KW 47: Neue App soll Corona-Infektion an der Stimme erkennen, KI misst Emotionen in Beratungsgesprächen, Israelisches Fintech-Start-up will Banken durch KI ersetzen

NACHRICHTEN

Neue App soll Corona-Infektion an der Stimme erkennen: Eine von Forschern der Universität Augsburg entwickelte App soll es ermöglichen, Infektionen mit dem Corona-Virus anhand der Sprache zu erkennen. Wissenschaftlicher Leiter des Projekts ist der Spezialist für Künstliche Intelligenz Prof. Dr. Björn Schuller. Er forscht seit März an einer App, die mittels Spracherkennung das Virus im menschlichen Körper entdecken soll. Anfangs nutzten die Forscher dafür Sprachaufnahmen aus dem Wuhan, später setzten sie auf Stimmaufnahmen aus Deutschland, um die KI zu trainieren. Schuller zufolge könnten Computer durch maschinelles Lernen so trainiert werden, dass sie in der menschlichen Stimme Muster und andere Merkmale erkennen, die für Gefühle und Krankheiten stehen. Zur Erkennung müssen Probanden mit und ohne Virus-Infektion einen Text mit vielen Vokalen einsprechen. Die KI sei so mit bislang immerhin 80 prozentiger Wahrscheinlichkeit in der Lage, in der Stimmlage die Krankheit festzustellen. Allerdings fehlen noch Daten, um die App auf den Markt zu bringen.
innovationorigins.com

KI misst Emotionen in Beratungsgesprächen: Der Unternehmer Christian Dimanski und zwei Partner der Firma Mataono haben eine KI-basierte Software entwickelt, die die Arbeit von Kundenbetreuern und Beratern erleichtern soll. Sie soll dabei helfen, den schwierigen Spagat zwischen Beratung und Dokumentation in Kundengesprächen zu meistern, der für Menschen nicht immer leicht zu bewältigen ist. Die Software soll dafür während eines Beratungsgesprächs über eine Kamera die Emotionen des Kunden scannen. Diese könne so objektiv das präferierte Produkt des Kunden erkennen und so zu einem für beide Seiten zufriedenstellenden Gespräch beitragen.
n-tv.de

Israelisches Fintech-Start-up will Banken durch KI ersetzen: Der israelische Unternehmer Amnon Shashua sorgte in dieser Woche international mit der Ankündigung für Aufsehen, Banker durch Computer und Künstliche Intelligenz (KI) zu ersetzen. Bereits im März startete zu diesem Zwecke das Pilotprojekt “First Digital Bank”, bei dem Künstliche Intelligenz das Kerngeschäft von Bankern übernehmen und beschleunigen sowie effizienter machen soll – Kreditgesuche prüfen, Transaktionen überwachen und Anlageentscheidungen treffen. Dabei ist das Start-up nicht als Neobank, sondern als Technologieunternehmen mit einer Banklizenz konzipiert. Ende des nächsten Jahres soll es den Betrieb aufnehmen und binnen vier Jahren schwarze Zahlen schreiben.
handelsblatt.com

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IoT-Ticker: Real life trifft auf die digitale Welt. Internet of Things als Schnittstelle, das sowohl die Industrie als auch den Alltag revolutioniert. Erhalten Sie wöchentlich ein Update aus der Welt “Internet der Dinge”. iot-ticker.net

Bosch-Studie: Deutsche stehen KI mehrheitlich positiv gegenüber: Einer aktuellen Bosch-Studie zufolge bewerten eine Mehrheit von 53 Prozent der Deutschen den Einsatz von KI positiv, während 36 Prozent demgegenüber negativ eingestellt sind. Dabei fördert die Untersuchung deutliche Unterschiede über Sparten und Branchen hinweg ans Tageslicht. Demnach wünschen sich 60 Prozent einen vermehrten Einsatz von KI in der Industrie, wie etwa bei der Herstellung von Autos oder Flugzeugen. Und sogar über zwei Drittel der Befragten sprechen sich für KI-basierte Lösungen bei der Diagnose von Maschinenfehlern sowie in High-Tech-Bereichen wie der Raumfahrt aus. Skeptischer äußern sich die Studienteilnehmer allerdings zu KI-Technologien in der Krankenpflege oder bei der Anlageberatung, wo nur 40 Prozent beziehungsweise 31 Prozent den Einsatz befürworten. Auch die Ethik hat für die Studienteilnehmer hohe Relevanz. Zwei Drittel fordern, dass KI-Technologie nur dem Allgemeinwohl dienen dürfe und 85 Prozent beharren auf dem Menschen als letzte Instanz beim Einsatz von künstlicher Intelligenz.
it-production.com

