KW 06: Indien plant Programm für automatische Gesichtserkennung, EU: Mehr Transparenz bei KI, Von komplexen Daten zu einfachen Bildern

NACHRICHTEN

Indien plant Programm für automatische Gesichtserkennung: Die indische Regierung hat Pläne für eines der größten Gesichtserkennungssysteme der Welt. Das indische Innenministerium hatte eine Ausschreibung für die Entwicklung eines solchen Systems veröffentlicht. Das Programm soll Daten aus vielen bereits bestehenden Datenbanken zusammenführen, darunter beispielsweise Bilder aus Behörden, Fotos aus Zeitungen oder Fahndungsfotos. Der Plan wird von indischen Datenschützern und internationalen Organisationen stark kritisiert. Experten mahnten, Indien habe kein geeignetes Datenschutzgesetz oder rechtlichen Rahmen für ein solches System und laufe so die Gefahr, das Recht auf Privatsphäre zu missachten. Bereits jetzt besitzt Indien eine riesige biometrische Datenbank, die Fingerabdrücke, Steuerinformationen aber auch Daten über Online-Käufe umfasst. Datenschützer fürchten nun, diese Datenbank könnte in das geplante System integriert werden. Die indische Regierung streitet dies bislang ab.
heise.de

EU: Mehr Transparenz bei KI: Die EU-Kommission will Entwickler bestimmter Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) zu mehr Transparenz zu zwingen. Im Entwurf des KI-Weißbuchs heißt es, wenn die Produkte mit hohen Risiken etwa für Gesundheit oder öffentliche Sicherheit behaftet seien, sollten diese vor der Markteinführung kontrolliert werden. Unabhängige Tests der verwendeten Daten und Algorithmen sollten sicherstellen, dass die Produkte mit den EU-Bestimmungen vereinbar seien. Das Weißbuch wird am 19. Februar durch die Digital-Kommissarin Margrethe Vestager vorgestellt. Das Ziel der Initiative ist es, durch klare Regeln und gute Investitionsbedingungen eine führende Rolle für Europa zu sichern.
handelsblatt.com

Von komplexen Daten zu einfachen Bildern: Mariëlle van Kooten, Doktorandin an der ETH-Zürich, hat am internationalen Falling Walls Lab in Berlin den zweiten Platz erreicht. Im Zuge ihrer Doktorarbeit hat sie eine App namens SciSwipe entwickelt. Diese macht mittels künstlicher Intelligenz aus komplexen genetischen Daten einfache Bilder, mit denen auch Laien etwas anfangen können – van Kooten nennt die Bilder “Swipeable Images”. Nutzer können sich die Bilder mit dem Smartphone anschauen und spielerisch per Wischbewegung kategorisieren können.
netzwoche.at

Wie Alkohol und Rauchen dem Gehirn schaden: Forscher aus den USA haben mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) Aufnahmen des Gehirns mit den Rauch- und Trinkgewohnheiten der Menschen in Verbindung gebracht haben. Dadurch konnten sie detailliert nachweisen, wie sehr Rauchen und Alkohol dem Gehirn schaden. Durch exzessiven Konsum altert das Gehirn merklich schneller.
rnd.de

Intel schließt Nervana-Abteilung: Vor wenigen Jahren erst hat Intel das KI-Start-up Nervana gekauft. Nun wird die Abteilung schon wieder geschlossen. Statt die Neural Network Processors (NNPs) von Nervana weiterzuentwickeln, setzt Intel künftig auf die Chips der Habana Labs, die Ende 2019 gekauft wurden. Das israelische Unternehmen wurde für zwei Milliarden Dollar übernommen. Nervana entwickelte bisher mehrere Chips, wobei am Ende nur NNP-T1000 (Spring Crest) für Training und NNP-I1000 (Spring Hill) für Inferencing verfügbar gemacht werden sollten. Bisherige Kunden erhalten weiter Unterstützung, neue Designs wird es aber nicht geben.
golem.de

KI in Russland: Zu Besuch bei Putins Pionieren wiwo.de
Industrie: Künstliche Intelligenz soll Unfälle verhindern orf.at
Medizin: Künstliche Intelligenz sagte Krankheitsausbruch in Wuhan voraus aerzteblatt.de
Sicherheit: Wer bändigt die Künstliche Intelligenz? heise.de

ZAHL DER WOCHE

Der Company Builder Merantix hat 25 Millionen Euro von Investoren eingesammelt, um sechs bis acht KI-Startups aufzubauen. Zwei Projekte wurden schon an den Start gebracht.
gruenderszene.de

HINTERGRUND

Kein Moratorium für autonome Waffensysteme: Der Bundestag hat sich gegen einen Antrag der Grünen ausgesprochen autonome Waffensysteme zu ächten. Nur die Linke stimmte mit dafür, alle anderen dagegen. Im Dezember hatte die Gruppe “KI und Staat” der Enquete-Kommission des Bundestags für Künstliche Intelligenz einen Konsens erzielt, dass tödliche autonome Waffensysteme international geächtet werden sollten. Dieses Ziel ist auch im Koalitionsvertrag genannt.
heise.de

Künstliche Intelligenz und Internet of Things ermöglichen autonome Dinge: Autonome Technologien ermöglichen dank Künstlicher Intelligenz (KI), Machine Learning (ML) und Vernetzung im Internet of Things (IoT) das freie Bewegen und Agieren von Objekten ohne aktive Steuerung oder Überwachung durch den Menschen – Neudeutsch autonomous Things. Der italienische IT-Berater und Systemintegrator Reply mit Hauptsitz in Turin hat in einer Studie die Entwicklung zentraler Trends im Bereich autonomer Dinge wie Drohnen, Roboter und Fahrzeuge näher beleuchtet. Zentraler Befund: Je nach Anwendungsbereich variieren die Technologien stark in Bezug auf Komplexität und Reifegrad: Während autonome Haushaltsgeräte bereits weit verbreitet sind, stehen autonome Autos oder Personendrohnen noch nicht unmittelbar vor der großflächigen Einführung.
wiwo.de

ZITAT

“Die intelligente Auswertung von geschriebener oder gesprochener Sprache ist heute längst reif für einen Massenmarkt wie die Hotellerie.”
Uli Pillau, Mitbegründer des Münchner Startups apaleo, sieht die Künstliche Intelligenz in der Zukunft als unverzichtbaren Mitarbeiter im Backoffice der Hotels.
tageskarte.io

UNGEKÜNSTELT

FDP warnt vor Einsatz von Gesichtserkennung durch deutsche Geheimdienste: Die FDP warnt davor, dass die Gesichtserkennungssoftware von deutschen Geheimdiensten genutzt werden könnte. Der Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle wollte vom Innenministerium wissen, ob die Behörden solche Software wie die von Clearview AI oder anderen durch Nachrichtendienste eingesetzt werden. Mit Blick auf die Bundesbehörden schloss ein Sprecher des Ministeriums einen solchen Einsatz aus. Nicht aber für den Verfassungsschutz und den Bundesnachrichtendienst.
handelsblatt.com

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