KW 16: EU-Kommission verabschiedet neues KI-Gesetz, Würzburger Forscher wollen KI im Weltraum trainieren, Brasiliens Regierung setzt auf künstliche Intelligenz

NACHRICHTEN

KI-Gesetz: EU-Kommission möchte Social Scoring verbieten: Die Europäische Kommission soll schon nächste Woche ein Gesetz vorlegen, das künstliche Intelligenz strenger reguliert. Besonders risikoreiche Anwendungsfälle von automatisierten Entscheidungssystemen sollen künftig von Behörden genehmigt werden müssen. Social-Credit-Systeme wie in China sollen verboten werden. Biometrische Überwachung im öffentlichen Raum wird zwar als „hochriskant“ eingestuft, doch nicht generell verboten. Einigen EU-Abgeordneten geht dies nicht weit genug. Nicht unter die neuen Regelungen fallen etwa militärische Anwendungen von KI wie Kampfroboter, da diese aus Sicht der Kommission nicht nach den Binnenmarktregeln der EU reguliert werden sollen.
netzpolitik.org

Würzburger Forscher wollen Künstliche Intelligenz im Weltraum trainieren: Um neue Phänomene im Weltraum zu entdecken, wollen Forscher der Universität Würzburg einen Satelliten mit künstlicher Intelligenz an Board ins Weltall schicken, der selbstständig ausschließlich relevante Entdeckungen zur Erde zurückmelden soll.  „Mit Technologien der künstlichen Intelligenz ließen sich bislang unbekannte Anomalien viel leichter aufspüren“, sagt Professor für Raumfahrttechnik Hakan Kayal, die Wissenschaft stehe bei KI in der Raumfahrt noch ganz am Anfang. Gefördert wird das Forschungsprojekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Geplant ist, den Satelliten in Schuhkartongröße im Frühjahr 2024 in den Orbit zu schicken.
heise.de

Mit künstlicher Intelligenz zu besseren Antikörper-Medikamenten: Ein neuer Ansatz bei der Entwicklung von Antikörper-Medikamenten hilft, diese zu optimieren. Forschende der Fakultät Biosysteme der ETH Zürich in Basel setzen dazu Methoden des maschinellen Lernens ein. Damit gelingt es ihnen, Antikörper zu finden, welche die an sie gestellten Anforderungen besser erfüllen und zum Beispiel besser verträglich sind.
nachrichten.idw-online.de

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Mit Schwung aus der Pandemie – Tipps und Tricks für den Onlinehandel: Die Corona-Pandemie sorgte für einen beispiellosen Boom beim Onlinehandel. Mittlerweile hat auch die kleine Boutique von nebenan den E-Commerce für sich entdeckt. Doch gerade, wenn aus der vermeintlichen Notlösung plötzlich ein nachhaltiges Geschäftsmodell wird, ist professionelle Beratung unumgänglich. Welche steuerlichen Fallstricke es zu umgehen gilt, was sich durch die EU-weite Umsatzsteuerreform im Sommer für Onlinehändler verändert und was es mit dem One-Stop-Shop-System auf sich hat, darüber haben wir mit Nadja Müller und Saravanan Sundaram von fynax, dem Steuerfachberater für E-Commerce bei der ETL, gesprochen. youtube.com

Brasiliens Regierung setzt auf künstliche Intelligenz: Die brasilianische Regierung hat nach zehnjähriger Vorbereitung erstmals eine nationale Strategie für künstliche Intelligenz veröffentlicht. Diese Strategie basiert auf einer Analyse von u.a. internationaler Erfahrungen, der bestehenden Strukturen, aber auch der Konsultation mit der brasilianischen Bevölkerung. Vier von acht geplanten KI-Forschungszentren sollen, ohne ein konkretes Datum zu nennen, laut Minister für Wissenschaft, Technologie und Innovation Marco Pontes bald fertiggestellt sein. Die Regierung sieht KI als essenziell für die Entwicklung vieler anderer Technologien und auch eine Kooperation mit der Privatwirtschaft ist vorgesehen.
heise.de

Künstliche Intelligenz klassifiziert 27 Millionen Galaxien: Wissenschaftler aus dem Team um Jesus Vega-Ferrero und Helena Dominguez Sanchez an der University of Pennsylvania haben eine KI entwickelt, die 27 Millionen Galaxien selbstständig klassifiziert hat. Grundlage der Analyse waren Daten der Himmelsdurchmusterung DES (Dark Energy Survey). Vor drei Jahren hatte das Team bereits mit einer früheren Version der KI 600.000 Galaxien kategorisiert. Im Vergleich dazu wurden nun bis zu 100-mal lichtschwächere Objekte klassifiziert.
forschung-und-wissen.de

Heimatschutz durch künstliche Intelligenz-die Bundeswehr auf dem Weg in die Zukunft: Seit Ende des ersten Quartals 2021 wird in der Operationszentrale des Kommandos Territoriale Aufgaben erprobt, wie das auf KI basierende Katastrophenwarnsystem „Prometheus“ die Bundeswehr in der Einschätzung aktueller Lagen unterstützen kann. Statt wie bisher täglich von Soldat:Innen Nachrichten und Informationen auswerten zu lassen, soll „Prometheus“ das Personal in der Operationszentrale von dieser Aufgabe entlasten. Mithilfe des Start-Ups „Traversals“ entstand in wenigen Monaten ein Prototyp, der in Berlin noch bis Juli erprobt wird.
bundeswehr.de

