eine Cybersicherheitsagentur eingeplant. Ein wichtiger Teil davon ist der Schutz mittels künstlicher Intelligenz.
manager-magazin.de

HINTERGRUND

Observatorium erforscht Anwendung von KI in Deutschland: Ein Observatorium soll herausfinden, wie es in Deutschland um die Künstliche Intelligenz steht. Das Gremium, dem bis  zum Jahr 2022 20 Millionen Euro zur Verfügung steht, besteht aus acht Experten und soll die Anwendung von KI in verschiedenen Feldern beobachten. Wichtig für Politiker wie Arbeitsminister Hubertus Heil ist dabei, nicht den chinesischen Weg zu gehen. Es gehe “um nicht weniger als persönliche Freiheit und den sozialen Zusammenhalt.” Trotzdem betonte er, dass KI “über unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit über unseren Wohlstand.” entscheide. In Deutschland wächst die Sorge, bei zukunftsweisenden Technologien wie 5G oder eben KI von anderen Staaten wie China oder den USA abgehängt zu werden. Heil betonte, dass KI dafür genutzt werden müsse, die Arbeitsbedingungen für Beschäftigte zu verbessern. Der Einsatz von KI soll zusammen mit ihnen geschehen und nicht gegen sie.
gruenderszene.de

KI sorgt für bessere Repräsentation von Frauen in Artikeln: Der Schweizer Verlag Ringier setzt eine künstliche Intelligenz ein, um den prozentualen Anteil von Frauen in journalistischen Artikeln zu messen. Jeden Morgen bekommen die Redakteurinnen und Redakteure des Verlags im Dashboard eine Übersicht ihrer letzten Artikel zu sehen. Dort werden neben den Klickzahlen nun auch jener Anteil von Frauen in Artikeln angezeigt. Die Repräsentation von Frauen, über die Artikel geschrieben wird, ist niedrig: etwa 76 Prozent der Zeitungsartikel weltweit handeln von Männern. Umgesetzt wurde das Projekt von Ringier-Finanzchefin Annabella Bassler. Sie berichtet, dass die Quote von Artikeln, die von Frauen handeln, seit der Einführung der KI im vegangenen Dezember bereits von 25 auf 32 Prozent gestiegen sei.
t3n.de

PROJEKT DER WOCHE

Künstliche Intelligenz kann einzelne Tonspuren aus Liedern trennen: Die KI “Demucs” des Facebook-Forschers Alexandre Defossez ist in der Lage, einzelne Spuren von Liedern zu erkennen und zu trennen. Die KI untersucht dabei die Wellenformen der Lieder und ist so in der Lage, beispielsweise nur die Gitarrentöne herauszufiltern. Die Software könne aber auch dazu genutzt werden, beispielsweise einzelne Stimmen in einer lauten Umgebung herauzushören oder die Wellenformen von Seismographen zu analysieren, um Erdbeben zu untersuchen.
mixed.de

ZITAT

“Generell mangelt es uns in Deutschland nicht an Ideen und an exzellenter Forschung. Es mangelt aber häufig an Spielraum und Willen, sie auszuprobieren und in der Praxis einzuführen.”
Telekom-Technologie-Vorständing Claudia Nemet spricht im Interview über die Probleme deutscher KI-Start-Ups.
gruenderszene.de

UNGEKÜNSTELT

KI trainiert KI: Eine KI-Simulation von Forschern der Universität Berkeley erforscht die Schwachstellen von KI anhand von Fußballspielen und weiteren Sportarten. Die Forscher ließen dabei zwei verschiedene künstliche Intelligenzen gegeneinander antreten. Die zweite KI sollte die Schwächen der ersten KI, die durch sogenannte bestärkende Lernen trainiert wurde, erkennen. Die Schwäche dieser Methode liegt darin, dass hier die gesamte Verhaltensweise einer KI ausgebildet wird und nicht nur eine einzelne Fähigkeit. Es muss sichergestellt werden, dass eine KI sich nicht nur an bereits gelerntem orientiet, sondern auch mit unbekannten Objekten oder in unbekannten Umgebungen klarkommt.
mixed.de

Newsletter anmelden

Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter an. Sie erhalten jede Woche den kompakten Digest mit dem wichtigsten Themen zu Künstlicher Intelligenz:

AI-Ticker

Weitere Digibriefings

Unsere Politbriefings