KW 45: Mehr KI auf der Agritechnica, selbstlernende Blitz-Vorhersage entwickelt, Putin will KI-Ethik-Kodex, Sprachberufe durch KI bedroht

NACHRICHTEN

Agritechnica setzt auf Künstliche Intelligenz: Bei der am Sonntag gestarteten Landwirtschaftsmesse Agritechnica in Hannover ist der Trend der Digitalisierung deutlich zu sehen: Smart Farming ist bereits jetzt im Einsatz bei den Landwirten, in Zukunft wird sich dieser sogar erhöhen. Für das sogenannte Precision Farming sind bereits Roboter, Sensoren und Radartechnik populäre Instrumente für die Verbesserung der Ernte und Wirtschaftlichkeit. Das KI-Ökosystem wird für Bauern immer größer – sie vernetzen sich sowohl mit großen Konzernen, als auch mit Start-Ups, die Lösungen für Agrarbetriebe liefern.
Unter den 2800 Ausstellern sind zwei Drittel aus dem Ausland. Die Agritechnica endet am 16. November.
heise.de

Forscher entwickeln Abwehrsystem für Blitze: Ein selbstlernendes System soll Blitze besser vorhersagen. Forscher aus der Schweiz arbeiten an einem KI-basierten Algorithmus, der Wetterdaten präziser auswertet. In Lausanne habe man Daten aus 10 Jahren gesammelt und sei dazu imstande Blitze im Umkreis von 30 Kilometern für die nächsten 10 bis 30 Minuten vorherzusagen. Auf Grundlage dieser Entwicklung könne es in Zukunft möglich sein, Einschläge an kritischen Stellen abzuleiten.
deutschlandfunk.de

Putin will Ethik-Kodex für KI: Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, dass Künstliche Intelligenz eine Schlüsseltechnologie für zukünftiges Wachstum sein wird: “Wer sie besitzt, wird enorme Wettbewerbsvorteile haben”. Allerdings sieht der Politiker auch Grenzen und Herausforderungen im Umgang mit der Technologie. Daher fordert er einen Ethik-Kodex für den harmonischen Umgang mit der Technologie, der auch soziale Dimensionen abdeckt. Putin implementierte die Stärkung der KI-Industrie in der nationalen Entwicklungsstrategie Russlands.
wiwo.de

Sprachberufe durch KI bedroht: Bei Übersetzungstätigkeiten schlagen Menschen die Maschine – doch mittlerweile nur sehr knapp. Die Perspektive der neuen KI-Entwicklungen deuten darauf hin, dass ein semantisches Verständnis und die Fähigkeit zu formulieren von Maschinen in naher Zukunft gut beherrscht wird – eine Bedrohung für Übersetzer, jedoch auch zunehmend für Journalisten. Experten versprechen sich von der Weiterentwicklung der Sprachkompetenzen einen Produktionsschub – man müsse allerdings die richtige Anwendung von KI in sprachfokussierten Berufen erkennen, um einen Mehrwert zu schaffen.
tagesspiegel.de

Mediziner haben ein ambivalentes Verhältnis zu KI: Erst in der vergangenen Woche wurde das Digitale-Versorgung-Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn verabschiedet, das eine Reihe von digitalen Möglichkeiten in der Gesundheitsbranche unterstützen wird. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass die Akzeptanz bei Ärzten durchwachsen ist – 47 Prozent sehen in Telemedizin und Künstlicher Intelligenz Chancen für die Gesundheitsversorgung, 38 Prozent hingegen sind skeptisch. Die Mediziner warnen davor, sich gänzlich auf die Künstliche Intelligenz zu verlassen, beispielsweise bei der Diagnostik von Krebs. Sorgen um den Arbeitsplatz machen sich Ärzte nicht – sie sehen, die Rolle des Arztes als weiterhin zentralen Aspekt für gute gesundheitliche Betreuung.
manager-magazin.de

