KW 22: Google will keine KI mehr für Ölkonzerne entwickeln, Microsoft entwickelt Supercomputer für KI-Training, Über die Grenzen zwischen Mensch und KI

NACHRICHTEN

Google will keine KI mehr für Ölkonzerne entwickeln: Google will künftig nicht mehr spezielle KI-Software an Öl- und Gaskonzerne liefern. Der Entscheidung war ein Gutachten der Umweltschutzorganisation Greenpeace vorausgegangen, das verdeutlichte, wie die Technologieriesen Google, Microsoft und Amazon die Ölunternehmen durch künstliche Intelligenz bei der Suche nach Vorkommen unterstützen. Greenpeace USA zeigten sich über die Entscheidung Googles erfreut: “Obwohl Google noch einige Altverträge mit Öl- und Gasunternehmen hat, begrüßen wir diese Ankündigung von Google, keine kundenspezifischen Lösungen für die Öl- und Gasförderung mehr zu entwickeln”.
derstandard.de

LINK-Programm will KI im Kulturbetrieb fördern: Die zweite Etappe des LINK-Programms der Stiftung Niedersachsen und der Volkswagen Stiftung ist zu Ende gegangen. In der sogenannten KI-Schule hatten sich 20 Personen in Workshops mit dem Einsatz von KI im Kulturbetrieb befasst. Projektleiterin Tabea Golgath der Stiftung Niedersachsen erklärt: “Wir haben gemerkt, dass es in der Kulturszene sowohl in Niedersachsen als auch bundesweit noch nicht allzu viel Vorwissen zu künstlicher Intelligenz und zur Programmierung von beispielsweise neuronalen Netzen gibt. Mit dem LINK-Programm wollen wir Kulturschaffende in die Lage versetzen, künstliche Intelligenz anzuwenden und eigene Programmierungen vorzunehmen.” In der dritten Etappe, deren Bewerbungsphase gerade begonnen hat, können Bewerber bis zu 150.000 Euro für Projekte im Bereich KI und Kultur erhalten.
ndr.de

Microsoft entwickelt Supercomputer für KI-Training: Microsoft hat einen Supercomputer entwickelt, der auf das Training von Künstlicher Intelligenz spezialisiert ist. Der Rechner, der in der Microsoft-Cloud Azure angesiedelt ist, besteht nach Angaben von Microsoft aus 285.000 Prozessoren (CPU), 10.000 Grafikchips (GPU) und einer möglichen Bandbreite von 400 Gigabit pro Sekunde an jedem GPU-Server. Es handele sich damit um einen der fünf besten Supercomputer der Welt. Der Computer soll zunächst dazu genutzt werden, um Algorithmen der Initiative OpenAI zu testen. Künftig sollen jedoch auch andere Entwickler Zugriff auf das System erhalten.
t3n.de

Lernen vom Menschen statt von Daten bei Project Bonsai: Bei Microsofts Project Bonsai handelt es sich zwar um eine Künstliche Intelligenz, diese wird jedoch nicht durch große Mengen von Daten trainiert, sondern lernt von Menschen. So könnten beispielsweise Ingenieure dem Programm einzelne fachliche Schritte beibringen, aus denen Bonsai lernt. Damit soll vermieden werden, dass Entscheidungen der KI ab einem bestimmten Punkt nicht mehr nachvollzogen werden können. Microsoft arbeitet dabei mit anderen Unternehmen zusammen und veröffentlicht zumindest Teile des Algorithmus. “Wir machen das System öffentlich, sodass jeder Mensch, der es einmal ausprobieren möchte, dies auch tun kann”, so John Hammond, Microsoft-Chef für automatisierte Systeme.
golem.de

KI wertet CT-Befunde besser als Radiologen aus: Mediziner der Icahn School of Medicine in New York nutzt zwei KIs, um CT-Befunde von COVID-19 Patienten zu analysieren. Eine der beiden Softwares nutzt ein neuronales Netzwerk, um Muster in den Bildern zu erkennen. Die zweite KI soll in der Lage sein, eine Diagnose zu stellen. Trainiert wurden beide KIs mit 534 Befunden. Im Test zeigte sich, dass die beiden KIs zusammen bessere Ergebnisse erzielten als langjährige Radiologen.
aerzteblatt.de

Virtuelle Konferenz: „KI Praxis im Unternehmen“ computerwelt.at
Astrophysik: Künstliche Intelligenz entdeckt Gravitationslinsen spektrum.de
Facebook: Neue Sprach-KI klingt wie ein Mensch und ist schnell trainiert mixed.de
Smart Data Analytics: BMW setzt auf KI in der Lackiererei automotiveit.eu
Chat: KI soll bei Facebook-Messenger Betrüger aufspüren kurier.at

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Das Coronavirus schränkt unser soziales Leben ein – richtigerweise müssen Menschen vor lebensgefährlichen Infektionen geschützt werden. Wenn Begegnungsräume nicht mehr erreichbar sind, verlieren wir Möglichkeiten zum Austausch und Lernen. Wer nach Verbindung sucht, nutzt digitale Alternativen. Wir unterstützen dabei, Begegnungen online zu schaffen – mit Veranstaltungsstreams können Sie die wichtigen menschlichen Verbindungen dennoch knüpfen.
livestreaming-berlin.tv

