KW 49: KI-Diskriminierung oft nicht nachvollziehbar, Saudi-Arabien startet KI-Offensive, KI lernt Schreiben

NACHRICHTEN

KI-Diskriminierung oft nicht nachvollziehbar: Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Bundestag (TAB) hat eine Studie veröffentlicht, die zu dem Schluss kommt, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in vielen Fällen zu einer „intransparenten Benachteiligung“ führen kann. In vielen Lebensbereichen sei es schwierig, die Gründe für Ungleichbehandlungen nachvollziehen zu können. Die Autoren nennen als Beispiel einen Fall, in dem Patienten mit Mehrfacherkrankungen und chronischen Krankheiten ein geringeres Sterberisiko berechnet wurde als solchen, die nur an einer Lungenentzündung litten. Grund dafür sei, dass der Algorithmus mit einem Datensatz trainiert worden war, in dem „chronisch und mehrfach erkrankte Personen eine intensive medizinische Behandlung erhalten hatten und deshalb eine geringe Sterblichkeit aufwiesen“. Die Forscher nennen einige Ansätze, mit denen sich eine solche Diskriminierung vermeiden ließe, darunter mehr Transparenz und Kontrolle oder eine bessere Regulierung der verwendeten Algorithmen.
heise.de

KI-Trainer für den Mittelstand: Rund 28 Prozent der deutschen Unternehmen sehen Künstliche Intelligenz (KI) als Gefahr. Um diese Zahl zu verringern und das Ziel zu erreichen, weltweit führend in Sachen KI zu werden, will die Bundesregierung nun auf KI-Trainer setzen. 50 KI-Experten sollen künftig dazu beitragen, insbesondere mittelständische Unternehmen über den Einsatz Künstlicher Intelligenz aufzuklären. Die Trainer werden an 16 Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren eingesetzt und bieten Firmenbesuche, Workshops und Roadshows. Etwa 3.400 Unternehmen seien im Rahmen des Programms bereits kontaktiert worden, so der Parlamentarische Staatssekretär Michael Meister (CDU) im Forschungsministerium. Die Initiative umfasst außerdem ein „Train-the-Trainer“-Programm, bei dem mehr als 200 Teilnehmer aus den Industrie- und Handelskammern (IHK) und den Handwerkskammern geschult werden.
wiwo.de

Forscher beklagt Mangel an Trainingsdaten aus Deutschland: Bei einer Online-Debatte zum Thema Künstliche Intelligenz in der Medizin beklagte der Forscher Christoph Lippert, der am Hasso-Plattner-Institut Potsdam tätig ist, die Tatsache, dass nur wenige Trainingsdaten für Algorithmen aus Deutschland stammen. „Wir würden gern mehr hier machen“, so Plattner. Jedoch sei es „einfach immer deutlich schwerer, mit deutschen Daten zu arbeiten“. Im Gegensatz zu großen Firmen fehlten Plattner und seinem Team die Zeit und die Ressourcen, um sich mit der Regulatorik in Deutschland auseinanderzusetzen. Gerade beim Thema Gesundheit, sei der deutsche Datenschutz wichtig, widerspricht Petra Ritter, Leiterin der Gehirnsimulation The Virtual Brain an der Berliner Charité. Dieser stelle sicher, dass „die Rechte und Freiheiten der Versuchspersonen mit berücksichtigt werden“.
heise.de

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Viele Unternehmen sehen in KI die Zukunft: Jedes zweite Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern glaubt, dass KI eine wichtige Rolle für die eigene Wettbewerbsfähigkeit spielt. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services. Zwar lehnen mit sechs Prozent die wenigsten Unternehmen Künstliche Intelligenz ganz ab, nur etwa 13 Prozent setzen die Technologie jedoch ein. Etwa 15 Prozent planen, KI in Zukunft zu nutzen. Bei weiteren 18 Prozent wird der Einsatz derzeit diskutiert.
industrie.de

Saudi-Arabien startet KI-Offensive: Saudi-Arabien will 20 Milliarden US-Dollar investieren, um beim Thema KI aufzuholen. Die Investition ist Teil der KI-Strategie des Königreichs, mit der eine größere Unabhängigkeit vom Wirtschaftsfaktor Öl erreicht werden soll. „Wir wollen Künstliche Intelligenz als Teil einer alternativen Wirtschaft aus Start-ups und Innovationsunternehmen fördern. Wir sehen KI außerdem als Quelle für Ersparnisse und von zusätzlichem Einkommen“, sagt Abdullah al-Ghamdi, Leiter der im letzten Jahr gegründeten KI-Behörde „Saudi Authority for Data and Artificial Intelligence“. Al-Ghamdi hofft demnach auf rund 300 neue KI-Start-Ups bis zum Jahr 2030.
mixed.de

