KW 10: Pentagon gibt sich KI-Ethikleitlinien, Vatikan positioniert sich zu Künstlicher Intelligenz, Experten optimistisch über KI-Nutzung

NACHRICHTEN

Pentagon gibt sich KI-Ethikleitlinien: Nach Beratungen über 15 Monate hat das US-Verteidigungsministerium sich fünf ethische Leitlinien für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Militärbereich gegeben. Dabei solle vermieden werden, dass KI-Systeme ungewünschtes Verhalten entwickeln. Die Künstliche Intelligenz soll vertrauenswürdig und kontrollierbar sein. Kritiker werfen dem Pentagon vor, sich lediglich eine reines Image geben zu wollen. Befürworter zeigen sich hingegen optimistisch, dass die KI-Ethikleitlinien für einen sicheren Umgang mit der Technologie sorgen könnten.
heise.de

Vatikan positioniert sich zu Künstlicher Intelligenz: Der Vatikan hat während einer Konferenz zu Künstlicher Intelligenz seine Position zum Thema verhandelt und ein Dokument veröffentlicht. Demnach fordert der Vatikan, dass Künstliche Intelligenz unvoreingenommen agieren und die Privatsphäre der Menschen schützen wolle. Man zeigt sich besorgt, dass der Einsatz der Künstlichen Intelligenz bereits weit vorangeschritten sei, bisher jedoch nur wenig Regulierung existieren würde.
nau.ch

Experten optimistisch über KI-Nutzung: Die Computerwoche lud zum Round Table “Machine Learning 2020” ein und diskutierte mit Experten aus der Wirtschaft den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Industrie Deutschlands. Bei der Runde, die aus Dr. Leonard Rothacker (Lufthansa Industry Solutions AS GmbH), Dr. Reza Bakhtiari (A1 Digital Deutschland GmbH), Eberhard Hechler (IBM Deutschland Research und Development GmbH), Dr. Christoph Angerer (NVIDIA) und Daniela Schneider (Capgemini) bestand, waren sich die Experten einig, dass Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ein großer Zugewinn sein können. Vor allem im B2B-Bereich gäbe es bereits eine Reihe von Entwicklungen, im B2C-Bereich hingegen dominieren die USA. Dass KI den Menschen ersetzt, halten die Experten für unwahrscheinlich – sie würde komplementär in unterschiedlichen Branchen eingesetzt werden.
cio.de

Sachsen will KI als Operationsassistenz entwickeln: Bis 2022 soll im Projekt “Arailis” am Universitätsklinikum Dresden dazu geforscht werden, auf welche Weise Künstliche Intelligenz Ärzte während Operationen unterstützen kann. Mit 1,5 Millionen Euro fördert das Land Sachsen das Vorhaben. Die KI soll bei minimalinvasiven Operationen zum Einsatz kommen und das Risiko für Komplikationen verringern.
aerzteblatt.de

Digitales Prüfsystem soll Sicherheit von Fahrzeugen erhöhen: Das österreichische Polymer Competence Center Leoben (PCCL) entwickelte in Kooperation mit der Universität Leoben ein digitales Auge, das bei der Prüfung von Oberflächen genutzt werden soll. Konkret soll es bei Fahrzeugen genutzt werden, um Kratzer und Dellen in Oberflächen zu erkennen. Ziel ist es “vorausschauende Qualitätskontrolle” zu gewährleisten, die sowohl die Innen- als auch Außenoberflächen analysieren und im Falle von Risiken Hinweise geben kann.
derstandard.at

Studie prognostiziert 13 Prozent BIP-Wachstum durch KI: Der Verband der Internetwirtschaft e.V. eco und das Beratungsunternehmen Arthur D. Little haben mit der Unterstützung der Vodafone Stiftung das ökonomische Potenzial von Künstlicher Intelligenz auf die deutsche Volkswirtschaft kalkuliert. Sie betrachten es unter dem gegenwärtigen Trend der Verbreitung als realistisch, dass das Bruttoinlandsprodukt bis 2025 um 13 Prozent steigen könnte – sofern KI in der Breite angenommen wird. Der Verband eco fordert für die erfolgreiche Implementierung von KI in der Industrie mehr politische Rückendeckung.
industry-of-things.de