Forschungsprojekt will mit KI Erzieher entlasten: Können Algorithmen die Arbeit von Erziehern in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen entlasten? Das erforscht ein deutschlandweit einzigartiges Projekt des Kinder- und Jugendhilfezentrums Groß Börnecke mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Den Anstoß dazu gab der Leiter der Einrichtung Sven Schulze. Er fing vor elf Jahren an, die Arbeit in einem “pädagogischen Tagebuch” zu digitalisieren. Entstanden ist eine für jeden zugängliche Software, in der Orts- und zeitunabhängig Informationen wie Einschätzungen der Erzieher zu den betreuten Kindern und Jugendlichen, ein Wochenplan sowie eine Erfassung der Medikamentengabe abrufbar sind. Durch die Kooperation mit der Universität soll die Software zu einer Art Assistentin werden, die in der Lage ist, Daten künftig fortlaufend zu analysieren und anhand dieser den Betreuern Empfehlungen zu geben, wie sie Problemsituationen lösen können.
mdr.de

Gewinner des Deutschen KI-Preises bekannt gegeben: Zum zweiten Mal hat die Tageszeitung Welt den Deutschen KI-Preis in Höhe von 100.000 Euro verliehen. Gewinner in der Kategorie Innovation ist Professor Bernhard Schölkopf, Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen und international renommiert im Bereich KI-Forschung. In der Kategorie Anwendung setzte sich das Münsteraner Unternehmen Westphalia Datalab (WDL) durch. Es beschäftigt sich mit der Analyse größter und allergrößter Datenmassen mithilfe neuester Methoden und Verfahrensweisen des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz. Mit der Verleihung des Preises will die Welt nach eigenen Angaben die KI-Wissenschaft in Deutschland fördern, Erkenntnisse aus der Wissenschaft schneller in die Wirtschaft weiterleiten sowie einen Beitrag zu ethisch verantwortungsvoller Nutzung der KI leisten.
welt.de

Kriminalität: KI im Einsatz gegen den Handel mit illegalen Kulturgütern nachrichten.idw-online.de
Ethik: Papst Franziskus betont menschendienliche Prioritäten bei Einsatz Künstlicher Intelligenz t3n.de
Zukunft sichern: Bund-Länder-Vertrag zur Förderung der KI-Kompetenzzentren tagesspiegel.de
Hatespeech: KI soll Hass im Internet erkennen sueddeutsche.de

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novalis.studio

ZAHL DER WOCHE

In einer neuen Studie der Boston Consulting Group und der MIT Sloan Management Review berichten lediglich 11 Prozent der Unternehmen, die KI einsetzen, dass sie durch den Einsatz der Technologie eine beträchtliche Kapitalrendite erzielt haben.
gq-magazin.de

HINTERGRUND

Chinas KI-basierter Kampf gegen den Klimawandel: Die Volksrepublik China gehört zu den größten Klimasündern der Welt. In diesem Jahr kündigte Präsident Xi Jinping allerdings an, den Höhepunkt der CO2-Emmissionen noch vor 2030 erreichen zu wollen und anzustreben, bis zum jähr 2060 klimaneutral zu sein. Ein Motor dieser enormen Herausforderung sollen innovative KI-Projekte sein. Ein Akteur, der schon jetzt mit KI-Technologie den Klimaschutz im Land vorantreibt, ist das Institute of Public and Environmental Affairs, eine 2006 gegründete NGO, die heute zu den bekanntesten und angesehensten des Landes gehört. Sie hat u.a. eine Live-Verschmutzungskarte des Landes entwickelt, die jeden Bürger über den Grad der Luftverschmutzung und Wasserqualität in jedem Teil des Landes in Echtzeit informiert. Dafür arbeitet die NGO mit großen Fabriken in allen Teilen des Landes zusammen. Über die “Blue Map”-App kann jeder Nutzer den Ausstoß nahegelegener Fabriken messen und Überschreitungen der Grenzwerte melden. Ein neues KI-Projekt der NGO soll wilde Tiere identifizieren, die illegal auf den berühmt-berüchtigten chinesischen Wildtiermärkten verkauft werden und über eine App die Behörden darüber informieren.
theguardian.com