Schlagwort: Schlagzeile futurezone.at
Musik: KI synchronisiert zehntausende YouTube-Cover mixed.de
Unternehmen: Die Zahlen zur KI-Nutzung werden eventuell überschätzt netzwoche.ch
Klinische Diagnostik: Erstmals KI zur Röntgenuntersuchung der Lunge kma-online.de
KI-Training: Google-Forscher finden fundamentalen Fehler mixed.de

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novalis.studio

ZAHL DER WOCHE

Einer Studie zufolge haben 45 Prozent der befragten Unternehmen im Jahr 2020 eine KI-Charta definiert.
der-bank-blog.de

HINTERGRUND

KI lernt Schreiben: GPT-3 hat in der letzten Zeit für einige Furore gesorgt. Bei dem „Generative Pre-trained Transformer“ handelt es sich um ein Programm, das unter anderem eigenständig Texte erzeugen kann, die oft kaum von menschlich geschriebenen unterscheidbar sind. Zwar klingen die computergenerierten Texte derzeit oft noch hölzern, in Zukunft dürfte sich dies jedoch ändern. Ein Prozent der Daten, mit denen GPT-3 gefüttert wurde, entsprechen mehr als allen englischsprachigen Wikipedia-Artikeln. Das Programm kann mit rund 175 Milliarden mathematischen Parametern umgehen. Trotzdem ist es nicht intelligent im eigentlichen Sinn. Jedoch ist es schon jetzt beinahe unheimlich gut darin, Schreibstile zu kopieren und Plagiate zu verfassen.
n-tv.de

Welche Zukunft hat KI in der Finanzwelt? Zwar fordern viele Branchenkenner mehr Digitalisierung im Finanzwesen, kritische Stimmen warnen jedoch auch for Hysterie und naiver Zukunftsgläubigkeit. Gerade in der Finanzbranche könnte es in naher Zukunft jedoch zu einer Konzentration kommen, in deren Folge kleine Unternehmen vom Markt gedrängt werden. Auf den wenigen übrigen Einrichtungen würde dann eine besondere Verantwortung beim Umgang mit KI lasten. Damit keine diskriminierenden Algorithmen genutzt werden, muss möglicherweise darüber nachgedacht werden, ob es Aufgaben gibt, die eine KI nicht erledigen sollte, wie das Controlling ethischer Grundprinzipien oder das Risikomanagement.
wiwo.de

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Safety-Security-Ticker – Mit unserem Newsletter versorgen wir Sie mit den neuesten Infos zu Themen aus dem Embedded Umfeld. safety-security-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

KI designt Mode: Anna Franziska Michel gründete 2017 das Start-up Yoona Technology, das Künstliche Intelligenz einsetzt, um Mode zu entwerfen. Einige große Modeunternehmen zählen bereits zu ihren Kunden. Damit die KI ein neues Kleidungsstück designt, wird es mit Daten trainiert. Darunter befinden sich zahlreiche Zeichnungen, Muster und Schnittteile aber auch Designs aus besonders erfolgreichen Kollektionen. Michel sieht die KI vor allem als Unterstützung beim Entwurf sogenannter Basics, die für eine neue Kollektion meist nur geringfügig verändert werden. „Die Designer können sich selbst auf die 30 Prozent konzentrieren, für die wirklich Kreativität benötigt wird“, so Michel. Die KI könne zudem auch für mehr Nachhaltigkeit sorgen, da Prototypen wegfallen und das Programm in der Lage ist, genau zu berechnen, wie viel Stoff für ein Design benötigt wird, um eine Überproduktion zu vermeiden.
berliner-zeitung.de

ZITAT

„Man könnte also sagen, der Mensch behält stets die Zügel in der Hand. Alles in allem scheint die Verwaltung hier auf einem guten Weg zu sein.“
Die Forscherin Nicole ­Opiela, Leiterin einer Studie des iRightsLab im Auftrag des Kompetenzzentrums Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer ­FOKUS, die KI-Leitlinien untersucht hat.
egovernment-computing.de

UNGEKÜNSTELT

KI schreibt Obama-Biographie: Das „Barack Obama Book“, eine Biographie über den ehemaligen Präsidenten ist nicht zu verwechseln mit der kürzlich erschienenen Biographie, die der Präsident selbst verfasst hat. Trotzdem verkaufte sich ersterer Titel auf Amazon zumindest so gut, dass er es in der vergangenen Woche in die Top 100 geschafft hatte. Einziges Problem: Das Buch soll von einer KI geschrieben worden sein. Das glaubt zumindest der Reporter Dan Kois. Konkrete Beweise dafür gibt es zwar nicht, Kois hatte einige Passagen des Buches jedoch in eine spezielle Software gegeben, die menschliche von KI-Texten unterscheidet. Die Software kam zu dem Schluss, dass das Buch von einer KI stammt.
spiegel.de

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