KW 32: Erdbeben durch KI vorhersagen, KI als Schlüssel zur nationalen Sicherheit, GPT-3: ein KI-Game-Changer oder eine Umweltkatastrophe?

NACHRICHTEN

Erdbeben durch KI vorhersagen: Japanische Forscher wollen Erdstöße samt Ausbreitung mit Hilfe von KI vorhersagen. Da es in Japan täglich bebt, versuchen die Forscher den Katastrophenschutz zur Vollendung zu bringen. Ziel ist es, Erdbeben schon kurz vor ihrem Ausbruch vorherzusagen.
heise.de

KI als Schlüssel zur nationalen Sicherheit: Ex-Google-Chef Eric Schmidt warnt, dass das US-Militär hinter China und andere Rivalen zurückfallen könnte. Er drängte den öffentlichen und privaten Sektor am Mittwoch bei einer virtuellen Veranstaltung in der Brookings Institution dazu, die KI-Fähigkeiten des Landes zu stärken und KI zu einem Eckpfeiler der nationalen Sicherheit zu erheben.
wsj.com

GPT-3: ein KI-Game-Changer oder eine Umweltkatastrophe? GPT steht für das “generative pre-training” einer Sprache, also eine Art Sprach-KI, das Wissen über die Welt durch das “Lesen” enormer Mengen geschriebenen Textes erwirbt. Wenn jedoch immer mehr Rechenleistung auf das Problem angewendet wird, wie hoch sind dann die Umweltkosten der maschinellen Lerntechnologie? Die genaue Größe ihres ökologischen Fußabdrucks ist bisher nicht bekannt. Zum einen, weil er schwer zu messen ist. Zum anderen aber auch, weil die Technologieindustrie keinen Anreiz hat, dies herauszufinden.
theguardian.com

KI Probleme und Herausforderung im Kolonialismus verwurzelt: Für Shakir Mohamed, ein südafrikanischer KI-Forscher bei DeepMind, sind kolonialen Hinterlassenschaften auch in der KI-Forschung omnipräsent: Algorithmische Diskriminierung und Unterdrückung, ghost work, beta testing, AI governance. Beispielsweise spiegelt das beta testing die historische Behandlung der Kolonien des Britischen Empire als Laboratorien für neue Medikamente und Technologien wider. KI-Systeme werden oft an besonders schwachen Bevölkerungsgruppen ausprobiert, bevor sie für die “echte” Endnutzer implementiert werden. Cambridge Analytica hat zum Beispiel seine Algorithmen bei den Wahlen 2015 in Nigeria und 2017 in Kenia im Betatest getestet, bevor sie in den USA und im Vereinigten Königreich eingesetzt wurden. Später stellten Studien fest, dass diese Experimente den kenianischen Wahlprozess aktiv störten und den sozialen Zusammenhalt untergruben.
technologyreview.com

KI bedarf einer internationalen Normierung: Eine Normierung kann festlegen, was die jeweilige Technologie leisten kann und soll – und was nicht. Da die Innovationen die technische Entwicklung derart vorantreiben, seien einheitliche Standards besonders im Bereich vonnöten um die Technologie überprüfen zu können, meinte Christoph Winterhalter, Chef des Deutschen Instituts für Normung.
capital.de

Algorithmus findet versteckte Verbindungen zwischen Gemälden im Metropolitan Museum of Art: Forschern des MIT’s Computer Science & Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) und Microsoft haben einen Algorithmus entwickelt, um verborgene Verbindungen zwischen Gemälden im Metropolitan Museum of Art (the Met) und dem Amsterdamer Rijksmuseum aufzudecken. Sie versuchen dabei Verbindungen verschiedener Kulturen aufzudecken. Um analoge Bilder zwischen verschiedenen Kulturen zu finden, verwendete das Team eine neue Datenstruktur für die Bildsuche, die als “conditional KNN tree” bezeichnet wird und ähnliche Bilder in einer baumartigen Struktur zusammenfasst. Diese Art der Datensammlung ermöglicht es dem “Baum” sich auf bestimmte Kulturen, Künstler oder Sammlungen zu beschränken und schnellere Antworten zu liefern. Es sei eine verbesserte Datenstruktur.
techxplore.com

Digitalisierung im Mittelstand: Industrie 4.0 wird mit weiteren 2 Millionen Euro gefördert industry-of-things.de
Mit KI an die Börse: erfolgreich investieren etf-nachrichten.de
Computer bald smarter als Menschen analyticsindiamag.com
Public Cloud-Umgebungen: laut einer Studie voller Sicherheitslücken it-daily.net
Daten noch besser umsetzen bigdata-insider.de

ZAHL DER WOCHE

248 Millionen persönliche Online-Zugangsdaten wurden offengelegt.
it-daily.net

HINTERGRUND

Digitalisierung der Medizin: Ein Schwerpunkt der Digitalisierungspläne des Bundesgesundheitsministeriums lag vor allem in der Entwicklung der KI. Hierfür wurde auch ein Digitalrat einberufen. Dass KI aber noch viel mehr kann, als eine effizientere Verwaltung von Patientendaten zu ermöglichen, erklärte Stephanie Kaiser, Gründerin der Heartbeat Labs, eines Unternehmens, das Start-ups in der Medizin hilft, Anwendungen der künstlichen Intelligenz zur Marktreife zu bringen. In Zukunft solle KI im Körper dort eingesetzt werden, wo Medikamente und Therapien verwendet werden.
manager-magazin.de

An die Grenzen gestoßen? US-Forscher behaupten, dass KI anhand von Gesichtsfotos feststellen kann, ob jemand kriminell wird. Mit einer angeblichen Trefferquote von 80 Prozent. Problematisch an der Studie war vor allem die Tatsache, dass die ausgewerteten Daten von Polizeibehörden stammten. Hamid Arabina, Professor für Informatik an der University of Georgia, stoppte die Studie. Für ihn hätten die Daten an sich schon eine Schieflage. Das Problem sei hier, dass die Daten zur Kriminalität oft subjektiv seien. In den USA werden Menschen mit schwarzer Hautfarbe öfter kontrolliert und sind dadurch in Statistiken zur Kriminalität überrepräsentiert. Ein System, das lernt, Schwarze als krimineller einzustufen, sei besonders gefährlich.
deutschlandfunkkultur.de

PROJEKT DER WOCHE

KI für die Wartungsarbeiten der Hafenkranseile – Predictive Maintenance: Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) setzt zur Erstellung zuverlässiger Prognosen zu Lebensdauer und für die Wartungsarbeiten der Hafenkranseile KI ein. Um neue Anwendungsmöglichkeiten zu testen, wird KI mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Ausprägungen in mehreren Projekten eingesetzt. Da die Lebensdauer von Seilen recht unterschiedlich ist das Predictive Maintenance ökonomisch besonders interessant.
it-zoom.de

ZITAT

“Die Künstliche Intelligenz wird uns Menschen in fünf Jahren überholen”,
sagte Elon Musk in einem kürzlichen Interview. Er sagte auch, dass die Dinge seltsam sein werden, wenn Computer viel intelligenter als Menschen sind.
analyticsindiamag.com

UNGEKÜNSTELT

KI diskriminiert: Seit Jahren ist das Problem bekannt, dass künstliche Intelligenz Menschen benachteiligt, die nicht weiß sind. Doch KI ist auch nur so fair wie der Mensch, den ihn programmiert. Damit liegt das Problem an sich nicht in der Software, sondern in den Entwicklerteams.
zeit.de, sueddeutsche.de

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