Neue Arbeitsplätze durch KI bei Uniper: Während der dominante Tenor in Bezug auf das Verhältnis von Künstlicher Intelligenz und Arbeitsplätzen eher negativ ist und von Arbeitslosigkeit ausgeht, zeigt das Energieunternehmen Uniper, dass es auch in die andere Richtung gehen kann. So bringt das Unternehmen einen Teil der Arbeitsplätze für die Buchhaltung zurück nach Deutschland, denn die nun eingesetzte KI schafft zwar Sprünge bei der Effizienz, bedarf aber auch Betreuung und Wartung. Dafür werden Experten benötigt. Diese werden in Deutschland beschäftigt. In den Jahren zuvor nutzte Uniper Dienstleister aus Osteuropa für die Buchhaltung.
br.de

Prävention: Künstliche Intelligenz hindert Suizid aus der Ferne futurezone.at
Medizin: Die natürliche Angst vor dem Algorithmus aerztezeitung.de
Sachbuch: Gefahren künstlicher Intelligenz deutschlandfunk.de
Fachkonferenz „CyberSec & AI“: Was kann Künstliche Intelligenz wirklich? it-business.de

ZAHL DER WOCHE

30 Prozent der europäischen Unternehmen merken den Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf ihre Geschäfte – in China sind es 80 Prozent.
derstandard.de

HINTERGRUND

Ein Jahr Alfred – eine erste Bilanz: Alfred, die Künstlichen Intelligenz von Thyssenkrupp Materials Services, ist nun ein Jahr im Einsatz. Produktion, Lieferung und Portfolio sollen durch ihren Einsatz optimiert werden. Eine Erkenntnis ist bereits jetzt deutlich: es bedarf hochwertiger Daten für die erfolgreiche Implementierung von Künstlicher Intelligenz. Unternehmen müssen qualitative Informationen generieren können, anderenfalls ist der Nutzen von KI beschränkt. Unternehmen, die neue Technologien anwenden wollen, müssen klar definieren, welche Ziele sie haben und mit welchen Daten sie diese erreichen wollen.
industry-of-things.de

Industrie weiterhin zögerlich bei Künstlicher Intelligenz: 71 Prozent der Unternehmen planen laut Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft keinen Einsatz von KI-Instrumenten. Lediglich 10 Prozent der Firmen setzen bereits auf digitale selbstlernende Systeme zur Optimierung ihrer Produktion oder Effizienzsteigerung. 20 Prozent der befragten Unternehmen plant allerdings KI zu implementieren. Die Zahlen klingen zwar gering, allerdings lässt sich feststellen, dass die Verbreitung der Technologie schnell voranschreitet – im Jahr 2017 waren es lediglich zwei Prozent der Unternehmen, die KI nutzten. Allerdings ist das Bild gespalten – während der Optimismus der Befragten größer ist in Bezug auf die Gesamtwirtschaft und sie glauben, dass KI Vorteile bringt, ist man auf die eigene Branche und das eigene Unternehmen skeptischer.
iwd.de

PROJEKT DER WOCHE

Neuer Podcast zu Netzfragen: “Ist künstliche Intelligenz die größte Bedrohung für die Menschheit?”, diese Frage behandelt der neue Podcast “Netzteil” und diskutiert dabei mit Katharina Zweig, Professorin für Theoretische Informatik an der Technischen Universität Kaiserslautern und Sachverständige in der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz des Deutschen Bundestags. Der Podcast rückt die praktischen Dimensionen Künstlicher Intelligenz in den Vordergrund und fragt dabei unverblümt, welche Risiken durch KI entstehen.
spiegel.de

UNGEKÜNSTELT

EU arbeitet an ethischen Leitlinien für KI: 52 Experten sorgen dafür, dass Europa sich ein Bild davon macht, wie ethische Leitlinien praktisch aussehen könnten. Dabei sind 23 von ihnen aus der Industrie. Auch Lobbyverbände und Verbraucherschützer sitzen mit am Tisch. Im Frühjahr stellte die EU-Expertengruppe einen Entwurf vor – man befindet sich nun in der Evaluation von unterschiedlichen Kritikpunkten und Interessen. Die Leitlinien sollen vorerst nicht bindend sein, der Prozess ist lediglich ein erster Schritt für die Bestandsaufnahme und Entwicklung des Feldes.
netzpiloten.de

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