KW 12: US-Startup testet am Münchener Flughafen autonomes Fahren, KI soll bei der Aufklärung von Kriegsverbrechen helfen, Mit KI die Strahlenbelastung bei PET-Scans senken

NACHRICHTEN

US-Startup testet am Münchener Flughafen autonomes Fahren: Die US-Techfirma „Argo AI“ möchte 2022 am Münchener Flughafen eine Teststrecke für autonomes Fahren sowie ein dazugehöriges Büro eröffnen. Unter realitätsnahen Bedingungen sollen verschiedenste Verkehrssituationen simuliert und trainiert werden. Argo AI wird zu großen Teilen von VW und Ford finanziert. Volkswagen investierte 2020 mehr als zwei Milliarden Euro in das Unternehmen und gab erst vor Kurzem bekannt, eine Robotaxi-Flotte testen zu wollen. 2025 soll diese in verschiedenen deutschen Großstädten an den Start gehen.
mixed.de

KI soll bei der Aufklärung von Kriegsverbrechen helfen: Bilder und Videoaufnahmen werden für die Rekonstruktion und Beurteilung kriegerischer Handlung und gewalttätiger Auseinandersetzungen immer wichtiger. Gerade für die Aufklärung von Kriegsverbrechen sind solche Beweise essentiell. Doch im Digitalzeitalter erreicht Hilfsorganisationen und andere Stellen eine sehr große Anzahl solcher Dokumente. Aus diesem Grund nutzen sie für ihre Analysen immer häufiger Software und künstliche Intelligenz, die zum Beispiel mit Munitionsattrapen aus dem 3D-Drucker geschult wurde. Adam Harvey druckt Repliken sogenannter Streumunition nach dem Vorbild von Fotos und Videos, fotografiert diese Dummies aus allen möglichen Perspektiven und in verschiedenen Hintergründen und in verschiedenen Zuständen, um den Algorithmus zu trainieren, auf Fotos aus Kriegsgebieten entsprechende Munition erkenntlich zu machen. Mehr als hundert Länder haben sich verpflichtet, diese mit vielen Mini-Sprengkörpern gefüllte Bomben nicht mehr einzusetzen. Bei einer Detonation verteilten diese sich über weite Flächen und gefährden nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten. Als Blindgänger stellen sie noch Jahrzehnte später eine große Gefahr da. Dennoch werden diese Bomben beispielsweise in Syrien oder dem Jemen eingesetzt.
spiegel.de

Mit KI die Strahlenbelastung bei PET-Scans senken: Bei der Erforschung und Therapie von Krebs sind PET-Scanner sehr wichtig, da sie zuverlässig Krebszellen im Körper erkennen können. Doch sie funktionieren nur, wenn der Patientin oder dem Patienten vorher ein radioaktiver Marker verabreicht wurde, der sich dann an den Tumoren anlagert. Forschern des Londoner King’s College ist es nun gelungen, zumindest die hierfür notwendige Dosis des radioaktiven Materials zu reduzieren. Die Krux: Weniger injizierte Marker bedeuten auch weniger Bilddaten zur Auswertung. Doch für die KI reichen die auch mit weniger Markern erzeugten Bildern noch aus, um zuverlässige Diagnosen stellen zu können. Das ist auch dadurch möglich, dass es viele tausend Bilder von bereits angefertigten Bildern von PET-Scans gibt, konnte die KI mit diesen trainiert werden. Momentan braucht die KI nur ein Viertel der Bilder, die normalerweise für einen aussagekräftigen PET-Scan notwendig sind. Langfristig hoffen die Forscher, die KI so gut zu trainieren, dass nur noch die Verabreichung von 0,1 Millisievert radioaktiven Markern nötig sind. Das wäre ungefähr die Strahlenbelastung eines USA-Europa-Fluges – und nur noch ein Prozent des heutigen Werts: 5 bis 10 Millisievert.
deutschlandfunk.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

KI als Treiber der „vierten industriellen Revolution“: Künstliche Intelligenz gilt schon heute als einer d e r treibenden Innovationsfaktoren. Forscher erwarten, dass KI in den kommenden zehn Jahren jährlich rund 13 Billionen US-Dollar zum Bruttosozialprodukt beitragen wird. Doppelt so viel wie die Dampfmaschinen während der ersten industriellen Revolution oder die Informationstechnologie während er Zweiten und sogar dreimal so viel wie die Industrierobotik in der dritten industriellen Revolution. Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte erklärt, dass das Gros der deutschen Unternehmen KI inzwischen als maßgeblichen Faktor für einen „nachhaltigen Geschäftserfolg“ wahrnehmen: „79 Prozent sehen diese Technologie bereits heute als sehr bedeutend oder erfolgskritisch an.“ Im letzten Jahr belief sich der Umsatz von KI-Anwendungen auf rund 19 Milliarden Dollar. Bis 2025 soll er bei sage und schreibe 90 Milliarden betragen.
pt-magazin.de