Uni Passau forscht zu KI-Innovationen für den Bereich “Mobilität”: Im vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderten Forschungsprojekt “KIMoNo” (KI-basierte, typübergreifende Mobilitätsoptimierung in non-urbanen Regionen) untersuchen Wissenschaftler der Universität Passau derzeit Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz bei der Frage, wie Mobilität an der Schnittstelle zu den urbanen Regionen optimiert werden und den Bedürfnissen der Menschen angepasst werden kann. Dabei soll vor allem der Ablauf von Logistikketten verbessert und die Sicherheit erhöht werden. des Weiteren wird zur Erfassung von Mobilitätsdaten und der Koordinierung der Mobilität mittels KI-Technologie geforscht. Im Bereich Logistik werden etwa Sensoren eingesetzt, die Frachtgüter auf korrekten und intakten Zustand überprüfen. Die Sensoren sitzen an verschiedenen Punkten im Überwachungsprozess von der Waage bis zur Röntgentomographie. Die Auswertung der Daten übernimmt dann die KI. Aber auch die Erhaltung von Privatsphäre im Verkehr oder die Vermeidung von Leerfahrten ist Teil der Forschung. Zwar seien die Ergebnisse besonders für non-urbane Regionen von Wert, nach Angaben der am Projekt beteiligten Wissenschaftler könnten einige Ergebnisse auch auf andere Regionen und ähnliche Fragestellungen übertragen werden.
kommunal.de

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PROJEKT DER WOCHE

Schüler entwickeln KI gegen Rebkrankheiten bei Weinanbau: Jugend forscht in Heidelberg. Die 17 Jahre alten Schüler Maria-Theresa Licka und Mario Schweikert haben eine App entwickelt, mit der Blattkrankheiten an Weinreben wie Grauschimmel oder Mehltau erkannt werden können. Dafür sind sie mit dem Finaleinzug beim Bundeswettbewerb für Künstliche Intelligenz belohnt wurden. Ihr Themengebiet ist natürlich kein Zufall: Die Region Rhein-Neckar ist deutschlandweit für den Weinanbau bekannt. Entsprechend groß ist die Bedeutung der Erfindung für die regionale Ökonomie. Die Entwicklung der Schüler soll auch verhindern, dass zum Schutz vor Rebkrankheiten tausende Tonnen chemischer Wirkstoff jedes Jahr verbraucht werden. Per App könne jeder ein Foto eines befallenen Rebenblattes aufnehmen und erfahre so, um welche Krankheit es sich handelt und viele weitere Informationen. “So können wir lokale Ausbreitungen von Blattkrankheiten frühzeitig erkennen und auf einer Karte anzeigen. Die Winzer werden damit frühzeitig gewarnt, wenn es zu einem verstärkten Schädlingsbefall kommt”, teilen die App-Entwickler mit. Mittlerweile haben die Schüler ihre App mit über 5.000 Aufnahmen gefüttert und ihre App erreicht so eine Treffergenauigkeit von 92 Prozent.
rnz.de

ZITAT

“In den USA haben damals alle spöttisch auf das Silicon Valley geschaut. Niemand konnte sich vorstellen, dass in diesem Gebiet, kurz vor dem Ozean, wo niemand wohnte, etwas Großartiges entstehen würde. Es gab da nur eine Art Erholungsgebiet, mehr nicht und so ähnlich ist das auch mit Sachsen-Anhalt.”
Der Entwickler Alexander Alten-Lorenz, der einst im Silicon Valley gearbeitet hat und heute in Magdeburg ein Zentrum für KI-Technologie einrichtet, im Gespräch mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).
mdr.de

UNGEKÜNSTELT

Deutscher Gründer will mit Blockbuster-Algorithmus Kinoerfolge vorhersagen: Blockbuster sind ein Millionengeschäft. Aber auch ein Risiko: sieben von zehn Filmen sind wirtschaftlich nicht erfolgreich, spielen also nicht genug Geld ein, um Produktions- und Marketingkosten zu decken. Der Algorithmus der Firma Cinelytic will das ändern. Er wertet Informationen von 90.000 Filmen weltweit aus und fügt Daten von 550.000 “Talenten” wie Schauspielern, Regisseuren und Drehbuchautoren hinzu. Mit dieser Informationsdichte soll eine genaue Vorhersage entstehen, wie wahrscheinlich ein finanzieller Erfolg eines Filmprojekts sein wird. Das Projekt steht aber vor einem bislang ungelösten Problem der Branche: Zukünftiger Erfolg soll mithilfe alter, vergangener Daten vorausgesagt werden. Wie aber Newcomer vorhersagen oder neue Themen, die den Zeitgeist treffen?
galileo.tv

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