KW 10: China will USA bei „Grenztechnologien“ überholen, Ministerien in Deutschland lassen Millionen an KI-Fördergeldern liegen, Bosch setzt KI-System in Fertigung ein

NACHRICHTEN

China will USA bei „Grenztechnologien“ überholen: Die Volksrepublik China setzt zum Überholmanöver an. Im jüngst vorgestellten Fünfjahresplan kündigte Premierminister Li Keqiang bis 2025 „große Durchbrüche“ in den Bereichen Quanteninformationstechnologie, Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Raumfahrt-Technologie an. Dafür werde der Staatshaushalt um sieben Prozent aufgestockt. China will somit ähnlich ambitionierte Projekte der EU und der USA übertreffen und zum Marktführer in den „Grenztechnologien“ der Zukunft werden. Längst prophezeien auch US-Unternehmer wie der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt, dass China dabei sei, die USA als KI-Weltmacht abzulösen.
heise.de

Ministerien in Deutschland lassen Millionen an KI-Fördergeldern liegen: Der KI-Fortschritt in Deutschland geht nur zögerlich voran. Ein Grund dafür liegt ausgerechnet in der zögerlichen Politik der Bundesregierung. Das geht zumindest aus einer Antwort des Forschungsministeriums (BMBF) auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor. Demnach seien von 215 Millionen Euro, die 2020 für KI-Projekte zur Verfügung standen, rund 77,7 Millionen KI-Fördergelder nicht abgerufen worden. „Wenn es in dem Tempo weitergeht, dauert es 35 Jahre, bis das Geld ausgegeben ist“, kritisiert die innovations- und technologiepolitische Sprecherin der Grünen Anna Christmann.
wiwo.de

Bosch setzt KI-System in Fertigung ein: Der Bosch-Konzern setzt bei der sekundengenauen Verarbeitung großer Datenmengen im Fertigungsprozess zukünftig auf eine hauseigene KI-Lösung. Das System wurde vom Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) entwickelt und soll frühzeitig Anomalien und Störungen im Produktionsprozess erkennen. Bislang kommt die KI-Technologie in ausgewählten Pilotwerken der Sparte Mobility Solutions zum Einsatz. Dadurch erhofft sich das Unternehmen laut CDO/CTO Dr. Michael Bolle Einsparungen in Millionenhöhe.
bigdata-insider.de

– Anzeige –
Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade, wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

KI-Software Deep Nostalgia erweckt alte Fotos zum Leben: Bislang waren lebendige Bilder nur aus der Welt von Harry Potter bekannt. Nun verspricht das Online-Ahnenportal MyHeritage ähnliches. Mit der KI-Software Deep Nostalgia ist es möglich, Personen auf Bildern zu animieren, so dass diese zum Beispiel den Kopf drehen. Dabei kommen neuroyale Netze zum Einsatz, die die Gesichtszüge eines Menschen erkennen können und per darübergelegtem Bewegungsmuster „zum Leben erwecken“. Bei Social Media hat die Funktion bereits einen veritablen Hype ausgelöst. Datenschützer üben allerdings Kritik, da das Unternehmen MyHeritage nicht an die DSGVO der EU gebunden ist.
zeit.de

Philips kooperiert mit KI-Firma für Röntgentechnologie: Der Gesundheitstechnologie-Hersteller Philips hat eine Kooperation mit dem KI-Softwareanbieter Lunit bekannt gegeben. Dadurch soll die von Lunit entwickelte KI-Lösung Lunit Insight CXR in die Röntgen-Suite von Philips integriert werden. Zwar setzt das renommierte Health-Tech-Unternehmen im Bereich Precision Diagnosis sehr wohl eigene KI-Lösungen ein, kooperiert aber seit Jahren zielgerichtet mit externen Anbietern, um den Workflow zu verbessern, wie es heißt. Die KI-Software von Lunit hat sich als präziser Detektor von auffälligen medizinischen Befunden erwiesen.
kma-online.de