Mit künstlicher Intelligenz die Fertigkeiten von Chirurgen bewerten: Ein Schweizer Forschungsprojekt des Universitätskrankenhauses Bern möchte die Fertigkeiten und den jeweiligen momentanen Verfassungszustand von Chirurgen mittels KI bewerten. Denn diese Faktoren sind von zentraler Bedeutung für den Erfolg einer Operation und Menschen bewerten sie oftmals nicht absolut unvoreingenommen. Aus diesem Grund soll die Beurteilung von Chirurginnen und Chirurgen künftig automatisiert und objektiviert werden. Mit einem neu entwickelten, dreistufigen Ansatz versuchen die Forscherinnen und Forscher dies Realität werden zu lassen. Zur Analyse wird Videomaterial von Operationen, genauer von 242 laparoskopischen Eingriffen zur Entfernung der Gallenblase, herangezogen. Zunächst werden die verwendeten Instrumente identifiziert, dann werden die jeweiligen Bewegungen analysiert und Muster extrahiert, um schließlich unter Verwendung einer linearen Regression mit der Beurteilung durch Experten korreliert zu werden. Für die Studie wurden mehr als 240 der gleichen Operation Der Studie lagen dabei 242 Videos von laparoskopischen Eingriffen zur Entfernung der Gallenblase zugrunde. Noch ist dieser Ansatz vom Einsatz in der Praxis weit entfernt. Doch die technologie-gestützt Beurteilung bietet viele Vorteile, beispielsweise die absolute Objektivität, ihre überregionale Einsatzmöglichkeit und Unabhängigkeit von Zeit oder Personen.
computerworld.ch

Gastbeitrag: Wie KI unsere Arbeitswelt verändert und welche Rolle Quereinsteiger dabei spielen industrie.de
Robohund: Koda soll Intelligenz eines Supercomputers besitzen mixed.de
Verkehr: KI soll Stresslevel von Fahrern messen verkehrsrundschau.de
University of Waterloo: Forscher entwickeln autonomes KI-Exoskelett für gehbehinderte Menschen heise.de
Hand Physics Lab: Geniale Handtracking-App erscheint offiziell mixed.de

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Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast „Berlin Bubble“ diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Mauer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de

ZAHL DER WOCHE

Um 34.5 Prozent ist die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen mit AI-Fokus von 2019 bis 2020 gestiegen. Das geht aus dem AI Index 2021 der amerikanischen Stanford University hervor.
theverge.com

HINTERGRUND

KI und Automatisierung bedroht Callcenter-Industrie: Der Einsatz von Chatbots anstelle von Callcenter-Mitarbeitern könnte enorme wirtschaftliche Probleme für Länder, in denen viele Callcenter betrieben werden, haben. 2019 erwirtschaftete dieser Sektor allein in den Philippinen 26 Milliarden Dollar. Doch gerade die Coronapandemie sorgt dafür, dass viele Betreiber nun auf KI-gestützte Chatbots umsatteln. Laut US-Callcenterbetreiber Sitel, der auf den Philippinen rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, nutzen inzwischen rund 25 Prozent seiner Kunden Chatbots, bis Jahresende könnten es 35 Prozent werden. Damit hätte sich ihr Einsatz seit Ausbruch der Pandemie verdreifacht. Dies geht einher mit einem geringeren Personalbedarf in Callcentern: Laut asiatischer Entwicklungsbank könnten KI und andere Technologien bis 2030 bis zu 286.000 Philippiner aus der Branche drängen. Etwas abgemildert werden könnte dies dadurch, dass auch der Einsatz von KI Personal erfordert.
derstandard.de

Smartspeaker sollen Gesundheitsupdates erhalten: Noch werden die Smartspeaker von Google, Amazon oder Sonos vorrangig als Tools zum Musik hören benutzt. Künftig könnten die digitalen Assistenten aber stärker für medizinische und gesundheitliche Zwecke zum Einsatz kommen. Einem Bericht der „Washington Post“ zufolge haben Forscher in den USA ein KI-basiertes System entwickelt, dass mithilfe von Sonartechnologie Vibrationen auffangen kann, die das Herz in den Brustwänden von Menschen verursacht. So könnten Algorithmen in Smartspeakern Muster im Herzschlag von Personen identifizieren und analysieren. Bislang war diese Technologie noch auf den direkten Kontakt zwischen Mensch und Gerät angewiesen, etwa bei Smartwatches.
futurezone.de

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IoT: USA erklären fünf chinesische Telekom-Anbieter zu Bedrohung für nationale Sicherheit, Interpol: Cyberkriminalität wird zur „Parallel-Pandemie“ iot-ticker.net
Blockchain: Schweiz verweigert Bitcoin Suisse die Banklizenz, Verhaltene Reaktion auf IBM-Zuschlag für digitalen Impfpass blockchain-ticker.net
Smartlife: Apple stellt HomePod ein, Haier verkündet Expansionspläne in Europa smartlife-ticker.net
Safety and Security: Lufthansa mit Datenverlust nach Cyberangriff, Hacker zapfen 150.000 Überwachungskameras an safety-security-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

FAU startet Forschungsprojekt zu künstlicher Intelligenz und Gesundheitskompetenz: Wie muss ein Assistenzsystem ausgestaltet sein, um auch wirklich täglich genutzt zu werden? Dieser Frage widmen sich künftig Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche In­telligenz, der Universität Duisburg-Essen und Industriepartnern soll in Erlangen ein KI-basiertes, lernendes Assistenzsystem entwi­ckelt werden, das Menschen bei einem gesunden Alltagsverhalten unterstützen soll.
aerzteblatt.de

ZITAT

„Wenn KI und Roboter zusammenkommen, dann passieren die interessanten Dinge. Es geht nicht mehr nur um Effizienz, sondern auch darum, neue Wege zu beschreiten.“
Tabitha Goldstaub, Autorin von „How to Talk to Robots. A Girls‘ Guide to a Future dominated by AI“.
vogue.de

UNGEKÜNSTELT

Kazuo Ishiguro neuer Roman: Was, wenn KI wie ein Kind denkt? In seinem neuen Roman „Klara und die Sonne“ beschäftigt sich der Brite Kazuo Ishiguro mit Klara, einem Roboter, der Kindern gegen Einsamkeit helfen soll.
nzz.ch

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