KW 08: ÖBB auf dem Weg zum KI-Unternehmen, Neue Verteidigungsstrategie mit KI, Einsatz von KI-Gesichtserkennung

NACHRICHTEN

ÖBB auf dem Weg zum KI-Unternehmen: Auf den Hamburger IT-Strategietagen erklärte Marcus Frantz, CIO der Österreichischen Bundesbahnen ÖBB, dass der Konzern einen Kulturwandel zum internationalen, digitalen Transportunternehmen anstrebt. Dabei würde man auch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz diskutieren. Frantz betont, dass die Technologie entweder das beste oder das schlechteste sein könne, was den Menschen geschieht. Er mahnt jedoch auch zur Sachlichkeit, da KI bisher oft nicht die Erwartungen erfüllt, die von außen projiziert werden. Für den ÖBB sei es wichtig, transparent, zuverlässig und verantwortungsbewusst mit Künstlicher Intelligenz umzugehen. Dabei müssten auch Prozesse vereinfacht werden, um die Technologie erfolgsvorsprechend einzusetzen.
cio.de

Bundesregierung beschließt neue Verteidigungsstrategie – mit dem Einsatz von KI: Künstliche Intelligenz, Kryptologie und vernetzte Operationen sollen als Teil der “nationalen verteidigungsindustriellen Schlüsseltechnologien” betrachtet werden, wie die Bundesregierung am vergangenen Mittwoch festhielt. Dabei wurde auch festgesetzt, dass Technologien nur von vertrauenswürdigen Herstellern erworben werden sollen, Abhängigkeiten zu Anbietern aus Drittstaaten außerhalb der EU sollen dabei ausgeschlossen sein. Die Regierung wolle Forschung und Entwicklung für die sogenannten “Schlüsseltechnologien” fördern, da neue Herausforderungen in der nationalen Verteidigung durch den Einsatz digitaler Systeme im Militär entstünden.
heise.de

EU-Mitgliedsstaaten sollen über Einsatz von KI-Gesichtserkennung entscheiden: Die Europäische Union passte einen Weißbuch-Entwurf für die Nutzung von Gesichtserkennung an und strich ein vorher für fünf Jahre angepeiltes Verbot von KI-gestützter Gesichtserkennung. Die EU-Behörden seien weiterhin skeptisch bezüglich der Technologie, allerdings sollen Mitgliedsstaaten den Einsatz selbst prüfen. Hintergründe über die gestrichene Passage seien nicht klar, allerdings wird darüber spekuliert, dass Sicherheitsfirmen sich gegen ein Verbot von automatisierter Gesichtserkennung ausgesprochen hätten.
golem.de

Künstliche Intelligenz soll bei Wikipedia helfen: Forscher am renommierten MIT versuchen einen Algorithmus zu entwickeln, der Wikipedia pflegt. Denn die Online-Enzyklopädie hat ein Problem: es gibt immer weniger Autoren, die an der Redaktion und Recherche von Einträgen interessiert sind. Dabei sei es eine Hürde überhaupt erst Einträge anzulegen. In ersten Versuchen erzielte die Künstliche Intelligenz in der Kategorie Genauigkeit vier von fünf Punkten, die Grammatik lag unter vier Punkten. Die Forscher sehen, dass es noch Raum für Verbesserung gibt, sind jedoch zuversichtlich, dass Künstliche Intelligenz bald auch diese Tätigkeit übernehmen kann.
mixed.de

KI lernt Kausalzusammenhänge: Zwar kann die Künstliche Intelligenz Muster gut erkennen, jedoch nicht kausale Zusammenhänge. Am University College in London wollen zwei Forscher dies nun ändern und nutzen die Mathematik der Quantenkryptografie. Sie wird in der Regel dafür verwendet, um bei Kommunikationsverläufen zu beweisen, dass niemand abgehört wurde. Die Forscher behandelten die Daten der KI als Kommunikation und Abhören, um dem Algorithmus kausale Schlussfolgerungen beizubringen. Erste Test im Fallbeispiel von Brusttumoren zeigen positive Ergebnisse.
heise.de