Software testen mit Künstlicher Intelligenz: Fehler in Softwareprogrammen sind im besten Falle ein Ärgernis. Im schlimmsten Fall können sie ein Einfallstor für Hackerangriffe darstellen, was nicht nur Geld kostet, sondern auch Menschenleben in Gefahr bringen kann. Zudem werden die technischen Voraussetzungen bei Software immer größer. Weil seit Jahren IT-Fachkräfte fehlen, steigt die Fehleranfälligkeit von Software. Dagegen will das österreichische Hightech-Startup Symflower mithilfe Künstlicher Intelligenz vorgehen. Ihr autonomes Unit-Testmodell verspricht schnellere und genauere Prüfergebnisse als durch menschliche Verfahren möglich sei.
com-magazin.de

Kreativität: Elektro-Experimente-Duo Mouse on Mars nutzt auf neuem Album „AAI – Anarchic Artificial Intelligence“ KI-Stimme deutschlandfunkkultur.de
„Silicon Valley“ Deutschlands? Im bayerischen Schwaben erforschen Firmen praktischen Einsatz Künstlicher Intelligenz br.de
Transformation: KI verändert Anforderungen an menschliche Arbeitskraft nachhaltig bbntimes.com
Umweltschutz: Wie KI beim Recycling von Abfall helfen kann waste-management-world.com
KI-Roman: Raphaela Edelbauer schreibt in KI-Dystopie „Dave“ über gottgleichen Supercomputer taz.de

– Anzeige –
Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast „Berlin Bubble“ diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Maurer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de

ZAHL DER WOCHE

Laut der jährlichen Umfrage der deutschen Initiative für Künstliche Intelligenz AppliedAI zeigt, dass sich die Wachstumsrate jährlicher Neugründungen von KI-Start-ups seit 2018 von 62 Prozent auf 12 Prozent reduziert hat.
markenartikel-magazin.de

HINTERGRUND

Chinesische KI bewertet demokratische Werte negativ: Das Künstliche Intelligenzen keine rundum objektiven Technologien sind, sondern Prägungen, Erziehung und Einstellung ihrer Entwickler in sich tragen, ist kein neuer Befund. Die Forscher Margaret Roberts und Eddie Yang von der amerikanischen Hochschule UC San Diego haben nun bei Algorithmen, die der staatlichen chinesischen Kontrolle unterliegen, eine eher negative Einstellung zu demokratischen Werten wie Gewaltenteilung, Wahlen und Freiheit nachgewiesen. Dafür untersuchten sie das staatliche chinesische Wikipedia-Pendant Baidu Baike und später Zeitungen nach Begriffen im Zusammenhang mit dem Wort „Demokratie“.
derstandard.at

Wie empathisch sind Künstliche Intelligenzen? Die Philosophin Catrin Misselhorn untersucht in ihrem neuesten Buch das Einfühlungsvermögen von Künstlichen Intelligenzen. Dabei tangiert das Werk die Frage nach der Definition von Empathie und strukturelle Probleme, die in diesem Zusammenhang auftauchen. Zugleich weist Misselhorn auf den verbreiteten Irrtum hin, dass nur weil viele Menschen einer Maschine empathische Fähigkeiten zuschreiben, sie diese nicht unbedingt besitzen müsse. Dabei sei die KI-Technologie durch den Unterschied zwischen „Empathie simulieren“ und „Empathie haben“ definiert. Während Menschen von Grunde auf empathiefähige, also moralische Wesen seien, könne eine KI per Definition nicht die Fähigkeit zu moralischem Verhalten haben, sondern sei auf die Überzeugungen, Prägungen und Verhaltensweisen ihrer Entwickler verwiesen.
tagesspiegel.de

