KW 15: KI liest Gedanken, Nur wenige Unternehmen nutzen KI, Forschungsgruppe entwickelt KI-Ethik-Label

NACHRICHTEN

KI liest Gedanken: Forscher der University of California in San Francisco (UCSF) haben eine Künstliche Intelligenz entwickelt, die in der Lage sein soll, Gehirnaktivität in Sprache umzuwandeln. Dafür wurden vier Epilepsiepatienten Elektroden implantiert. Die Patienten sagten 30 bis 50 Mal bestimmte Sätze, anhand derer die KI lernte, Sprachsignaturen zu deuten und in Wörter umzuwandeln. In einem zweiten Schritt schaffte es die KI dann, Sätze nur anhand der Gehirnaktivität zu erkennen. Die Fehlerquote der KI lag bei drei Prozent, ein für vergleichbare Software ungewöhnlich hoher Wert. Die Forscher betonten jedoch, dass die KI in der Untersuchung nur in der Lage war, 250 vordefinierte Wörter zu erkennen. In Zukunft könnte eine solche KI jedoch Menschen helfen, die nicht mehr in der Lage sind, sich zu artikulieren.
welt.de

Deepmind-KI perfektioniert Videospiele: Googles KI-Unternehmen Deepmind hat bereits einige KIs entwickelt, die Brettspiele wie Schach und Go perfektionierten. Im Jahr 2012 wurden 57 Titel der alten Videospielkonsole Atari 2600 ausgewählt, die von einer KI gelernt werden sollten. Nun veröffentlichte das Unternehmen die KI Agent57, die in der Lage ist, alle diese Spiele besser als Menschen zu spielen. Was auf den ersten Blick trivial erscheinen mag, zeigt, wie anpassungsfähig die KI ist. Die Spiele unterscheiden sich in Aufbau und Ablauf teilweise stark. Die KI muss dafür also hoch flexibel sein.
mixed.de

Nur wenige Unternehmen nutzen KI: Eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass nur sechs Prozent der deutschen Unternehmen KI nutzen. Nur ein Prozent der Beschäftigten befasst sich überhaupt mit KI während der Arbeit. Gleichzeitig suchen jedoch viele Unternehmen KI-Spezialisten, wobei 43 Prozent der ausgeschriebenen Stellen unbesetzt bleiben. Pro Unternehmen, das KI einsetzt, werden rund 270.000 Euro ausgegeben. Insgesamt gaben deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr 4,3 Milliarden Euro für den Einsatz von KI aus. Am meisten kommt dabei das maschinelle Lernen sowie das maschinelle Beweisen zum Einsatz.
manager-magazin.de

Arzt dämpft Erwartungen für Corona-KI: In der letzten Zeit berichteten einige Medien über die KI des chinesischen Unternehmens Alibaba, die in der Lage sein soll, das Coronavirus anhand von CT-Bildern zu erkennen. Auch einige andere Unternehmen berichteten, eine solche KI entwickelt zu haben. Moritz Brehmer, Facharzt für Radiologie und Chief Medical Officer beim Berliner KI-Spezialisten Merantix, schränkt die erhofften Erfolge jedoch stark ein. “Wir finden das bei Merantix Healthcare aus Firmenperspektive höchst spannend. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir da aber keinen eklatanten Beitrag leisten können. Das wäre nicht seriös”, so der Arzt. Die beste Methode, um auf das Coronavirus zu testen, bleibe der Abstrich mit einem Wattestäbchen. Die Zeichen eines CT seien nicht spezifisch für Corona. Es könne sich dabei ebenso um eine andere virusbedingte Lungenerkrankung handeln.
gruenderszene.de

Trainingscluster: Huawei Atlas 900-KI-Cluster gewinnt Red Dot Award 2020 finanznachrichten.de
WaveNetEQ: Künstliche Intelligenz für den Mittelstand datacenter-insider.de
Audiolücken in Videotelefonaten: Google KI ergänzt eure Stimme – und niemand merkt’s mixed.de
Interview: „KI kann nicht inkrementell lernen“ storage-insider.de
EU-Initiative: KI-Startups können beim Kampf gegen das Corona-Virus helfen gruenderszene.de

ZAHL DER WOCHE

Mehr als 750 Millionen Edge-Ai-Chips werden 2020 laut Deloitte verkauft werden.
it-business.de

