KW 21: EU-Parlament diskutiert über Ethik in der KI, Neue KI-Suchmaschine von Amazon, Einzelhandel könnte in der Krise auf KI setzen

NACHRICHTEN

Spezifische Werbung von Adobe dank KI: Mittels künstlicher Intelligenz will Adobe seine Experience Cloud verbessern, um Kunden mit Werbung gezielter anzusprechen. In Zusammenarbeit mit Partnern wie Microsoft und SAP soll ein verbessertes Datenmodell erarbeitet werden, dass Informationen aus verschiedenen “Silos” vereint. Ein neuer Dienst von Adobe mit dem Namen “Customer AI” wertet beispielsweise Daten über Kundenverhalten aus, um herauszufinden, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Kunde ein bestimmtes Produkt kauft. Insgesamt soll es fünf neue Dienste geben.
heise.de

EU-Parlament diskutiert über Ethik in der KI: Das EU-Parlament diskutierte in der vergangenen Woche über die Regulierung von KI-Technologien. Der spanische Sozialdemokrat Ibán García del Blanco forderte ein einheitliches Regelwerk, um unterschiedliche Ansätze der Staaten bei der Entwicklung von KI zu bündeln. “Wir sind der Meinung, dass eine Regulierung wichtig ist, um sicherzustellen, dass es keine Einschränkung des Binnenmarktes gibt. Wenn wir den Mitgliedsstaaten Spielraum lassen, werden wir meiner Meinung nach eine größere Rechtsunsicherheit erleben”, so García del Blanco. Weiter schlug der Politiker vor, eine neue Agentur einzurichten, um die Einhaltung ethischer Prinzipien beim Thema KI zu sichern.
euractiv.de

Neue KI-Suchmaschine von Amazon: Amazons neue Suchmaschine Kendra ist an den Start gegangen. Unterstütz von KI soll die Suchmaschine als Werkzeug für Unternehmen dienen, um interne Dokumente und Informationen für Mitarbeiter besser auffindbar zu machen. Anstelle von Schlagwörtern soll dabei auch natürliche Sprache, also beispielsweise formuliert als Frage, verwendet werden können. Amazon bietet seinen Dienst Unternehmen für die ersten 30 Tage kostenlos an, allerdings auf 40.000 Suchanfragen pro Tag beschränkt.
t3n.de

Scholderer veröffentlicht neuen KI-Dienst: Der Anbieter von IT-Service-Management (ITSM) Scholderer veröffentlichte drei neue Dienste, die beim automatischen Erstellen von Service-Katalogen und Service Level Agreements helfen. Dabei kommen neben Künstlicher Intelligenz auch Big Data sowie die Blockchain-Technologie zum Einsatz.
heise.de

Singapur setzt Roboter gegen die Pandemie ein: Der Stadtstaat Singapur setzt bei der Durchsetzung von Corona-Maßnahmen vermehrt auf den Einsatz von Robotern. So patrouilliert in einem Park testweise ein Roboterhund, der Besucher auf das Einhalten der Abstandsregelungen hinweist. Derzeit wird die Maschine noch von einem Menschen gesteuert. Künftig könnte der Roboter jedoch auch eigenständig patrouillieren.
br.de

KI-Forschung: In Lübeck entsteht eine Außenstelle des DFKI elektroniknet.de
Ilya Sutskever: Was OpenAIs Chef-Forscher mit der Super-KI machen würde mixed.de
KI-Analyse: Sony lanciert Bildsensoren mit KI computerworld.ch
Wortkreationen: Software erfindet Wörter und passende Definitionen dazu golem.de
Project: CORaiL: Wie KI bei der Rettung von Korallenriffen hilft bigdata-insider.de

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Das Coronavirus schränkt unser soziales Leben ein – richtigerweise müssen Menschen vor lebensgefährlichen Infektionen geschützt werden. Wenn Begegnungsräume nicht mehr erreichbar sind, verlieren wir Möglichkeiten zum Austausch und Lernen. Wer nach Verbindung sucht, nutzt digitale Alternativen. Wir unterstützen dabei, Begegnungen online zu schaffen – mit Veranstaltungsstreams können Sie die wichtigen menschlichen Verbindungen dennoch knüpfen.
livestreaming-berlin.tv

ZAHL DER WOCHE

100 neue Professuren für Künstliche Intelligenz will Bayern in den kommenden Jahren einrichten.
forschung-und-lehre.de

