KW 25: Facebook stellt drei neue KI-Systeme vor, Memristor-Chip könnte Energiekosten für KIs drastisch senken, Microsoft-KI soll bei Sichtung von strafrechtlichem Material helfen

NACHRICHTEN

KI studiert Konzentrationsschwächen in Büros: Ein Team von Wissenschaftlern des Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) haben eine KI entwickelt, die es ermöglichen soll, Konzentrationsschwächen von Angestellten in flexiblen Arbeitsräumen zu analysieren. Dabei handelt es sich um Büroräume, an denen beispielsweise die Arbeitsplätze nicht fest zugewiesen werden. Getestet wurde die KI in den Büroräumen des Ingenieurbüros Arup. “Diese Art von System hat das Potenzial, auf Dauer genutzt zu werden, um informierte Entscheidungen zu Arbeitsraumgestaltung und -layout zu machen”, sagt Mohammad Saiedur Rahaman, einer der Autoren der Studie.
computerwelt.at

Facebook stellt drei neue KI-Systeme vor: Auf der diesjährigen virtuellen CVPR-Konferenz will Facebook einige neue KI-Systeme vorstellen, darunter die Bild-KI SynSin. Sie soll in der Lage sein, 2D-Bilder räumlich zu interpretieren und ein weiteres Bild aus einem anderen Blickwinkel zu erstellen. Eine weitere KI des Unternehmens wurde entwickelt, um aus 2D-Bildern von Menschen 3D-Modelle zu erstellen. Die dritte KI, die vorgestellt werden soll, kann ohne Qualitätsverlust Personen aus einem Bild freistellen, sodass diese in ein anderes Bild eingefügt werden können. Dieses System könnte beispielsweise für Videokonferenzen oder AR-Anwendungen genutzt werden.
mixed.de

KI überwacht Produktivität von Mitarbeitern: Enaible, ein Start-up aus Boston, hat eine KI entwickelt, die die Produktivität von Angestellten überwachen und bewerten soll. Geschäftsführer Tommy Weir beschreibt die Software: “Stellen Sie sich vor, Sie managen jemanden, und Sie könnten ihn den ganzen Tag beobachten und ihm Empfehlungen geben, wie er seine Arbeit besser machen kann”. Gerade in der Corona-Krise könnte die Software Unternehmen dabei helfen, den Überblick über die Produktivität ihrer Mitarbeiter zu behalten, auch wenn diese sich im Homeoffice befinden. Die KI macht sich mit den individuellen Arbeitsweisen von Mitarbeitern vertraut und lernt, welche Auslöser dazu führen, dass Aufgaben erledigt werden. Die KI könnte Unternehmen dabei helfen, ihre Effizienz zu steigern. Kritiker fürchten jedoch, dass sie auch dazu genutzt werden könnte, als unproduktiv betrachtete Angestellte zu entlassen. Der Anwalt Cori Crider kritisiert: “Es kann zu einem massiven Machtgefälle zwischen Arbeitnehmern und Management führen. Und die Mitarbeiter haben weniger Möglichkeiten, das Management zur Rechenschaft zu ziehen”.
heise.de

Berliner KI-Start-up erhält Millionenfinanzierung: Das Berliner Start-up Vara hat eine KI zur Früherkennung von Brustkrebs entwickelt und erhielt nun in einer Finanzierungsrunde 6,5 Millionen Euro. Die Künstliche Intelligenz überprüft Mammografien und soll in der Lage sein, unauffällige Bilder herauszufiltern. Dadurch könnte sich das medizinische Personal auf die verdächtigen Fälle konzentrieren. Mithilfe der Finanzierung will das Unternehmen eine großangelegte klinische Studie durchführen. “Das ist nach unserem Kenntnisstand die erste groß angelegte klinische Studie, die über sechs bis sieben Jahre die KI-gestützte Brustkrebsfrüherkennung mit dem bisherigen Mammografie-Screeningverfahrens vergleicht”, sagt Vara-Pressesprecher Sven Piechottka.
aerztezeitung.de

Memristor-Chip könnte Energiekosten für KIs drastisch senken: KI-Systeme benötigen oft viel Strom, um komplexe Rechenleistungen durchzuführen. Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wurde nun ein Computerchip entwickelt, der deutlich energiesparender arbeiten könnte. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Memristor, der bereits 1971 entwickelt wurde. Statt ein neuronales Netz digital zu simulieren, werden bei dieser Methode künstliche Neuronen, die Memristoren genannt werden, auf einem Chip untergebracht. Er ähnelt damit der Synapse eines Gehirns. Bei dem neuen Chip des MIT wurden zehntausende solcher Synapsen auf einem Chip verbaut. Erste Tests des Chips scheinen vielversprechend. Sie könnten unter anderem in selbstfahrenden Autos zum Einsatz kommen, sagt Jeehwan Kim, ein beteiligter Forscher: “Stellen sie sich vor, sie verbinden ein neuromorphes Gerät mit einer Kamera in ihrem Auto und die erkennt sofort Objekte, ohne eine Verbindung zum Internet herstellen zu müssen”.
mixed.de