– Anzeige –
IoT: Sicherheitsrisiko Alt-IoT, BSI warnt vor Lücken in Exchange-Servern, Bosch setzt auf dem Weg zur Null-Fehler-Produktion auf KI iot-ticker.net
Blockchain: IBM und Ubirch entwickeln digitalen Covid-Impfpass, Christie’s versteigert Kryptokunst, Mehr Krypto-Handel an der Frankfurter Börse geplant blockchain-ticker.net
Smartlife: Smart Home setzt sich in Deutschland nicht so schnell durch, Huawei-Flagshipstore in Berlin eröffnet, Gericht in NRW stoppt Smartmeter-Zwangs-Rollout smartlife-ticker.net
Safety and Security: Microsoft Exchange Hack, EU-Arzneimittelbehörde im Visier vermeintlich russischer Hacker, Reformiertes Jugendschutzgesetz safety-security-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

EU-Projekt optimiert Unterwasserroboter: Von den Geheimnissen der Tiefsee wissen wir Menschen auch heutzutage noch weniger als vom Mond. Da Menschen der Zugang zu den Tiefen der Meere verwehrt ist, setzt die Forschung auf Innovationen in der Robotertechnologie. Ein EU-Projekt unter der Leitung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) arbeitet nun an einer KI-basierten Optimierung der Umgebungswahrnehmung von Unterwasserrobotern. Das Projekt DeeperSense ist am 1. Januar des Jahres gestartet und nutzt maschinelles Lernen, um die Stärken nicht-visueller und visueller Sensoren miteinander zu kombinieren. Per innensensorischem Lernen soll so ein Algorithmus entstehen, der in der Lage ist, ein kameraähnliches Bild nur auf Grundlage geringaufgelöster Sonardaten zu generieren. Trainiert wird die KI u.a. in Binnengewässern, im Mittelmeer und im Roten Meer.
nachrichten.idw-online.de

ZITAT

„Wenn es darum geht, in einer großen Excel-Tabelle irgendwelche Zahlen zu finden, macht dies die Maschine heute schon besser als ich. Da ist die Maschine heute schon intelligenter. Wenn sie aber mit Intelligenz meinen, dass die Maschine nur beim Angucken meines Sohnes weiß, wie seine Stimmungslage ist, dann werde ich das als Mutter solange besser wissen, solange ich mehr Zeit mit meinem Sohn verbringe.“
Die KI-Expertin Kenza Ait Si Abbou plädiert im Gespräch mit dem „Deutschlandfunk“ für eine Unterscheidung zwischen Intelligenz und Bewusstsein bei der Beschreibung von KI-Fähigkeiten.
deutschlandfunkkultur.de

UNGEKÜNSTELT

KI mit handschriftlichen Notizen überlisten: Die Bilderkennung mithilfe von Künstlicher Intelligenz hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Nichtsdestotrotz sind auch die besten Maschinenlernsysteme einfach auszutricksen, wie eine Untersuchung von Forschern der Non-Profit-Organisation OpenAI zeigt. In der Studie nennen die Forscher ihr Vorgehen „typografische Attacke“, man könnte es aber auch als die „Notizzettelmethode“ bezeichnen. Demnach reiche es aus, einen beliebigen, von der KI erkennbaren Gegenstand mit einem Notizzettel zu versehen, auf dem eine andere Bezeichnung für den Gegenstand steht. Im Versuch befestigten die Forscher an einem Apfel der Marke Granny-Smith einen Zettel, auf dem das Wort „iPod“ geschrieben stand. Tatsächlich zeigte sich das KI-System, welches den Apfel zuvor einwandfrei als solchen identifiziert hatte, nun überzeugt davon, ein Apple-Gerät vor sich zu haben.
derstandard.de

Newsletter anmelden

Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter an. Sie erhalten jede Woche den kompakten Digest mit dem wichtigsten Themen zu Künstlicher Intelligenz:

AI-Ticker

Weitere Digibriefings

Unsere Politbriefings