HINTERGRUND

Künstlich erzeugte Reden und Fakes dank Text2Speech: Die sogenannte Text2Speech-Technologie gilt als eines der spannendsten und aussichtsreichsten Felder der Künstlichen Intelligenz. Dabei geht es darum, Software zu entwickeln, die per gesprochener Sprache mit Menschen kommuniziert und dabei möglichst echt wirkt. Schon vor zwei Jahren stellte Google “Duplex” vor, bei dessen Präsentation eine Angestellte eines Friseursalons angerufen wurde und nicht merkte, dass es sich bei dem Anrufer offenbar um eine KI handelte. Beim Projekt „JFK Unsilenced“ wurde eine künstliche Rede des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy erzeugt. Kritik handelte sich Adobe ein, als das Unternehmen 2016 sein Projekt Voco vorstellte. Anhand von Samples konnten Software- und Toningenieure Soundfiles im transkribierten Text editieren und neuen Text eingeben. Damit ist es möglich, Prominenten Worte in den Mund zu legen, die diese so nie gesagt haben. In Kombination mit gefälschten Videos könnten solche Programme künftig zu täuschend Ergebnissen führen, die von tatsächlichem Material kaum mehr zu unterscheiden wären.
t3n.de

Einzelhandel könnte in der Krise auf KI setzen: Um dem von der Corona-Krise betroffenen Einzelhandel zu helfen, wollen einige Berliner Start-ups Künstliche Intelligenz einsetzen. Noch stehen vielerorts Aufpasser an den Türen von Geschäften und zählen, wie viele Menschen diese betreten und verlassen. Künftig könnten KIs diese Aufgabe übernehmen. Aber auch nach der Krise dürften KIs verstärkt zum Einsatz kommen. “Sicherlich werden langfristig immer mehr Händlerinnen und Händler sich für KI-basierte Systeme entscheiden, um ihre Prozesse auf der Ladenfläche zu optimieren”, sagen auch Anwender im Handelsverband Deutschland (HDE). Das Berliner Start-up Signatrix hat eine Software entwickelt, die als digitaler Ladendetektiv fungiert. Sie überwacht die Einkaufswägen und -körbe, um zu überprüfen, ob Kunden, ohne zu bezahlen den Laden verlassen. Philipp Müller, Geschäftsführer von Signatrix, geht davon aus, dass sein System während der Pandemie verwendet werden könnte, um das Einhalten der Abstandsregeln sicherzustellen oder zu überprüfen, ob sich die Kunden an die Maskenpflicht halten. Das Unternehmen sei dafür bereits mit verschiedenen Supermarktketten im Gespräch.
tagesspiegel.de

PROJEKT DER WOCHE

KI gegen Waldrodung: Um gegen die weltweite Zerstörung der Wälder zu kämpfen, will die “Data for Good”-Initiative Künstliche Intelligenz einsetzen. Dazu werden in einem ersten Schritt Freiwilligen Satellitenbilder von Wäldern vorgelegt, die diese bewerten sollen. Anhand dieser Bewertungen werden dann KI-Algorithmen erstellt, die diese Aufgabe dann eigenständig übernehmen sollen. “Bildanalyse ist ein wichtiger erster Schritt für die präzise Erfassung und Prognose für Abholzung. Menschen sind bestens für diese Aufgabe geeignet, denn sie erkennen – im Gegensatz zur Technologie – auch kleinere Eingriffe in die Wälder weltweit, wie sie zunehmend vorkommen”, sagt Albert van Jaarsveld, CEO des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA), dass sich an dem Projekt beteiligt.
bigdata-insider.de

ZITAT

“Wir ignorieren die wirklichen Probleme, die mit der breiten Einführung der KI einhergehen: Fairness, Inklusion, Transparenz, Robustheit, Sicherheit, Datenschutz, Nutzerrechte.”
Facebooks KI-Chef Jerome Pesenti kritisiert Aussagen von Elon Musk, der in der Vergangenheit äußerte, dass sich KI zu einer “existenziellen Gefahr für die menschliche Zivilisation” entwickeln könnte.
t3n.de

UNGEKÜNSTELT

Australien gewinnt AI Song Contest: Beim AI Song Contest, einem Wettbewerb für künstlich erzeugte Lieder, gewann ein australisches Team mit dem Namen Uncanny Valley mit seinem Song “Beautiful the World”. Die KI, die das Lied erzeugte, wurde in Anlehnung an die verheerenden Waldbrände in Australien im vergangenen Jahr mit Audio-Samples von Koalas, Kookaburras und tasmanischen Teufeln trainiert.
futurezone.at

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