Verhaltensänderungen: Künstliche Dummheit zeit.de
TransCoder: Facebook AI Research präsentiert Transcompiler heise.de
Interview: Können Menschen und KIs Freunde sein? rnd.de
5G und KI: Neue Chancen für den globalen Halbleitermarkt elektronikpraxis.vogel.de
Digitale Ausweiskontrolle: Maschmeyer setzt auf Anti-Betrugs-Technik sueddeutsche.de

ZAHL DER WOCHE

283 Tonnen CO2 entstehen durchschnittlich bei der Entwicklung eines einzigen KI-Modells.
derstandard.at

HINTERGRUND

Microsoft-KI soll bei Sichtung von strafrechtlichem Material helfen: Der Fall des Kindesmissbrauchs in Münster ist erschreckend. Ein IT-Experte soll über mehrere Jahre Kinder in seiner Gartenhütte vergewaltigt und Videos davon ins Darknet gestellt haben. Neben dem Hauptverdächtigen wurden mehrere weitere Tatverdächtige festgenommen, viele Festplatten wurden beschlagnahmt. Die Masse der Daten stellt die Ermittler vor ein Problem. Sie müssen nun hunderte Terrabytes, die zudem verschlüsselt sind, begutachten – ein sehr hoher zeitlicher Aufwand. Eine Künstliche Intelligenz, die von Microsoft in Zusammenarbeit mit NRW-Justizministerium entworfen wurde, könnte bei der Sichtung des Materials helfen und eine Vorauswahl von strafrechtlich relevantem Material vornehmen. Da es rechtlich verboten ist, Beweismaterial an Dritte weiterzugeben, geht die KI einen Zwischenschritt und abstrahiert und anonymisiert konkrete Inhalte. Dank der KI könnte auch sichergestellt werden, dass Datenträger künftig nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne zurückgegeben werden müssen, ohne dass alle Daten ausgewertet werden konnten.
background.tagesspiegel.de

Wie diversere Entwicklungsteams für bessere KIs sorgen: Der amerikanische IT-Konzern IBM kündigte im Zuge der weltweiten Proteste gegen rassistische Polizeigewalt an, die Entwicklung von Gesichtserkennungssoftware fürs erste einzustellen. Kritiker werfen solchen Programmen vor, zu oft diskriminierend zu entscheiden. So gibt es eine US-amerikanische KI, die Richtern bei der Urteilsfindung helfen soll. Die Künstliche Intelligenz geht jedoch davon aus, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe eine höhere Chance haben, straffällig zu werden. Um einen fairen und neutralen Algorithmus zu entwickeln, bedarf es unter anderem diverserer Entwickler, die keine Vorurteile hegen. Nur durch vielfältige Entwicklerteams könnten diskriminierende Variablen in den Daten, anhand derer eine KI trainiert wird, auffallen, sagt die Expertin Stephanie Fischer, die das Textanalyse-Start-up Datanizing gegründet hat. Eine Erhebung des AI Now Institutes zeigt, wie homogen auch in den großen Tech-Konzernen die Entwicklerteams noch sind. So liegt der Frauenanteil von Facebooks KI-Forschung bei nur 15 Prozent. Google kommt sogar nur auf zehn Prozent. Auch Menschen mit dunkler Hautfarbe sind in den Konzernen mit 2,5 Prozent bei Google und vier Prozent bei Facebook stark unterrepräsentiert.
golem.de

PROJEKT DER WOCHE

KI schreibt in Handschrift: Wissenschaftler der Universität Erlangen haben eine KI entwickelt, die Handschriften imitiert. Sie könnte Menschen, die beispielsweise wegen einer Verletzung nicht mehr in der Lage sind, helfen zu schreiben. Andere Anwendungsmöglichkeiten sehen die Forscher bei virtuellen Postkarten und anderen persönlichen Schriften, die digital versendet werden könnten. Auch andersherum, für die Schrifterkennung, ließe sich die Software einsetzen, sagt Forscher Vincent Christlein.
mdr.de

ZITAT

“Eine Stunde Betriebsausfall in einem Produktionsbetrieb kann ein mittelständisches Unternehmen schnell einmal mehrere hunderttausend Euro kosten. Jede weitere Stunde wird teuer. Für Unternehmen konnte eine gut trainierte KI schon zur großen Hilfe werden, Stillstandszeiten zu überbrücken.”
Die KI-Expertin Rassa Seyedi von IBM über den Einsatz von KI in Krisenzeiten.
industriemagazin.at

UNGEKÜNSTELT

MSN-KI verwechselt Sängerin: Microsoft will für seinen Nachrichtendienst MSN künftig verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzen, um Kosten zu sparen. Dutzende Journalisten weltweit will das Unternehmen dank der Umstellung offenbar entlassen. Gleich zu Beginn des KI-Einsatzes passierte Microsoft jedoch ein peinlicher Fehler. Ein automatisch erstellter Artikel verwechselte die Sängerin Jade Thirlwall von der Gruppe Little Mix mit ihrer Bandkollegin Leigh-Anne Pinnock. Die Sängerin beschwerte sich daraufhin bei Twitter.
berliner-zeitung.de

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