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Das Coronavirus schränkt unser soziales Leben ein – richtigerweise müssen Menschen vor lebensgefährlichen Infektionen geschützt werden. Wenn Begegnungsräume nicht mehr erreichbar sind, verlieren wir Möglichkeiten zum Austausch und Lernen. Wer nach Verbindung sucht, nutzt digitale Alternativen. Wir unterstützen dabei, Begegnungen online zu schaffen – mit Veranstaltungsstreams können Sie die wichtigen menschlichen Verbindungen dennoch knüpfen.
livestreaming-berlin.tv

HINTERGRUND

Einsatz von KI in der Medizin: Der Einsatz von KI im Gesundheitswesen wächst – auch bedingt durch die weltweite Corona-Pandemie. Dabei kommt unter anderem die Methode des maschinellen Lernens zum Einsatz, bei der ein Algorithmus Daten analysiert, um darin Muster zu finden. So lassen sich beispielsweise Tumore auf Röntgenaufnahmen erkennen. Beim Deep Learning hingegen lernen mehrschichtige Algorithmen, ergebnisoffener zu analysieren. So können Zusammenhänge besser erkannt werden. Allerdings sind dafür weitaus mehr Daten notwendig. Auch sind die Ergebnisse beim Deep Learning für Menschen oft nur schwer nachvollziehbar, was die Zulassung für Medizinprodukte problematisch macht. Ein weiterer Anwendungsbereich von KI in der Medizin ist die Entwicklung von neuen Medikamenten. Wirkstoffe könnten dank dem Einsatz von KI deutlich schneller und gezielter gefunden werden.
spektrum.de

Forschungsgruppe entwickelt KI-Ethik-Label: Die sogenannte “AI Ethics Impact Group” hat ein KI-Ethik-Label entwickelt. Dieses soll künftig anzeigen, wie vertrauenswürdig und sicher die KI eines bestimmten Produkts ist. Die Gruppe wurde vom VDE Verband zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung initiiert. Beteiligt waren Philosophen und Experten verschiedener Universitäten in Deutschland. Das Label beurteilt KIs nach verschiedenen Kriterien: Transparenz, Verantwortlichkeit, Schutz der Privatsphäre, Gerechtigkeit, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit eines Produkts werden bewertet. Sebastian Hallensleben vom VDE kann sich vorstellen, dass ein ähnliches Label auch auf internationaler Ebene angewandt werden könnte.
background.tagesspiegel.de

PROJEKT DER WOCHE

Chatbot statt Personalabteilung: Das KI-Unternehmen All Turtles hat einen Chatbot entwickelt, an den sich Betroffene von Belästigungen, sexueller Gewalt und ähnlicher Vorfälle wenden können, um ein womöglich unangenehmes Erstgespräch mit einem Menschen zu vermeiden. Der Chatbot mit dem Namen Spot ist für die Anwendung in Personalabteilungen von Unternehmen ausgelegt. Nutzer können sich anonym an Spot wenden, um Belästigungen oder Diskriminierungen zu dokumentieren. Die Gründerin der Firma, Julia Shaw, will so für eine “gesunde Arbeitskultur” sorgen. Neben dieser Anwendung kann der Chatbot in einigen Unternehmen aber auch für anonymes Whistleblowing oder zur Meldung von Verstößen gegen die Corporate Governance genutzt werden.
heise.de

ZITAT

“KI muss gesetzlich reguliert sein, wobei die Notwendigkeit für politische Eingriffe je nach Anwendungsbereich – ob nun Verbrechensbekämpfung, Verkehrsplanung, Medizin, Bildung oder privater Bereich – unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Kommt KI beispielsweise beim Online-Dating zum Einsatz, ist der Staat eigentlich nicht gefragt, während bei der Verbrechensbekämpfung die Sache ganz anders aussieht.”
Kay Knoche, Principal Solution Consultant bei Pegasystems, über die gesetzliche Regulierung von KI.
it-zoom.de

UNGEKÜNSTELT

Tomatenzucht dank KI: Das japanische Technikunternehmen NEC kooperiert mit dem Agrarkonzern Kagome, beim Tomatenanbau. Kagome nutzt dabei die Plattform CropScope, um per KI das Wachstum der Tomaten und viele andere Faktoren wie die Wetterbedingungen zu überwachen. Erste Tests des Systems konnten den Ertrag um 30 Prozent steigern, während der Einsatz von Düngemittel um 20 Prozent fiel.
heise.de

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