Digitale Unterschicht: Das ist die üble Kehrseite der künstlichen Intelligenz nzzas.nzz.ch
Hightech-Agenda: Künstliche Intelligenz in Regensburg sueddeutsche.de
Tech-Verständnis: Die Grenzen künstlicher Intelligenz industry-of-things.de
Fortschritt : Wenn künstliche Intelligenz uns alle zu Büroklammern verarbeitet futurezone.at

ZAHL DER WOCHE

Binnen einer Sekunde erkennt das System Oskar gefährliche Objekte auf hoher See und warnt den Kapitän.
nachrichten.at

HINTERGRUND

Künstliche Intelligenz verändert die Kriegsführung: Russland und China haben es bereits 2017 offen gesagt, in den USA forderte der ehemalige Verteidigungsminister Jim Mattis es auch: eine klare Strategie für Künstliche Intelligenz wird darüber entscheiden, wie das Militär sich entwickelt. Programme zum Optimieren von Einsätzen sind seit Jahrzehnten im Einsatz, jedoch ist der Bedarf an Künstlicher Intelligenz in Sicherheitsstrategien in den vergangenen Jahren gewachsen. Dabei geht es um Informationsvorsprünge, die Staaten gegen andere einsetzen. Ziel ist es zum einen bessere Waffen zu bauen, wie Russland dies bereits plant, oder Systeme zu entwickeln, die strategische Handlungsanweisungen geben. Die Innovationstreiber sind dabei jedoch nicht mehr im Militär – vielmehr entwickeln kommerzielle Unternehmen die Grundlage für KI-Anwendungen.
sueddeutsche.de

Sorge um Datenmonopole bei Gesichtserkennung: Immer wieder neue Erkenntnisse zu den Möglichkeiten KI im Sinne der Gesellschaft einzusetzen werden laut – von medizinischer Diagnostik bis hin zu finanziellen Ratgebern wächst die Bandbreite der Leistungen. Ein Thema emotionalisiert stark: die automatisierte Gesichtserkennung. Medial war beispielsweise eine Studie zur Erkennung der sexuellen Orientierung stark diskutiert worden. Bei genauer Analyse gibt jedoch nicht nur die Schlagzeile Anlass zur Sorge, sondern die zugrundeliegenden Daten. Um Künstliche Intelligenz zielgerichtet und effektiv einzusetzen, bedarf es große Mengen an Informationen – das Risiko besteht, dass Tech-Monopole mit einem uneinholbaren Wissensvorsprung entstehen und die Regeln für die KI-Algorithmen festlegen.
wiwo.de

PROJEKT DER WOCHE

Zuverlässigere Erkennung von Darmkrebs an der Universität Freiburg durch KI: Die Universität Freiburg probiert den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der medizinischen Diagnostik aus. Dabei habe man vor allem beim Darmkrebs große Hoffnungen, denn eine Erkrankung ist die zweithäufigste Ursache von Krebstodesfällen, jedoch sei eine Behandlung aussichtsreich, wenn der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt würde. In den Probephasen zeigte sich, dass Künstliche Intelligenz 10 Prozent mehr Fälle diagnostizierte, in denen es sich um Frühstadien von Darmkrebs handelte.
heilpraxisnet.de

ZITAT

“Nur weil ein Roboter eine Kiste bewegen kann, ist er nicht intelligent. Das Wort Intelligenz ist hier oft irreführend. Eine KI kann nicht abseits ihrer Programmierung handeln oder eigenständig denken.”
Prof. Dr. Paul Lukowicz vom Deutschen Zentrum für Künstliche Intelligenz mahnt zur Sachlichkeit in der Debatte um technologischen Fortschritt.
onetz.de

UNGEKÜNSTELT

KI schreibt skurrilen Rapsong: Das Unternehmen space150 kündigte an einen Rapsong mit einer KI geschrieben zu haben, die den Künstler Travis Scott nachahmt – der “Travis Bott” hat dabei vom Klang her ein tatsächlich ähnlich klingendes Lied produziert. Auch das passende Video dazu wurde mit der Deepfake-Technologie animiert. Nur bei genauem Zuhören fällt auf: die Raptexte entsprechen nicht den Erwartungen. So rappt Travis Bott zwar rhythmisch, aber sinnentleert.
sueddeutsche.de

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