Netzkolumne: Dumm wie Bot sueddeutsche.de
Professur: Aufbau von KI-gestützter Medizin an der Uni Marburg kma-online.de
Bernhard Scherkopf: Der Mann, der Computern das Lernen beibringt faz.net
Grünen-Sprecherin: „Deutschland ist bestenfalls Mitläufer“ welt.de
Quantencomputer: Mit Quantenbits in die Zukunft tagesspiegel.de

ZAHL DER WOCHE

Laut Studie von PricewaterhouseCoopers nutzen 52 Prozent der Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeitern Künstliche Intelligenz in der Fertigung.
it-daily.net

HINTERGRUND

Maschinelles Lernen birgt große Chance für die Medizin: In der Diagnostik und Früherkennung sowie in der Pflege und Betreuung können digitale Assistenten und Apps die Gesundheitsversorgung erhöhen. Bereits jetzt gibt es großes Potenzial um genetisch bedingte Krankheiten besser zu erkennen. Allerdings gibt es viele offene Fragen zum Umgang mit Patientendaten. Allen voran ist unklar, wie Daten auf welche Weise welchen Personen verfügbar gemacht werden sollen, sodass es gezielte Fortschritte in der Medizin gibt. Unterschiedliche Daten liegen häufig bei unterschiedlichen Akteuren. Reale Patientendaten sind jedoch notwendig, um KI-Systeme zu skalieren.
deutschlandfunk.de

Europa ist bei KI nicht abgeschlagen: Europa ist im Bereich der Künstlichen Intelligenz laut Fokus-Redakteur Peter Liggesmeyer nicht chancenlos. Deutschland beispielsweise ist führend beim Einsatz von intelligenten Systemen in der Produktion. Das KI-Weißbuch der Europäischen Kommission, das am 19. Februar vorgestellt wurde, legt zudem einen wesentlichen Grundstein für die Weiterentwicklung der Technologie in der EU. Zwar sind die staatlichen und privaten Investitionsbudgets sehr viel geringer als in China und den USA, jedoch ist nicht nur das Volumen an sich, sondern auch der zielgerichtete Einsatz der Finanzmittel wesentlich. Auf Grundlage der starken Ingenieurskenntnisse in Deutschland besteht insbesondere im industriellen Bereich die Chance führende Produkte zu entwickeln.
focus.de

PROJEKT DER WOCHE

Microsofts “AI for Earth” zeigt wie der Artenschutz durch Künstliche Intelligenz geschützt werden kann: Microsoft unterstützt 435 Projekte in 71 Ländern mit dem Projekt “AI for Earth”. Dabei werden Lösungen entwickelt, die den Umwelt- und Naturschutz unterstützen sollen. Beispielsweise wurde ein System entwickelt, das mit einem Kamera-Algorithmus die Analyse des Robbenbestands berechnen kann. Ein anderes Projekt nutzt Künstliche Intelligenz, um mithilfe von Audio-Daten Auskunft Informationen über den Verbleib von Belugawalen zu sammeln.
t3n.de

ZITAT

“So sehr Sensoren auch dazu beitragen können, unser Klima zu schützen, sie sammeln auch eine Menge Daten, die keiner wirklich braucht – und die dennoch wertvolle Ressourcen verbrauchen. Die Frage, welche Daten wir wirklich produzieren und sammeln wollen, ist auch eine ökologische.”
Autorin Anastassia Lauterbach in der Kolumne “Cyber Boss”.
derstandard.at

UNGEKÜNSTELT

Tech-Pionier warnt vor zu viel Regulierung: Sebastian Thrun ist Gründer des Google-X-Labors und mahnt vor zu viel Regulierung. Voreilige Einschränkungen bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz könnten laut seinen Aussagen die Innovationskraft dämpfen – das genaue Gegenteil sei jedoch notwendig, um im Tech-Wettbewerb mithalten zu können.
handelsblatt.com

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