ZAHL DER WOCHE

80 Prozent der digitalen Anfragen an Unternehmen könnten dem Experten Dr. Kay Knoche zufolge von KI-basierten Entscheidungssystemen beantwortet werden.
it-daily.net

HINTERGRUND

Über die Grenzen zwischen Mensch und KI: Derzeit wird eine Debatte über autonome bewaffnete Drohnen in der Bundeswehr geführt. Dabei wird von Befürwortern der Waffensysteme stets betont, dass die letztendliche Entscheidungsgewalt immer beim Menschen läge. “Wir haben nicht die Absicht, Systeme einzuführen, die autonom töten”, sagt auch Gerald Funke, der Leiter der Unterabteilung Zukunftsentwicklung bei der Bundeswehr. Bei nicht-bewaffneten Systemen, beispielsweise Roboter, die Verwundete bergen, könnte eine komplette KI-Steuerung jedoch durchaus denkbar sein. Es wird dabei zwischen “in the Loop”, bei dem der Mensch die letzte Instanz ist, und “on the Loop”, bei der der Maschine deutlich mehr Autonomie gewährt wird, unterschieden. Die Technikphilosophin Catrin Misselhorn weist darauf hin, dass der Mensch schon heute von der Entscheidungsfindung vieler Programme ausgeschlossen werde und trotzdem auf diese vertraue: “Erkennt er die Überlegenheit der Maschine an, kann er den Schuss eigentlich nicht verweigern.” In vielen Situationen sind die Entscheidungsprozesse von Mensch und Maschine so miteinander verwoben, dass sie im Grunde nicht mehr voneinander getrennt werden können. Die Forscherin Louise Amoore berichtet von einem Beispiel: “Einer der frappierendsten Momente in meiner jüngsten Forschung war, als eine erfahrene Chirurgin mir berichtete, dass der Einsatz eines chirurgischen Roboters beim Herausschneiden von Tumoren die Einschätzung der Grenzen ihrer eigenen Handlungsfähigkeit veränderte”. Die Chirurgin hätte nicht mehr unterschieden zwischen der Maschine, den Algorithmen und ihren eigenen Fähigkeiten. Amoore mahnt: “Dieselbe Gruppe von Algorithmen wird in autonomen Waffen und autonomen Fahrzeugen verwendet”.
heise.de

Geutebrücks Wandel zum KI-Dienstleister: Das Sicherheitsunternehmen Geutebrück beliefert viele namhafte Kunden, unter ihnen das Bundeskanzleramt oder die russische Zentralbank. Immer mehr setzt das Unternehmen dabei auf Künstliche Intelligenz. Besonders in der Corona-Krise kann diese helfen. Zum Beispiel entwickelt der Konzern Software, die per Videoerkennung dafür sorgen soll, dass Menschen ihre Atemschutzmasken tragen. Aber auch auf Baustellen kann überprüft werden, ob Arbeiter Helme tragen. “Namhafte Unternehmen aus den Bereichen Logistik und Industrie” seien interessiert, so Chefin Katharina Geutebrück. Sie übernahm 1997 die Marketingleitung von Geutebrück und gehört seit 1999 der Geschäftsführung des Familienkonzerns an. 2012 übernahm sie die Kontrolle über das Unternehmen. Da der Hardware-Markt, auf den sich der Konzern bis dahin spezialisiert hatte, stagnierte, wurde die Firma zunehmend zum Softwarehersteller umgebaut.
handelsblatt.com

PROJEKT DER WOCHE

Nvidias KI baut Pacman-Klon: Allein durch Beobachtung war eine KI mit dem Namen GameGAN von Nvidia in der Lage, das berühmte Videospiel Pacman nachzubauen. Insgesamt sah die KI dafür rund 50.000 Stunden Pacman-Spiele. Offenbar ist der Klon des Retroklassikers auch spielbar. Eine solche Version soll im Sommer 2020 erscheinen.
golem.de

ZITAT

“Was wir im Moment können, ist, mit maschinellen Lernverfahren beeindruckende Ergebnisse in sehr schmalen Domänen erzielen. Es gibt zum Beispiel Algorithmen, die übermenschlich gut “Go” spielen können. Derselbe Algorithmus kann aber nicht Auto fahren, und so, wie das System designt ist, kann er das auch nicht lernen. Zumindest ist er dafür nicht gut geeignet. Das ist eine große Baustelle, an der wir noch viel arbeiten müssen. “
Prof. Dr. Tobias Glasmachers vom Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum über die Herausforderungen moderner KI.
zeit.de

UNGEKÜNSTELT

KI im Callcenter: Wegen der Corona-Pandemie können die meisten Mitarbeiter von Callcentern nicht an ihren Arbeitsplatz kommen. Künstliche Intelligenzen wie der Watson Assistant for Citizens von IBM ermöglichen es, trotzdem Anrufe zu beantworten. Die Pandemie beschleunigt damit eine Entwicklung, die sich schon länger anbahnt: Durch die technologische Entwicklung sprachbasierter Chatbots könnten menschliche Angestellte in Callcentern bald der Vergangenheit angehören. Bis der Mensch in diesem Bereich jedoch ganz von der KI ersetzt wird, könnte es noch einige Zeit dauern.
heise.de

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