Automobil: Bund investiert Millionen in autonomes Fahren cio.de
Forschung: Neues KI-Kompetenzzentrum geplant com-magazin.de
Literatur: Literatur wird mit künstlicher Intelligenz erforscht deutschlandfunk.de
Digitale Kriegsführung: Wie gefährlich ist KI auf dem Schlachtfeld? heise.de
Spracherkennung: Microsoft bietet beinahe 20 Milliarden Dollar für KI-Unternehmen Nuance faz.net

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Berlin Bubble: Was bewegt Berlin-Mitte? In unserem wöchentlichen Podcast „Berlin Bubble“ diskutieren Matthias Bannas, Egon Huschitt und Stefan Mauer, was im politischen Berlin auf der Agenda steht. info-fm.de

ZAHL DER WOCHE

Das Kult PC-Spiel „Die Siedler 2“ feiert 25. Jubiläum.
heise.de

HINTERGRUND

Was passiert, wenn uns Roboter trösten? In ihrem neuen Buch „Künstliche Intelligenz und Empathie. Vom Leben mit Emotionserkennung, Sex-Robotern und Co.“ beschreibt die Philosophin Catrin Misselhorn die Auswirkungen eines alltäglichen Zusammenlebens von Mensch und Maschinen, die über menschenähnliche Intelligenz verfügen. Einen besonderen Schwerpunkt legt sie dabei auf die Bedeutung von Emotionen und die Möglichkeiten, diese über Gesichtserkennung und Stimmanalysen zu erfassen. Als Expertin in Maschinen-Ethik zeigt sie auf, wie bereits in den 1960er Jahren Künstliche Intelligenz Einzug in unseren Alltag gefunden hat und welche Einflüsse dies auf unseren Alltag hat.
srf.ch

KI-Emotionsanalyse für besseren Unterricht? Die Nachhilfeplattform GoStudent soll die Stimmung von Lehrern und Schülern messen. So soll herausgefunden werden, welche Methoden langfristig einen positiven Effekt auf das Lernverhalten haben. Mithilfe des KI-Tools „iMotions“, mit dem die Mimik der Teilnehmenden erfasst und ausgewertet wird, will Gründer Felix Ohswald die online-Lehre verbessern. Ziel ist es, den kompletten Prozess zu automatisieren, momentan erfolgt nur die Erfassung und Teile der Auswertung automatisch, noch werden große Datensätze von Analystinnen bearbeitet. Kritik am System äußert unter anderem Linguistikprofessor der TU Dresden Alexander Lasch, der zwar Potenzial in der Technik sieht, doch ist ihm die Gefahr eines Vertrauensverlustes zu hoch und auch der Zusammenhang zwischen emotionalem Empfinden und Lernfortschritten ist nicht unumstritten.
tagesspiegel.de

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IoT: Regierung plant millionenschwere Förderung des 6G-Ausbaus, Vodafone beendet „Mogel-5G“ iot-ticker.net
Blockchain: Krypto-Plattform Coinbase startet Börsengang, Bitcoin über 64.000er Marke blockchain-ticker.net
Smartlife: Casio bringt die G-Shock als Smartwatch raus, Google Wifi weicht Google Home smartlife-ticker.net
Safety and Security: Hacker bieten persönliche Daten von LinkedIn-Nutzern zum Verkauf, Nach Datenleck bei Facebook safety-security-ticker.net

PROJEKT DER WOCHE

Wie ein Deutscher das Einkaufen in New York verändern will: Mit seinem Start-up Jokr verspricht CEO Ralf Wenzel Lieferungen in 15 Minuten. „Hyperlokale“ Lagerhäuser, welche durch die Pandemie im schwer durch Covid getroffenen New York so einfach wie noch nie zu finden sind, sollen die Versprechungen ermöglichen. Um die Lieferwege zusätzlich kurzzuhalten, soll mithilfe künstlicher Intelligenz der richtige Bedarf zur richtigen Zeit ermittelt werden. Damit will Wenzel ein Unternehmen „für die neue Generation des Einzelhandels“ aufbauen, das nicht nur den online Einkauf ermöglicht, sondern auch direkt die Ware liefert und so lange Lieferketten umgeht.
handelsblatt.com

ZITAT

„Ein Schlag ins Gesicht der Zivilgesellschaft.“
Die EU-Abgeordnete Alexandra Geese (Grüne) über den geleakten Gesetzesentwurf zur Regulierung von KI.
netzpolitik.org

UNGEKÜNSTELT

Roboter lernen das Streicheln: An der TU-Dresden werden neue Wege gesucht, wie Mensch und Maschine in Zukunft interagieren. Mithilfe einer Datenjacke soll der Gang zum Physiotherapeuten ersetzt werden. Vor allem die leichte Zugänglichkeit dieser neuen taktilen Form der Internetkommunikation ermöglicht vielleicht in der Zukunft eine neue Art des Lernens. Durch künstliche Intelligenz konnten auch Probleme wie die unmittelbare Übertragung der Berührung sowie die Unterschiede beispielsweise im Alter der empfangenden Person, die eine „echte“ Übertragung der Berührung bislang noch erschwert haben, angegangen werden.
saechsische.de

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